Auf einen Blick
- AdressePrinsengracht 263, Amsterdam
- VersteckJuli 1942 bis August 1944
- Untergetauchtacht Menschen im Hinterhaus
- Museum seit1960
- Ticketsnur online, festes Zeitfenster
- Dauerrund 1 Stunde
Was in diesem Haus passiert ist
Otto Frank führte an der Prinsengracht eine Firma. Als die Verfolgung der Juden in den besetzten Niederlanden schärfer wurde, ließ er im Hinterhaus Räume herrichten. Im Juli 1942 tauchte die Familie dort unter, wenig später kamen die Familie van Pels und Fritz Pfeffer dazu, insgesamt acht Menschen auf wenigen Quadratmetern.
Möglich war das nur, weil vier Angestellte sie zwei Jahre lang versorgten und deckten, unter ihnen Miep Gies und Bep Voskuijl. Am 4. August 1944 wurde das Versteck verraten, alle acht wurden deportiert. Anne und ihre Schwester Margot starben Anfang 1945 im Lager Bergen-Belsen. Otto Frank kehrte als Einziger zurück und veröffentlichte 1947 die Aufzeichnungen seiner Tochter.
Wie der Besuch abläuft
Du gehst zuerst durch das Vorderhaus mit den Büro- und Lagerräumen, in denen weitergearbeitet wurde, während oben acht Menschen still sein mussten. Dann kommt der bewegliche Bücherschrank, hinter dem der Zugang lag, und dahinter die steile Treppe ins Hinterhaus.
Die Zimmer sind leer. Otto Frank wollte es so, nachdem die Einrichtung während des Krieges geräumt worden war. An den Wänden hängen noch Bilder, die Anne aufgeklebt hatte, und die Bleistiftstriche, mit denen die Größe der Kinder gemessen wurde. Ein Audioguide führt dich durch die Räume und gibt das Tempo vor. Am Ende siehst du das originale Tagebuch.
Achtung: Im Haus ist Fotografieren und Filmen nicht erlaubt. Große Taschen und Rucksäcke darfst du nicht mitnehmen, plane das vor der Ankunft ein. Und es ist ein Ort der Erinnerung, keine Attraktion: leise sprechen, nicht drängeln, nicht essen.
Tickets: nur online, mit festem Zeitfenster
Karten werden ausschließlich über die offizielle Website verkauft, mit fester Uhrzeit und ohne Kasse vor Ort. Die Zeiträume werden schubweise freigegeben, und beliebte Termine sind innerhalb kurzer Zeit vergriffen. Wer erst in Amsterdam anfängt zu suchen, kommt in der Regel nicht mehr hinein.
Zwei Dinge helfen. Erstens: Schau nach, wann der nächste Zeitraum freigeschaltet wird, und sei dann pünktlich da. Zweitens: Rückgaben landen wieder im System, meist am Vorabend oder am Morgen des Besuchstags. Kaufe nichts bei Drittanbietern, die Karten sind personalisiert und Weiterverkauf funktioniert nicht.
Tickets: Ausschließlich online mit Zeitfenster, kein Verkauf an der Tür, keine Ausnahmen mit Museumkaart oder Städtekarte. Buche das Zeitfenster zuerst und plane den Rest des Tages darum herum, denn die anderen Punkte in Amsterdam lassen sich verschieben, dieser nicht. Was sonst noch früh gebucht werden muss, steht in der Übersicht der Sehenswürdigkeiten in Amsterdam.
Wenn keine Karten mehr da sind
Das ist häufiger der Normalfall als die Ausnahme, und es gibt gute Orte, die weiterführen. Das Widerstandsmuseum im Osten der Stadt erzählt, wie Besatzung und Widerstand den Alltag prägten, und ist selten ausverkauft. Im Joods Cultureel Kwartier liegen die Portugiesische Synagoge aus dem 17. Jahrhundert, das Jüdische Museum, das Nationale Holocaust-Museum und die Gedenkstätte Hollandsche Schouwburg beieinander, von der aus tausende Menschen deportiert wurden.
Draußen bleibt außerdem einiges sichtbar. Vor der Westerkerk steht eine Statue von Anne Frank, und im Pflaster vieler Straßen liegen Stolpersteine mit den Namen der Deportierten. Wer im Jordaan unterwegs ist, läuft ständig darüber. Weitere ruhige Orte im Zentrum, an denen du den Besuch sacken lassen kannst, stehen auf der Seite mit den Insider-Tipps.
Gut zu wissen: Lies das Tagebuch vorher oder wenigstens ein paar Seiten daraus. Der Unterschied ist groß: Die leeren Zimmer bekommen dadurch Stimmen. Für Jugendliche ab etwa zwölf ist der Besuch stark, aber machbar, wenn ihr euch danach Zeit zum Reden nehmt.
Wo das Haus liegt und was drumherum passt
Das Museum steht an der Prinsengracht, direkt neben der Westerkerk und am Rand des Jordaan. Nach dem Besuch ist ein Spaziergang an den Grachten genau richtig, weil du Zeit brauchst, bevor der nächste Programmpunkt kommt. Trams halten in der Nähe, ins Zentrum läufst du eine Viertelstunde. Kommst du mit dem Rad, achte auf die Halteverbote entlang der Gracht, mehr dazu auf der Seite zum Verkehr in Amsterdam.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istSind alle Zeitfenster weg, schau regelmäßig auf die offizielle Website, dort werden neue Zeiträume schubweise freigegeben und Rückgaben tauchen wieder auf. Als Alternativen bleiben das Widerstandsmuseum und das Joods Cultureel Kwartier mit Portugiesischer Synagoge und Nationalem Holocaust-Museum.
- Wenn es regnetDer Besuch findet komplett drinnen statt, Regen ändert daran nichts. Die Schlange vor dem Einlass steht allerdings draußen an der Gracht, nimm eine Jacke mit Kapuze statt eines Schirms, das ist im Gedränge einfacher.
- Mit KindernFür Kinder unter etwa zehn Jahren ist der Besuch zu belastend und auch inhaltlich zu schwer. Ab etwa zwölf funktioniert er gut, wenn ihr vorher gemeinsam über die Geschichte gesprochen habt. Sprecht danach darüber, nicht erst am Abend.
- Mit eingeschränkter MobilitätDas Hinterhaus ist über sehr steile, enge Treppen zu erreichen, es gibt dort keinen Aufzug und keine Alternative. Für Rollstuhlfahrer und für Menschen, die Treppen schlecht schaffen, ist der historische Teil nicht zugänglich. Frag vorab beim Museum, welche Teile du sehen kannst.
Häufige Fragen
Wie bekommt man Tickets für das Anne-Frank-Haus?
Ausschließlich online über die offizielle Website, mit fester Uhrzeit. Es gibt keinen Verkauf an der Tür und keine Ausnahme über Museumkaart oder Städtekarte. Die Zeiträume werden schubweise freigegeben und sind schnell vergriffen. Schau nach, wann der nächste Zeitraum öffnet, und sei pünktlich online, das ist die zuverlässigste Methode.
Wie lange dauert der Besuch im Anne-Frank-Haus?
Rund eine Stunde. Der Weg führt vom Vorderhaus über den Bücherschrank ins Hinterhaus und endet bei einer Ausstellung mit dem originalen Tagebuch. Das Tempo gibt der Audioguide vor, gedrängelt wird trotzdem selten. Plane danach eine halbe Stunde ohne Programm ein, der Besuch wirkt nach.
Ist das Anne-Frank-Haus für Kinder geeignet?
Für Kinder unter etwa zehn Jahren nicht, das Thema ist zu schwer und die Räume sind eng. Ab zwölf funktioniert der Besuch gut, wenn ihr vorher über die Geschichte gesprochen habt. Sprecht danach weiter darüber, am besten gleich bei einer Pause an der Gracht und nicht erst am Abend.
Was kann man statt des Anne-Frank-Hauses ansehen?
Das Widerstandsmuseum im Osten zeigt, wie Besatzung und Widerstand den Alltag veränderten, und ist selten ausgebucht. Im Joods Cultureel Kwartier liegen Portugiesische Synagoge, Jüdisches Museum, Nationales Holocaust-Museum und die Gedenkstätte Hollandsche Schouwburg dicht beieinander. Beide Orte sind inhaltlich mindestens so wichtig.
Kann man das Anne-Frank-Haus mit dem Rollstuhl besuchen?
Der historische Teil leider kaum. Ins Hinterhaus führen sehr steile, enge Treppen, einen Aufzug gibt es dort nicht. Andere Bereiche des Museums sind zugänglich, deshalb lohnt sich eine Anfrage beim Museum vor der Buchung. Wer Treppen schlecht schafft, sollte das ehrlich einplanen, unterwegs abbrechen ist schwierig.




