Provinz Groningen · Groningen

Prinsenhof & Prinsentuin

Zwei Minuten von der Martinikerk entfernt liegt ein ummauerter Renaissancegarten, an dem die meisten Besucher vorbeilaufen, weil man ihn von der Straße aus nicht sieht. Hinter dem Tor warten Buchshecken in strengen Mustern, Rosenbögen, ein Kräuterteil und eine alte Sonnenuhr. Eintritt kostet das nichts.

Hier steht, was der Prinsenhof mit dem Garten zu tun hat, wann du hineinkommst, wie du das Tor findest und warum das der beste Pausenplatz im Zentrum von Groningen ist.

Prinsenhof & Prinsentuin
Foto: Roger Veringmeier, CC BY 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Wasummauerter Garten im Renaissancestil
  • PrinsenhofKloster, später Residenz des Statthalters
  • Eintrittfrei
  • Saisonnur im Sommerhalbjahr geöffnet
  • Dauer30 bis 45 Minuten
  • Lagehinter dem Martinikerkhof, im Zentrum

Vom Kloster zur Statthalterresidenz

Der Prinsenhof ist ein Backsteinkomplex mit Innenhöfen und Treppengiebeln, der im 15. Jahrhundert als Ordenshaus begann. Später residierte hier der Bischof, danach der Statthalter, und daher kommt der Name: Hof des Prinzen. Im 20. Jahrhundert saß jahrzehntelang der regionale Rundfunk in den Räumen, heute wird das Gebäude gastronomisch und als Hotel genutzt.

Für dich als Gast ist vor allem der Weg drumherum interessant. Vom Grote Markt aus gehst du an der Martinikerk vorbei auf den Martinikerkhof, einen ruhigen Platz mit alten Häusern, an dem auch das Provinzhaus steht. Von dort führt eine schmale Passage in den Garten, ein zweiter Zugang liegt am Wasser des Turfsingel.

Der Garten: klein, streng, still

Der Prinsentuin ist keine Parkanlage, sondern ein Gartenzimmer: Mauern ringsherum, gerade Wege, niedrige Buchshecken, die Beete in Muster teilen, dazwischen Rosen, Stauden und Kräuter. Angelegt wurde die heutige Form im 20. Jahrhundert nach dem Vorbild eines Gartens des 17. Jahrhunderts. Über einem der Tore sitzt eine alte Sonnenuhr, eines der beliebtesten Fotomotive der Stadt.

Die Wirkung entsteht durch die Mauern. Draußen radelt die halbe Stadt vorbei, drinnen hörst du Vögel und Kies unter den Schuhen. Der Garten ist in zehn Minuten abgelaufen, aber genau das ist der Punkt: Du setzt dich auf eine Bank, machst nichts, und danach hast du wieder Lust auf die nächste Kirche. Im Sommer gibt es meist in einer Ecke Tee und Kuchen.

Gut zu wissen: Der Garten hat Saison. Im Sommerhalbjahr stehen die Tore offen, im Winter bleiben sie zu, und auch die Öffnungszeiten enden am Nachmittag früher, als man denkt. Prüfe das am selben Tag, bevor du extra hinläufst. Von außen siehst du durch die Mauer nichts.

Rundherum: die stille Ecke von Groningen

Die Gegend zwischen Martinikerkhof, Oude Boteringestraat und Turfsingel ist der ruhigste Teil der Innenstadt. Hier stehen alte Stadthäuser, das Universitätsviertel beginnt gleich um die Ecke, und im Vergleich zum Grote Markt zwei Minuten entfernt ist fast niemand unterwegs. Ein guter Umweg auf dem Weg vom Martiniturm zum Kanalring.

Wer mehr Grün will, geht weiter ins Noorderplantsoen, den großen Stadtpark im Nordwesten. Der Unterschied ist deutlich: Hier Ordnung hinter Mauern, dort Wiese, Wasser und die halbe Stadt im Gras. Beides zusammen ist ein guter Nachmittag. Alle weiteren Ziele stehen unter Groningen Sehenswürdigkeiten, eine Kaffeepause findest du unter Essen und Trinken in Groningen.

Tickets: Für den Prinsentuin brauchst du keins, der Eintritt ist frei und es gibt keine Kasse. Buchen musst du nur, wenn du im Prinsenhof selbst essen oder übernachten willst, das läuft über die jeweiligen Betriebe. Ob der Garten an deinem Reisetag geöffnet ist, prüfst du am besten kurz vorher online, die Saison endet im Herbst.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istVoll wird es hier praktisch nie, dafür ist der Garten zu unbekannt. Wenn doch eine Gruppe da ist, geh zehn Minuten zum Martinikerkhof oder an den Turfsingel und komm zurück, sie ziehen schnell weiter.
  • Wenn es regnetBei Regen bringt ein offener Garten wenig. Weich auf die Martinikerk aus oder geh die zwei Minuten zum Forum, wo du dich trocken stundenlang aufhalten kannst.
  • Mit KindernFür kleine Kinder ist der Garten schnell langweilig, hier gibt es nichts zu klettern und Rennen ist unpassend. Mit Kindern lohnt das Noorderplantsoen deutlich mehr, dort gibt es Wiese, Wasser und Platz.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDie Wege im Garten sind eben, teils mit Kies, das ist mit Rollstuhl machbar, aber etwas mühsam. Der Weg dorthin führt über Kopfsteinpflaster rund um den Martinikerkhof. Der Zugang vom Turfsingel ist der flachere.

Häufige Fragen

Kostet der Prinsentuin in Groningen Eintritt?

Nein, der Garten ist frei zugänglich, es gibt keine Kasse und kein Ticket. Bezahlen musst du nur, wenn du im Prinsenhof essen oder übernachten willst. Weil der Garten wenig bekannt ist, hast du ihn oft fast für dich allein, obwohl er mitten im Zentrum liegt.

Wann ist der Prinsentuin geöffnet?

Nur im Sommerhalbjahr, im Winter bleiben die Tore geschlossen. Auch tagsüber endet die Öffnung früher als bei Museen, oft schon am Nachmittag. Prüfe deshalb kurz vor deinem Besuch online, ob offen ist, denn von außen siehst du wegen der Mauern nicht, ob sich der Weg lohnt.

Wo findet man den Eingang zum Prinsentuin?

Es gibt zwei Zugänge. Der erste liegt an der Seite des Martinikerkhofs, hinter der Martinikerk, und führt durch eine schmale Passage. Der zweite liegt am Wasser des Turfsingel. Vom Grote Markt läufst du fünf Minuten, an der Kirche vorbei und dann nach links.

Lohnt sich der Prinsenhof selbst?

Von innen nur bedingt, denn das Gebäude wird heute als Hotel und Gastronomie genutzt und ist kein Museum. Sehenswert sind der Backsteinbau von außen, die Innenhöfe und vor allem der Garten dahinter. Wer Geschichte will, kombiniert den Besuch mit der Martinikerk und dem Universitätsviertel gleich nebenan.