Auf einen Blick
- Provinzen12, von Groningen bis Limburg
- Ziele in dieser Liste25 zwischen Großstadt und Wattinsel
- Empfohlene Reisedauer5 bis 10 Tage für einen Querschnitt
- Beste ReisezeitMitte April bis Juni und September
- UNESCO-Welterbe darunterGrachtengürtel, Kinderdijk, Wattenmeer
- AnreiseZug, Fernbus oder Auto ab Nordwestdeutschland
So nutzt du diese Liste
Die Reihenfolge ist grob geografisch, von Amsterdam über den Norden und Osten bis nach Zeeland. Such dir einen Schwerpunkt und lass den Rest ohne schlechtes Gewissen liegen. Eine fertige Reihenfolge samt Übernachtungsorten steht in der Rundreise-Route, die stilleren Varianten unter Geheimtipps.
Gut zu wissen: Bezahlt wird fast überall mit Karte. Viele Museen, Cafés und Marktstände nehmen gar kein Bargeld mehr an, und Kreditkarten werden längst nicht überall akzeptiert. Eine gängige Debitkarte deiner Bank mit Kontaktlos-Funktion ist die zuverlässigste Wahl, ein Portemonnaie voller Scheine die schlechteste.
Die 25 Highlights der Niederlande
1 Der Grachtengürtel in Amsterdam
Der Halbkreis aus Herengracht, Keizersgracht und Prinsengracht wurde im 17. Jahrhundert am Reißbrett geplant und steht seit 2010 auf der UNESCO-Welterbeliste. Zu Fuß wirkt er am besten: schmale Giebelhäuser, Hausboote, alle zwanzig Meter ein Rad quer über dem Gehweg.
Geh früh los, vor neun Uhr gehört dir die Brücke. Die große Rundfahrt ab Hauptbahnhof kannst du dir sparen, die kleinen offenen Boote sind das bessere Erlebnis: Grachten in Amsterdam und Jordaan.
2 Rijksmuseum
Rembrandts Nachtwache, Vermeers Milchmädchen, dazu Delfter Blau, Puppenhäuser und ein Museumsbau von Pierre Cuypers, der selbst schon eine Sehenswürdigkeit ist. Nach der langen Renovierung hängt die Sammlung chronologisch, du läufst also durch vierhundert Jahre.
Plane 2 bis 3 Stunden und buche ein Zeitfenster im Voraus, sonst stehst du draußen. Mehr zum Rundgang und zu den Sälen, die viele auslassen, findest du unter Rijksmuseum.
3 Anne-Frank-Haus
Das Hinterhaus an der Prinsengracht ist eng, dunkel und still. Kein Ort für nebenbei, aber der eine Besuch in Amsterdam, den niemand wieder vergisst.
Tickets gibt es ausschließlich online mit festem Zeitfenster, und sie sind regelmäßig lange vorher weg. Der Trick: erst das Ticket buchen, dann den Rest des Tages drumherum planen. Alles zur Buchungslogik steht unter Anne-Frank-Haus.
4 Zaanse Schans
Grüne Holzhäuser, Mühlen am Fluss, dahinter ein echtes Industriegebiet: die Zaanstreek war ein frühes Industrierevier, und die Mühlen mahlten Farbe, Öl und Senf statt Getreide.
Das Gelände ist frei zugänglich, Eintritt zahlst du pro Mühle. Komm vor zehn oder nach vier: Zaanse Schans und Windmühlen.
5 Keukenhof
Sieben Millionen Blumenzwiebeln in einem Park bei Lisse, gepflanzt in Wellen, damit von der ersten Krokusblüte bis zur letzten Tulpe immer etwas steht. Kitschig? Ja. Beeindruckend? Auch.
Wichtig: Der Park öffnet nur von Ende März bis Mitte Mai, den Rest des Jahres ist dort nichts zu sehen. Buche Ticket und Ankunftszeit vorab, plane 3 bis 4 Stunden. Mehr unter Keukenhof.
6 Die Blumenfelder der Bollenstreek
Zwischen Haarlem und Leiden liegen die Streifen aus Rot, Gelb und Violett, die jeder vom Foto kennt. Am schönsten vom Fahrrad aus, weil du anhalten kannst, wo es passt.
Die Felder sind Privatbesitz und Arbeitsfläche. Betreten, Pflücken und Fotoshootings zwischen den Reihen sind tabu, eine zertretene Zwiebel ist ein zerstörtes Produkt. Routen und Blühfenster stehen unter Blumenregion und Tulpen in den Niederlanden.
7 Haarlem
Eine gute Viertelstunde mit dem Zug von Amsterdam, aber halb so laut: großer Marktplatz, die wuchtige Grote Kerk, Hofjes hinter unscheinbaren Türen und mit dem Frans Hals Museum ein Haus, das seine Größe nicht ausstellen muss.
Viele übernachten hier statt in Amsterdam und pendeln. Mehr unter Haarlem.
8 Der Käsemarkt in Alkmaar
Weiß gekleidete Käseträger, lackierte Tragebahren, ein Auktionsritual mit Handschlag: Der Markt auf dem Waagplein ist Folklore, aber gut gemachte Folklore, und drumherum liegt eine hübsche Grachtenstadt.
Der Markt findet nur in der warmen Jahreshälfte an festen Markttagen statt, prüfe den Termin vorher auf der offiziellen Seite der Stadt. Steh spätestens eine halbe Stunde vorher an der Absperrung. Mehr unter Alkmaar und Käsemärkte.
9 Texel
Die größte Wattinsel hat Dünen, Deiche, Schafe, ein Seehundzentrum und mit De Slufter eine Salzwiesenlandschaft, in die bei Flut die Nordsee läuft. Im Frühling stehen die Lämmer auf dem Deich, im Sommer ist der Strand breit genug für alle.
Die Fähre fährt ab Den Helder, Autos darfst du mitnehmen, brauchst sie aber nicht. Details unter Texel, der Vergleich mit den anderen Inseln unter Wattenmeer-Inseln.
10 Wattwandern im Weltnaturerbe
Bei Ebbe zu Fuß durch Schlick und Priele Richtung Insel: Das Wattenmeer ist UNESCO-Weltnaturerbe und die eindrücklichste Landschaft des Landes, weil sie zweimal am Tag verschwindet.
Ohne Führung ist das lebensgefährlich und verboten, die Priele füllen sich schneller, als du zurücklaufen kannst. Mehr unter Wattwandern und Lauwersoog.
11 Schiermonnikoog
Die kleinste bewohnte Wattinsel ist Nationalpark und für Besucher autofrei: Du lässt den Wagen auf dem Festland stehen und bist mit Rad, Bus oder zu Fuß unterwegs. Der Strand gehört zu den breitesten Europas.
Wer Trubel sucht, fährt nach Terschelling, wer Ruhe will, nach Schiermonnikoog.
12 Afsluitdijk und IJsselmeer
Gut dreißig Kilometer Damm zwischen Nordholland und Friesland, fertig 1932, und aus der Zuiderzee wurde das süße IJsselmeer. Links Wattenmeer, rechts Binnensee, dazwischen nur Asphalt und Wind.
Fahr nicht nur durch, halt am Denkmal in der Mitte. Rundherum liegen die alten Hafenstädte, die vom Meer lebten: Enkhuizen, Hindeloopen, Urk. Die ganze Geschichte steht unter IJsselmeer.
13 Der Martiniturm in Groningen
Groningen ist jung, laut und voller Räder, weil ein großer Teil der Stadt studiert. Vom Martiniturm über der Grote Markt siehst du bis in die Wiesen des Umlands, wenn du die Stufen schaffst.
Die Stadt liegt weit im Norden, ist aber der beste Ausgangspunkt fürs Wattenmeer: Groningen und Martiniturm.
14 Giethoorn
Ein Dorf ohne Straßen: Reetdachhäuser auf kleinen Inseln, verbunden durch Holzbrücken, dazwischen Kanäle statt Gassen. Am frühen Morgen und am späten Nachmittag ist es genau so still, wie es auf den Fotos aussieht.
Tagsüber schieben sich Reisegruppen über die Brücken. Miete ein leises Elektroboot statt eines Motorboots und fahr hinaus ins Naturgebiet. Details unter Giethoorn, weitere Dörfer in dieser Liga unter Die schönsten Dörfer.
15 De Hoge Veluwe und das Kröller-Müller Museum
Wald, Heide und Flugsand auf einer Fläche, die man in den Niederlanden gar nicht erwartet, und mitten im Nationalpark ein Museum mit einer der größten Van-Gogh-Sammlungen der Welt plus einem Skulpturengarten.
Im Park stehen weiße Räder, die du ohne Aufpreis nutzen darfst. Nimm sie, zu Fuß ist die Fläche zu groß. Mehr unter Otterlo und Veluwe.
16 Paleis Het Loo
Der Barockpalast der Oranier bei Apeldoorn hat einen streng symmetrischen Garten mit Wasserspielen, die ohne Pumpen auskommen. Innen erzählen die Räume die Geschichte der Königsfamilie.
Der Garten allein trägt den Ausflug, plane trotzdem einen halben Tag ein: Apeldoorn.
17 Domturm und Werfkeller in Utrecht
Der Dom hat den höchsten Kirchturm des Landes, und seit ein Sturm im 17. Jahrhundert das Kirchenschiff wegriss, steht der Turm frei auf dem Platz. Hinauf kommst du nur mit Führung, dafür über eine ordentliche Zahl Stufen.
Unten an der Oudegracht liegen die Werfkeller: eine zweite Straßenebene direkt am Wasser, heute voller Cafés. Mehr unter Domturm und Grachten und Werfkeller.
18 Kinderdijk
Neunzehn Mühlen an zwei Kanälen, seit 1997 UNESCO-Welterbe und bis heute funktionsfähig. Wenn der Wind steht und die Flügel laufen, verstehst du in fünf Minuten, warum dieses Land trocken bleibt.
Fahr mit dem Wasserbus ab Rotterdam, das ist der schönere Weg: Kinderdijk ab Rotterdam und Kinderdijk.
19 Markthal und Kubushäuser in Rotterdam
Rotterdam wurde im Krieg zerstört und danach nicht rekonstruiert, sondern neu gebaut. Die Markthal ist ein Wohnhaus in Hufeisenform mit riesig bemalter Decke, darunter Stände mit Käse, Fisch und Streetfood.
Gegenüber kippen die gelben Kubushäuser auf ihre Ecke, eines kannst du innen ansehen: Markthal und Kubushäuser.
20 Erasmusbrücke und Hafen
Die weiße Schrägseilbrücke heißt im Volksmund der Schwan und verbindet die Altstadtseite mit den Hochhäusern der Kop van Zuid.
Dahinter beginnt der größte Hafen Europas. Eine Rundfahrt bis zu den Containerterminals zeigt Maßstäbe, die vom Ufer niemand ahnt: Erasmusbrücke und Hafenrundfahrt.
21 Mauritshuis in Den Haag
Ein kleines Stadtpalais mit einer Sammlung, die jedes Großmuseum gern hätte: das Mädchen mit dem Perlenohrring, Rembrandts Anatomie, der Distelfink. In 2 Stunden hast du alles gesehen, ohne müde zu werden.
Diese Kompaktheit macht es besser als manches Riesenhaus. Buche vorab: Mauritshuis.
22 Scheveningen
Das größte Seebad der Niederlande gehört direkt zu Den Haag: breiter Strand, Pier mit Riesenrad, dahinter das alte Kurhaus. Im Sommer voll, im Herbst mit Sturm fast noch besser.
Die Tram fährt in gut zwanzig Minuten vom Zentrum an den Sand: Scheveningen und Nordseeküste.
23 Delft
Vermeers Stadt hat eine der ruhigsten Altstädte des Landes: schmale Grachten, ein Marktplatz zwischen Rathaus und Nieuwe Kerk, in deren Gruft die Oranier liegen. Der Turm der Oude Kerk steht spürbar schief.
Dazu das echte Delfter Blau, hier noch von Hand bemalt: Delft.
24 Maastricht: Vrijthof und Dominicanen
Der Süden klingt anders, isst anders und feiert anders. Am Vrijthof sitzt die halbe Stadt vor der Sint-Servaas-Basilika, und in einer entweihten Dominikanerkirche steht eine Buchhandlung mit einem Stahlregal bis unters Gewölbe.
Dazu die Grotten im Sint-Pietersberg und Hügel, die es sonst nirgends gibt. Mehr unter Maastricht, Vrijthof und Buchhandlung Dominicanen.
25 Zeeland: Deltawerke, Middelburg und Veere
Nach der Flutkatastrophe von 1953 baute das Land die Deltawerke, und das Sturmflutwehr in der Oosterschelde ist bis heute eines der größten Bauwerke seiner Art. Wer verstehen will, wie die Niederlande ticken, fährt hier entlang.
Drumherum liegen Middelburg mit dem Abteiturm Lange Jan und das winzige Hafenstädtchen Veere. Mehr unter Zeeland, Middelburg, Veere und Deiche und Deltawerke.
Achtung: Das Fahrrad hat hier faktisch Vorrang. Bleib nie auf dem rot asphaltierten Radweg stehen, um ein Foto zu machen, und schau vor jedem Schritt vom Bahnsteig, aus dem Laden oder aus der Straßenbahn nach links. Radfahrer klingeln spät und bremsen selten.
Praktisch: was du vorher klären solltest
Der Zug ist auf den meisten dieser Strecken schneller als das Auto. In Bahn, Metro und Straßenbahn gilt: einchecken beim Einsteigen, auschecken beim Aussteigen, sonst rechnet das System falsch ab. Eine kontaktlose Bankkarte reicht dafür meist aus. Mehr unter Die Niederlande ohne Auto.
Wer mit dem Auto kommt, sollte die Umweltzonen kennen: mehrere Städte kontrollieren die Einfahrt mit Kameras, und die Regeln unterscheiden sich je Stadt und Fahrzeugtyp. Park am Stadtrand und fahr die letzten Kilometer mit Bus oder Bahn. Details unter Mit dem Auto in die Niederlande und Umweltzonen.
Auf die Hotelrechnung kommt in vielen Gemeinden eine Touristensteuer. In Amsterdam wird sie als Prozentsatz auf den Zimmerpreis erhoben, anderswo als Betrag pro Person und Nacht. Prüfe, ob dein Portal sie schon eingerechnet hat. Was eine Reise wirklich kostet, rechnet dieser Beitrag durch.
Tipp: Die beste Zeit für fast alles auf dieser Liste liegt zwischen Mitte April und Ende Juni sowie im September. Juli und August sind an der Küste und in Giethoorn am vollsten, im Winter sind die Museen leer und die Tage kurz. Eine Monatsübersicht steht unter Beste Reisezeit.
Was fast noch auf die Liste gekommen wäre
Knapp nicht dabei: die Hansestädte an der IJssel mit Deventer und Zwolle, die älteste Stadt des Landes Nijmegen und ’s-Hertogenbosch mit den unterirdischen Wasserläufen der Binnendieze. Museen nach Thema sortiert diese Übersicht, Ziele für die Reise mit Kindern findest du unter Niederlande mit Kindern.
Häufige Fragen
Wie viele Tage braucht man für die Niederlande?
Für einen ersten Querschnitt reichen fünf bis sechs Tage: zwei in Amsterdam, einer in Rotterdam oder Den Haag, einer für Utrecht und einer für Mühlen, Dörfer oder Küste. Wer auch in den Norden oder nach Zeeland will, sollte zehn Tage einplanen. Die Fahrzeiten sind kurz, aber jeder Ortswechsel kostet dich einen halben Tag.
Was ist das schönste Highlight für einen ersten Besuch?
Der Grachtengürtel in Amsterdam bleibt der stärkste erste Eindruck, weil Stadtbild, Museen und Wasser dort auf engstem Raum zusammenkommen. Wer den Trubel scheut, fährt stattdessen nach Utrecht: gleiche Bauzeit, halb so viele Menschen und mit den Werfkellern eine Ebene direkt am Wasser, die es sonst nirgends gibt.
Lohnt sich der Keukenhof wirklich?
Ja, aber nur im engen Zeitfenster von Ende März bis Mitte Mai, denn danach ist der Park geschlossen. Wenn du ohnehin im Frühling reist, kombiniere ihn mit einer Radtour durch die Bollenstreek. Wer die Menschenmengen nicht mag, lässt den Park aus und fährt nur an den Feldern entlang, die kosten nichts.
Braucht man in den Niederlanden ein Auto?
Für Städte und Küste nicht. Das Bahnnetz ist dicht, die Züge fahren häufig, und in den Innenstädten ist Parken teuer und die Zufahrt oft durch Umweltzonen beschränkt. Ein Auto lohnt sich für die Veluwe, für Zeeland und für Touren mit viel Gepäck. Ansonsten bist du mit Zug und Leihrad schneller unterwegs.
Wann ist die beste Reisezeit?
April bis Juni und September. Im Frühling blühen die Felder, die Tage sind lang und die Städte noch nicht überlaufen. Der September bringt warmes Wasser an der Küste und leere Museen. Juli und August sind an den Stränden und in Giethoorn am vollsten, der Winter dafür günstig, dunkel und windig.




