Provinz Groningen · Groningen

Martiniturm & Grote Markt

Der Martiniturm ist das Wahrzeichen von Groningen und mit 97 Metern das höchste Bauwerk der Stadt. Die Groninger nennen ihn d'Olle Grieze, die alte Graue. Wer die Stufen nimmt, steht am Ende über den Dächern und schaut bei klarer Luft über das flache Land bis zum Wattenmeer.

Hier steht, wie der Aufstieg abläuft, was du von oben wirklich siehst, warum der Grote Markt so neu aussieht und was du dir sparen kannst, wenn du Enge oder Höhe nicht magst.

Martiniturm & Grote Markt
Foto: Wutsje, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Höhe97 Meter
  • Spitznamed'Olle Grieze, die alte Graue
  • Heutiger Turmim 15. Jahrhundert vollendet
  • Aufstiegüber 200 Stufen, kein Aufzug
  • Dauer45 Minuten bis 1 Stunde
  • LageGrote Markt, mitten im Zentrum

Ein Turm, drei Anläufe

Der Martiniturm gehört zur Martinikerk, der ältesten Kirche der Stadt, und ist nicht der erste an dieser Stelle. Die Vorgänger fielen Blitz und Feuer zum Opfer, der heutige Turm entstand im 15. Jahrhundert und blieb danach über fünfhundert Jahre stehen. Seine 97 Meter waren im flachen Norden lange die höchste Marke weit und breit.

Der Spitzname sagt viel über das Verhältnis der Stadt zu ihrem Turm: d’Olle Grieze, im Groninger Platt die alte Graue. Er taucht auf Bierdeckeln auf, in Vereinsnamen und auf Souvenirs, und wenn Groninger den Weg beschreiben, ist er der Bezugspunkt für alles.

Der Aufstieg: eng, steil, lohnend

Nach oben geht es zu Fuß, einen Aufzug gibt es nicht. Über zweihundert Stufen führen über Wendeltreppen und Holzstiegen an mehreren Zwischenetagen vorbei, und der Weg ist an manchen Stellen so schmal, dass Auf- und Absteigende sich abwechseln müssen. Wer klaustrophobisch ist oder schlechte Knie hat, sollte das ehrlich einschätzen.

Belohnt wirst du auf zwei Ebenen. Unterwegs kommst du am Glockenwerk vorbei: Das Carillon gehört zu den bedeutenden des Landes, ein Teil der Glocken stammt aus dem 17. Jahrhundert von den Brüdern Hemony. Wenn jemand spielt, während du danebenstehst, vergisst du das nicht. Ganz oben stehst du hinter Gittern im Wind und schaust auf eine Stadt, die von hier oben erstaunlich kompakt wirkt.

Was du von oben siehst

Nach unten den Grote Markt und das Dach des Forum Groningen, dahinter den grünen Streifen des Diepenrings. Nach Nordwesten das Noorderplantsoen, nach Süden der Bahnhof mit dem bunten Klotz des Museums davor. Und darüber hinaus: Land, Land, Land. Groningen liegt so flach, dass der Horizont bei guter Sicht zwanzig Kilometer und mehr weit weg ist, bis an den Deich und die Wattenküste.

Deshalb hängt viel am Wetter. Bei tiefer Wolkendecke oder Dunst siehst du die Stadt, aber nicht das Land, und der halbe Reiz fällt weg. Schau vorher aus dem Fenster und geh notfalls einen Tag später.

Gut zu wissen: Die Martinikerk neben dem Turm ist eigenständig und wird getrennt betrieben, mit eigenem Eingang, eigenen Zeiten und eigenem Ticket. Drinnen warten mittelalterliche Gewölbemalereien und eine Orgel, die zu den bedeutendsten historischen Instrumenten Europas zählt und Ende des 17. Jahrhunderts von Arp Schnitger erweitert wurde. Wer Orgeln mag, plant hier mehr Zeit ein als für den Turm.

Der Grote Markt: warum hier so wenig alt aussieht

Der Platz wirkt zusammengesetzt, und das ist er auch. Im April 1945 tobte hier tagelang der Kampf um die Befreiung der Stadt, die Nord- und die Ostseite samt der Waagstraat brannten fast vollständig aus. Was du heute siehst, ist Wiederaufbau in mehreren Etappen, zuletzt mit der Öffnung zur Nieuwe Markt hinter dem Forum.

Das Ergebnis ist kein hübscher Postkartenplatz, sondern ein Gebrauchsplatz: Terrassen an der Sonnenseite, Marktstände an mehreren Tagen der Woche, Fahrräder in jeder Lücke. Schöner ist der Vismarkt eine Häuserzeile weiter, wo die Korenbeurs und die Der Aa-Kerk stehen. Beide Plätze zusammen sind das Zentrum, weiter musst du nicht laufen. Was rundherum noch lohnt, steht unter Groningen Sehenswürdigkeiten.

Vor Ort: Anreise und Kombination

Vom Bahnhof läufst du in einer guten Viertelstunde her, mit dem Bus fährst du bis an den Rand des Zentrums, direkt vor den Turm kommt kein Auto. Wie das Ein- und Auschecken im Bus funktioniert und wo du das Auto abstellst, steht unter Verkehr in Groningen. Vorsicht beim Aussteigen: Rund um den Platz kreuzt ständig Radverkehr.

Am besten kombinierst du den Turm mit dem Forum, das zwei Minuten entfernt liegt: erst hoch für die Weitsicht, dann auf die freie Dachterrasse für den Blick auf den Turm selbst. Der ruhigste Kontrast danach ist der Prinsentuin hinter der Kirche. Wo du danach isst, steht unter Essen und Trinken in Groningen.

Tickets: Der Aufstieg läuft in Zeitfenstern und mit begrenzter Gruppengröße, weil die Treppe eng ist. Buch online, dann bekommst du deine Uhrzeit sicher, und leg das Zeitfenster nach Möglichkeit auf einen klaren Vormittag. Bezahlt wird auch hier mit Karte. Öffnungszeiten und Termine stehen auf der offiziellen Website des Turms, im Winter sind sie kürzer.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istVoll wird es an Wochenendnachmittagen und in den Ferien. Buch dann ein Zeitfenster am frühen Vormittag. Wenn alles weg ist, geh aufs Forum-Dach, das kostet nichts, und versuch den Turm am nächsten Morgen noch einmal.
  • Wenn es regnetBei Regen bringt der Aufstieg nichts. Geh stattdessen in die Martinikerk nebenan, ins Forum oder ins Groninger Museum, alle drei liegen im Umkreis von zehn Gehminuten und sind trocken.
  • Mit KindernAb etwa Grundschulalter funktioniert das gut, Kinder zählen die Stufen von allein. Für Kinderwagen ist der Turm nichts, und ganz kleine Kinder trägst du am Ende die letzten Etappen. Plane danach eine Pause auf dem Platz ein.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDer Turm ist nicht barrierefrei: enge Wendeltreppen, hohe Holzstufen, kein Aufzug. Mit Rollstuhl, Rollator oder schmerzenden Knien ist er nicht machbar. Der Platz davor ist eben gepflastert, das Kopfsteinpflaster in den Seitengassen ist dagegen uneben.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Martiniturm in Groningen?

97 Meter. Damit ist er das höchste Gebäude der Innenstadt und war lange das höchste Bauwerk im ganzen Norden der Niederlande. Der heutige Turm entstand im 15. Jahrhundert, nachdem zwei Vorgänger durch Blitzschlag und Feuer zerstört worden waren. Er gehört zur Martinikerk, die direkt daneben steht.

Wie viele Stufen hat der Martiniturm?

Es sind über zweihundert Stufen bis zur obersten zugänglichen Ebene, verteilt auf Wendeltreppen und Holzstiegen mit mehreren Zwischenetagen zum Verschnaufen. Einen Aufzug gibt es nicht. An engen Stellen musst du warten, bis dir jemand entgegengekommen ist. Wer normal zu Fuß unterwegs ist, schafft den Aufstieg in zehn bis fünfzehn Minuten.

Kann man vom Martiniturm das Wattenmeer sehen?

Bei klarer Luft ja, zumindest den Küstenstreifen im Norden. Das Land um Groningen ist so flach, dass der Blick über zwanzig Kilometer und mehr reicht. Bei Dunst, Regen oder tiefer Bewölkung siehst du dagegen nur die Stadt. Prüfe deshalb vor dem Buchen des Zeitfensters die Sicht.

Muss man den Aufstieg auf den Martiniturm vorher buchen?

Empfehlenswert ist es. Der Aufstieg läuft in Zeitfenstern mit begrenzter Gruppengröße, weil die Treppe schmal ist, und an Wochenenden sind gute Zeiten schnell weg. Unter der Woche und außerhalb der Ferien bekommst du oft noch spontan einen Platz. Öffnungszeiten wechseln mit der Saison, prüfe sie auf der offiziellen Website.

Was gibt es am Grote Markt in Groningen zu sehen?

Der Platz ist Marktplatz, Terrassenfläche und Verkehrsknoten in einem. Er wurde im April 1945 bei den Kämpfen um die Befreiung der Stadt schwer zerstört und danach mehrfach neu bebaut, zuletzt zur Nieuwe Markt hin. Alt und geschlossen wirkt dagegen der Vismarkt eine Häuserzeile weiter, mit Korenbeurs und Der Aa-Kerk.