Limburg · Maastricht

Buchhandlung in der Dominikanerkirche

Von außen ist es eine gotische Kirche aus dem 13. Jahrhundert, innen ein Buchladen. Mitten ins Schiff der ehemaligen Dominikanerkirche haben die Architekten ein dreistöckiges schwarzes Stahlregal gestellt, über das du hinaufsteigst, bis du fast auf Höhe der Gewölberippen stehst und von oben auf die Leute zwischen den Regalen schaust.

Reingehen kostet nichts, der Laden ist ein normaler Buchladen mit normalen Öffnungszeiten, und du brauchst zwanzig Minuten. Genau diese Mischung macht ihn zum Ziel, das in Maastricht fast niemand auslässt.

Buchhandlung in der Dominikanerkirche
Foto: Hermann Luyken, Public domain · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • GebäudeDominikanerkirche, Ende des 13. Jahrhunderts
  • Umbau2006 zur Buchhandlung
  • Eintrittfrei
  • Dauer20 bis 45 Minuten
  • BesonderheitCafé im Chor unter mittelalterlichen Wandmalereien
  • Lagezwei Minuten westlich des Vrijthof

Warum eine Kirche zum Buchladen wurde

Die Dominikaner bauten die Kirche gegen Ende des 13. Jahrhunderts. Ende des 18. Jahrhunderts, unter französischer Herrschaft, wurde das Kloster aufgehoben, und ab da war das Gebäude alles Mögliche: Lager, Ausstellungshalle, Veranstaltungsort für Karneval, zeitweise Fahrradabstellraum. Eine Kirche ohne Gemeinde, mitten in der Stadt, für die niemand eine Idee hatte.

2006 kam die Idee. Ein Amsterdamer Architekturbüro bekam die Aufgabe, auf gut 750 Quadratmetern Grundfläche die Verkaufsfläche eines großen Buchladens unterzubringen, ohne den Kirchenraum zuzubauen. Die Lösung war der Griff nach oben: ein freistehendes Stahlregal über drei Ebenen an einer Seite des Schiffs, das nichts berührt und jederzeit wieder herausgenommen werden könnte. Der Rest des Raums bleibt leer und hoch.

Kurz nach der Eröffnung kürte eine britische Zeitung den Laden zum schönsten Buchladen der Welt. Seitdem steht er in jedem Reiseführer, und die Stadt hat eine Sehenswürdigkeit, die keinen Eintritt kostet.

Was du drinnen suchst

Geh zuerst ganz nach hinten und dann nach oben. Von der obersten Ebene des Stahlregals siehst du das Gewölbe aus wenigen Metern Entfernung, dazu den ganzen Raum von oben. Das ist der Blick, für den die meisten kommen, und morgens hast du ihn oft allein.

Danach in den Chor. Dort steht ein großer kreuzförmiger Tisch, an dem Kaffee ausgeschenkt wird, und darüber sind Reste mittelalterlicher Wandmalereien zu sehen. An den Wänden erkennst du außerdem, wie oft der Raum umgebaut wurde: zugesetzte Türen, abgeschlagener Putz, Spuren von Zwischendecken.

Das Sortiment ist überwiegend niederländisch, dazu eine solide englische Abteilung und ein kleiner Tisch mit Büchern über Maastricht und Limburg. Deutschsprachiges gibt es kaum. Als Mitbringsel funktionieren die Bildbände, für die du keine Sprache brauchst.

Tipp: Nimm den Kaffee im Chor nicht als Pflichtprogramm, sondern als Trick gegen den Andrang. Setz dich zwanzig Minuten hin, lass die Gruppe abziehen, die gerade hereinkommt, und geh danach noch einmal nach oben. Der Unterschied ist erheblich.

Tickets: Es gibt keine. Der Laden hat normale Ladenöffnungszeiten, du gehst hinein wie in jede Buchhandlung, und niemand erwartet, dass du etwas kaufst. Achte nur darauf, dass der Raum gelegentlich für Lesungen und Konzerte genutzt wird, dann ist ein Teil abgesperrt. Bezahlt wird mit Karte, Bargeld nehmen viele Läden in Maastricht nicht mehr an.

Wie du den Besuch einbaust

Die Kirche liegt in einer Gasse westlich des Vrijthof, zwei Minuten zu Fuß. Damit ist die Reihenfolge klar: erst Basilika und Schatzkammer, dann hierher, dann weiter Richtung Onze-Lieve-Vrouweplein zum Mittagessen. Wer danach noch Lust auf Umnutzung hat, geht in Wyck und Céramique auf die andere Maasseite, wo eine ganze Fabrik neu bespielt wird.

Bei Regen ist diese Ecke der Stadt Gold wert, weil alle Ziele in Gehweite liegen. Die vollständige Liste steht unter Maastricht Sehenswürdigkeiten, das Drumherum unter Maastricht.

Gut zu wissen: Das Gebäude ist entweiht, ein Gottesdienst findet hier nicht mehr statt. Trotzdem gilt drinnen die Lautstärke einer Bibliothek, und das Personal weist Gruppen darauf hin. Fotografieren ist in Ordnung, Stative und Blitz sind es nicht.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istAn Samstagen und an Regentagen ist es voll, vor allem auf der Treppe des Stahlregals. Geh dann zuerst nach oben und arbeite dich nach unten, oder komm eine Stunde vor Ladenschluss wieder, dann ist es merklich leerer.
  • Wenn es regnetDer perfekte Regenplan, weil du trocken stehst und der Vrijthof mit Basilika, Schatzkammer und Turm zwei Minuten entfernt liegt. Drei Innenräume hintereinander füllen einen nassen Vormittag ohne Umwege.
  • Mit KindernEs ist ein Buchladen, kein Spielplatz, aber die Treppe im Stahlregal finden Kinder gut, und es gibt eine Kinderabteilung. Halte es kurz und plane danach etwas mit Bewegung, etwa den Turm oder den Stadtpark an der Stadtmauer.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDas Erdgeschoss ist eben und gut befahrbar, das Kopfsteinpflaster davor nicht. In die oberen Ebenen des Regals führt eine Stahltreppe. Wer sie nicht nutzen kann, verpasst den Blick von oben, sieht den Kirchenraum unten aber vollständig.

Häufige Fragen

Was kostet der Eintritt in die Boekhandel Dominicanen?

Nichts. Es ist eine Buchhandlung und kein Museum, du gehst während der normalen Ladenöffnungszeiten hinein und wieder hinaus. Auch die oberen Ebenen des Stahlregals und der Chor mit dem Café sind frei zugänglich. Einen Kaffee oder ein Buch zu kaufen ist eine faire Geste, verlangt wird es nicht.

Lohnt sich der Besuch, wenn ich kein Niederländisch lese?

Ja, denn du kommst wegen des Raums. Das Zusammenspiel aus gotischem Gewölbe und schwarzem Stahl funktioniert ohne eine einzige Zeile Text. Für Lesestoff gibt es eine gut sortierte englische Abteilung und Bildbände über die Stadt. Deutschsprachige Bücher findest du dagegen nur vereinzelt.

Wie lange sollte man einplanen?

Zwanzig Minuten für den Raum, eine gute Stunde, wenn du im Chor Kaffee trinkst und in Ruhe blätterst. Weil der Laden zwei Minuten vom Vrijthof entfernt liegt, brauchst du keinen eigenen Programmpunkt dafür. Die meisten hängen ihn zwischen Basilika und Mittagessen.

Wann ist es dort am ruhigsten?

Direkt nach dem Öffnen und in der letzten Stunde vor Ladenschluss. Am vollsten ist es samstags, an Regentagen und in den deutschen und belgischen Ferien, weil dann alle gleichzeitig etwas Trockenes suchen. Unter der Woche vormittags stehst du auf der obersten Ebene oft allein.

Darf man in der Buchhandlung fotografieren?

Ja, für den privaten Gebrauch und ohne Blitz. Stative sind nicht gern gesehen, weil die Gänge eng sind. Der beste Standort ist die oberste Ebene des Stahlregals mit Blick zurück ins Schiff, der zweitbeste unten in der Mitte mit der Kamera nach oben.