Auf einen Blick
- Bewohnte InselnTexel, Vlieland, Terschelling, Ameland, Schiermonnikoog
- Ohne BesucherautoVlieland und Schiermonnikoog
- Schnellste ÜberfahrtDen Helder nach Texel, rund 20 Minuten
- StatusWattenmeer ist UNESCO-Weltnaturerbe
- Beste ReisezeitMai bis September, Vogelzug im Frühjahr und Herbst
- Vor OrtFahrrad statt Auto, Wege sind flach und autofrei
Der Vergleich auf einen Blick
| Insel | Fähre ab | Auto von Besuchern | Charakter |
|---|---|---|---|
| Texel | Den Helder | erlaubt | größte Insel, sieben Dörfer, komplette Infrastruktur |
| Vlieland | Harlingen | nicht erlaubt | ein Dorf, viel Dünenwildnis, sehr ruhig |
| Terschelling | Harlingen | erlaubt | lang und schmal, Wanderrevier, Festivalinsel |
| Ameland | Holwerd | erlaubt | vier Dörfer, familienfreundlich, gute Mitte |
| Schiermonnikoog | Lauwersoog | nicht erlaubt | Nationalpark, ein Dorf, extrem breiter Strand |
Die Faustregel: Je weiter östlich, desto stiller. Und dort, wo Besucher ihr Auto nicht mitnehmen dürfen, ist es am ruhigsten, weil die ganze Insel dann auf Rädern unterwegs ist.
Die fünf Inseln im Einzelnen
1 Texel: die vielseitigste
Texel ist die größte und die am einfachsten erreichbare Insel. Die Fähre ab Den Helder braucht rund zwanzig Minuten und fährt oft, dadurch funktioniert Texel sogar als Tagesausflug. Auf der Insel gibt es sieben Dörfer, einen Museumshafen, ein Naturzentrum mit Seehunden, Wald, Heide, Schafe an jedem Deich und einen dreißig Kilometer langen Strand mit nummerierten Aufgängen.
Genau diese Vielfalt macht Texel zur besten Wahl, wenn du unentschlossen bist oder mit Kindern kommst. Der Preis dafür ist der Andrang: In den Sommerferien ist die Insel gut gefüllt, die Fähren sind ausgebucht und die Radwege an den Strandaufgängen voll. Nimm dein Auto ruhig mit, wenn du weiter weg wohnst, brauchen wirst du es kaum.
2 Vlieland: die stille
Vlieland hat genau ein Dorf und ansonsten Dünen, Wald und Strand. Autos von Besuchern sind nicht zugelassen, du stellst den Wagen in Harlingen ab und kommst auf der Insel mit Rad, Bus und den eigenen Beinen überall hin. Die Überfahrt dauert je nach Schiff um die neunzig Minuten, mit dem Schnellboot deutlich weniger.
Der Westen der Insel ist eine weite Sandebene, die zeitweise gesperrt ist und nur mit Führung oder Ausflugsfahrzeug erreicht wird. Vlieland ist die richtige Insel für Leute, die abends im Dunkeln zurück zum Haus radeln wollen und denen ein Supermarkt reicht. Wer Abwechslung, Auswahl und Programm sucht, wird sich hier langweilen.
3 Terschelling: die weite
Terschelling ist rund dreißig Kilometer lang und an vielen Stellen nur wenige Kilometer breit. Der Osten besteht aus Salzwiesen und Dünentälern, in denen echte Weite entsteht, im Westen liegt der Hauptort mit dem markanten quadratischen Leuchtturm. Die Fähre fährt ab Harlingen, langsam in etwa zwei Stunden oder als Schnellboot in gut der Hälfte der Zeit.
Terschelling ist die Insel für Wanderer und für alle, die ein Ziel wollen, das nicht nur aus Strandliegen besteht. Einmal im Jahr im Juni verwandelt ein zehntägiges Theater- und Musikfestival die ganze Insel in eine Bühne, mit Aufführungen in Dünen und Scheunen. In dieser Zeit ist alles ausgebucht, das musst du wissen, bevor du buchst.
4 Ameland: die ausgewogene
Ameland liegt in der Mitte, in jeder Hinsicht. Vier Dörfer, gute Auswahl an Unterkünften und Lokalen, ein alter Leuchtturm zum Besteigen, ein breiter Nordseestrand und auf der Wattseite ruhige Deichwege. Die Fähre fährt ab Holwerd in gut vierzig Minuten, Autos sind erlaubt, aber auch hier bewegst du dich besser mit dem Rad.
Wenn du dich zwischen Texels Fülle und der Stille von Schiermonnikoog nicht entscheiden kannst, ist Ameland der Kompromiss, der niemanden enttäuscht. Für deutsche Gäste ist die Anfahrt allerdings länger als nach Texel.
5 Schiermonnikoog: die stillste
Schiermonnikoog ist die kleinste der bewohnten Inseln und komplett Nationalpark. Es gibt ein Dorf, keine Besucherautos und einen Strand, der zu den breitesten Europas zählt: Vom Dünenfuß bis zur Wasserlinie läufst du bei Ebbe minutenlang. Die Fähre startet in Lauwersoog und braucht etwa fünfundvierzig Minuten, den Weg vom Anleger ins Dorf legst du mit dem Inselbus oder dem Rad zurück.
Diese Insel ist für Ruhe, Vogelbeobachtung und lange Spaziergänge gemacht. Nachtleben gibt es kaum, Regentage können lang werden. Genau deshalb kommen viele Gäste jedes Jahr wieder.
Tipp: Wenn du zwischen zwei Kandidaten schwankst, entscheide über die Autofrage. Auf Vlieland und Schiermonnikoog bleibt der Wagen auf dem Festland, und genau das erzeugt die Ruhe, für die diese Inseln bekannt sind. Wer sich das nicht vorstellen kann, bucht besser Texel, Terschelling oder Ameland.
Fähren, Häfen und Autoregeln
Jede Insel hat genau einen Fährhafen auf dem Festland, Verbindungen zwischen den Inseln gibt es kaum. Du entscheidest dich also vor der Anreise. Die Fahrpläne richten sich teilweise nach den Gezeiten, in der Nebensaison fahren weniger Schiffe, und an Sommerwochenenden sind einzelne Abfahrten schnell ausgebucht.
Buche in jedem Fall vorab, wenn du ein Fahrzeug mitnimmst. Als Fußgänger oder mit dem Rad kommst du außerhalb der Hauptsaison meist auch spontan mit, in den Ferien lieber nicht. An allen Häfen gibt es bewachte Parkplätze, die tageweise abgerechnet werden, oft per Kennzeichen und Karte.
Auf Texel, Terschelling und Ameland darfst du dein Auto mitnehmen. Auf Vlieland und Schiermonnikoog sind Besucherautos nicht zugelassen, dort stellst du den Wagen am Festlandhafen ab. Praktisch brauchst du auf keiner der fünf Inseln ein Auto: Räder bekommst du direkt am Anleger, die Wege sind flach und autofrei, und Gepäcktransport zur Unterkunft bieten viele Vermieter an. Weil hier fast alle radeln, gilt auf den Inseln besonders streng, was im ganzen Land gilt: Der Radweg ist eine Fahrbahn. Stell dich als Fußgänger nie darauf, auch nicht kurz, um auf die Karte zu schauen.
Ohne eigenes Auto kommst du an alle Häfen heran, unterschiedlich bequem. Den Helder und Harlingen haben Bahnhöfe fast am Anleger, nach Holwerd und Lauwersoog fährst du mit dem Bus, aus Leeuwarden beziehungsweise aus der Stadt Groningen. Im Nahverkehr checkst du beim Einsteigen ein und beim Aussteigen aus, kontaktlose Bankkarten funktionieren dafür. Wer mit dem eigenen Wagen anreist, sollte die Route vorher auf Umweltzonen prüfen: Mehrere niederländische Städte kontrollieren die Einfahrt per Kamera.
Unterkunft: worauf du achten musst
Auf den Inseln gibt es Hotels, viele Ferienhäuser, Campingplätze und Gruppenunterkünfte. Der Bestand ist begrenzt und wächst kaum, deshalb sind Sommerferien und lange Wochenenden früh ausgebucht, teilweise ein Jahr im Voraus. Wenn du flexibel bist, buche außerhalb der Ferien, dann bekommst du dieselbe Insel für weniger Geld und mit halb so vielen Menschen.
Achte auf die Lage relativ zum Strand. Auf Terschelling und Texel liegen manche Unterkünfte mehrere Kilometer vom nächsten Strandaufgang entfernt, mit dem Rad ist das kein Problem, zu Fuß mit Kindern und Strandtaschen schon. Frag außerdem nach, ob Räder zur Unterkunft gehören oder du sie separat mietest, und ob Gepäck vom Anleger transportiert wird.
Gut zu wissen: Bezahlt wird auf den Inseln fast durchgehend mit Karte, an der Fährkasse, im Strandpavillon und beim Radverleih. Viele Betriebe nehmen überhaupt kein Bargeld mehr an, Kreditkarten funktionieren nicht überall. Eine kontaktlose Giro- oder Debitkarte ist der sichere Weg. Denk außerdem an die Touristensteuer, die die Inselgemeinden pro Person und Nacht erheben und die oft erst vor Ort abgerechnet wird.
Strand, Watt und Natur
Die Nordseeseite jeder Insel ist ein durchgehender Sandstrand mit hohen Dünen dahinter. Die Aufgänge sind nummeriert, und diese Nummern nutzt jeder als Ortsangabe. In der Nähe der Dörfer stehen bewachte Abschnitte mit Pavillons, ein paar Kilometer weiter bist du oft fast allein. Der Wind gehört dazu, ein Windschutz ist Grundausstattung, und das Wasser wird auch im Hochsommer selten wärmer als etwa 19 Grad.
Auf der Landseite liegt das Wattenmeer, seit 2009 UNESCO-Weltnaturerbe. Zweimal am Tag fällt es trocken und gibt Schlickflächen frei, auf denen im Frühjahr und Herbst hunderttausende Zugvögel rasten. Ein Fernglas verändert diesen Urlaub deutlich. Große Bereiche sind zeitweise gesperrt, damit Vögel und Seehunde Ruhe haben, die Grenzen sind ausgeschildert.
Die Dünen selbst sind Naturschutzgebiet. Bleib auf den markierten Wegen, denn abseits davon zerstörst du die Vegetation, die den Sand hält. In der Brutzeit sind Strandabschnitte für Seeregenpfeifer abgesperrt, das ist kein Vorschlag, sondern eine Regel.
Achtung: Wattwandern ist in den Niederlanden nur mit lizenziertem Führer erlaubt. Priele füllen sich beim auflaufenden Wasser schneller, als du gehen kannst, und Nebel nimmt draußen jede Orientierung. Geh niemals allein ins Watt, auch nicht ein kurzes Stück. Wie Touren ablaufen und was du anziehst, steht unter Wattenmeer und Wattwandern.
Wann du kommen solltest
Juli und August sind warm, komplett geöffnet und voll. Unterkünfte sind dann Monate vorher weg, besonders in den niederländischen Sommerferien. Mai, Juni und September sind die beste Zeit: mildes Wetter, lange Tage, geöffnete Betriebe und deutlich weniger Betrieb auf den Radwegen.
Frühjahr und Herbst gehören den Vögeln und den Sturmspaziergängern. Im Winter schließen viele Restaurants und Verleihe, die Fähren fahren seltener, und ganze Inseln fallen in eine Art Winterschlaf. Wer dann kommt, sollte das wollen und vorher prüfen, ob die Unterkunft und ein Laden vor Ort geöffnet haben.
Häufige Fragen
Welche Wattinsel eignet sich am besten für einen Tagesausflug?
Texel. Die Fähre ab Den Helder braucht nur rund zwanzig Minuten und fährt häufig, dadurch bleibt genug Zeit auf der Insel. Leih dir am Hafen ein Rad, fahr zu einem Strandaufgang und nimm einen der Orte mit. Die anderen vier Inseln liegen weiter draußen, dort lohnt sich ein Tagestrip kaum, weil allein die Überfahrten mehrere Stunden kosten.
Auf welchen Wattinseln sind Autos verboten?
Auf Vlieland und Schiermonnikoog dürfen Besucher keine Autos mitbringen. Du parkst am Fährhafen in Harlingen beziehungsweise Lauwersoog und bewegst dich auf der Insel mit Rad, Bus und zu Fuß. Auf Texel, Terschelling und Ameland ist das Auto erlaubt, sinnvoll ist es meist trotzdem nicht: Die Inseln sind flach, die Radwege dicht und Parkraum knapp.
Muss man die Fähre zu den Wattinseln vorher buchen?
Mit Fahrzeug immer. Ohne Auto kommst du außerhalb der Hauptsaison meist auch spontan mit, in den Sommerferien und an Feiertagswochenenden solltest du aber reservieren. Die Fahrpläne hängen teilweise von den Gezeiten ab und sind in der Nebensaison ausgedünnt. Plan Puffer ein, wenn du eine bestimmte Rückfahrt erreichen musst.
Welche Insel ist die ruhigste?
Schiermonnikoog. Die Insel ist komplett Nationalpark, hat ein einziges Dorf und lässt keine Besucherautos zu. Vlieland liegt knapp dahinter, ebenfalls autofrei für Gäste und mit viel Dünenwildnis. Beide sind ideal für Spaziergänge, Vögel und frühe Abende, aber nichts für Leute, die Auswahl an Lokalen und Programm brauchen.
Kann man auf eigene Faust durchs Watt laufen?
Nein. Wattwandern ist nur mit lizenziertem Führer erlaubt. Der Grund sind die Priele, die sich beim auflaufenden Wasser zuerst füllen, und der Nebel, der binnen Minuten aufzieht. Geführte Touren starten vom Festland, dauern je nach Variante zwei bis sechs Stunden und richten sich nach den Gezeiten, nicht nach deinem Terminplan.
Wie warm wird das Wasser an den Inselstränden?
Im Hochsommer liegt die Nordsee meist bei etwa 17 bis 19 Grad, im Frühsommer deutlich darunter. Der Wind ist der größere Faktor: Er weht fast immer und senkt die gefühlte Temperatur spürbar. Nimm einen Windschutz mit, und achte auf die Flaggen der Rettungswacht sowie auf ablandigen Wind, wenn Kinder mit Luftmatratzen ins Wasser wollen.






