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Rijksmuseum: Tickets & Rundgang

Das Rijksmuseum ist das Nationalmuseum der Niederlande und das einzige Haus der Welt, in dem du Rembrandts Nachtwache siehst. Dazu kommen mehrere Vermeers, Frans Hals, Delfter Blau, Puppenhäuser und ein Schiffsheck, das durch zwei Stockwerke reicht. Die Sammlung ist chronologisch geordnet, du läufst also durch die Jahrhunderte.

Das Haus ist groß genug, um dich zu erschöpfen, wenn du planlos hineingehst. Hier steht, welche Route bei zwei Stunden funktioniert, wie du an ein Zeitfenster kommst und was rund um das Museum gratis ist.

Rijksmuseum: Tickets & Rundgang
Foto: Basile Morin, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • ProvinzNordholland
  • Eröffnet1885, Architekt Pierre Cuypers
  • Wiedereröffnung2013 nach zehn Jahren Umbau
  • Bekanntestes WerkDie Nachtwache, Rembrandt, 1642
  • Dauer2 bis 3 Stunden
  • LageMuseumplein, Tram oder 30 Minuten zu Fuß vom Dam

Was du wirklich sehen willst

Die Nachtwache hängt am Ende der Ehrengalerie im zweiten Stock, allein in einem eigenen Saal. Sie ist größer als die meisten erwarten, und sie zeigt keine Nacht, sondern eine Bürgerwehr in Bewegung, festgehalten 1642. Auf dem Weg dorthin hängen mehrere Vermeers, darunter das Milchmädchen und die Briefleserin in Blau, dazu Frans Hals und Jan Steen.

Der Rest des Hauses ist breiter aufgestellt, als viele denken. Delfter Blau, silberne Trinkgefäße, das Puppenhaus einer Kaufmannsfrau, Schiffsmodelle, Waffen, ein Segelflugzeug und eine Bibliothek, die aussieht wie ein Filmset. Wer nur die Bilder abarbeitet, verpasst die Hälfte.

Zwei Dinge helfen beim Schauen. Erstens: Die Nachtwache wurde 1715 an den Rändern beschnitten, damit sie zwischen zwei Türen im Rathaus passte, links fehlen dadurch zwei Figuren. Zweitens: Von Vermeer sind weltweit nur etwa drei Dutzend Bilder erhalten, und hier hängen gleich mehrere davon in einem Saal. Das relativiert die Frage, ob sich der Eintritt lohnt.

Tipp: Der ruhigste Moment ist die letzte Stunde vor Schluss. Die Reisegruppen sind weg, das Licht in der Ehrengalerie wird weicher, und vor der Nachtwache stehen statt fünfzig Leuten noch zehn. Dafür musst du dich auf zwei Räume beschränken, aber die hast du dann fast für dich.

Das Gebäude ist selbst ein Exponat

Pierre Cuypers baute das Museum 1885 als Backsteinbau mit Türmen, Spitzbögen und Buntglas. Zeitgenossen spotteten, der katholische Architekt habe eine Kathedrale statt eines Museums gebaut, und der Streit darüber begleitete die Eröffnung. Wenn du im Erdgeschoss stehst und nach oben schaust, verstehst du den Vorwurf sofort.

Zwischen 2003 und 2013 wurde das Haus zehn Jahre lang umgebaut. Die spanischen Architekten legten die Innenhöfe frei und machten daraus die helle Eingangshalle, während Cuypers‘ Dekoration in den Sälen wieder sichtbar wurde. Hinten im Garten steht seitdem der Asiatische Pavillon, ein kleiner ruhiger Bau mit japanischen und indonesischen Skulpturen, in dem selten jemand ist.

Die Route, wenn du nur zwei Stunden hast

Nimm den Aufzug oder die Treppe direkt in den zweiten Stock und beginne mit der Ehrengalerie. Dort hängt das Goldene Zeitalter auf hundert Metern, das ist der Kern der Sammlung. Danach ein Stockwerk tiefer durch das 18. Jahrhundert, zum Schluss die Sonderausstellung, falls sie dich interessiert.

Alles andere ist Kür. Wenn du merkst, dass die Aufmerksamkeit nachlässt, hör auf. Zwei konzentrierte Stunden sind mehr wert als vier müde, und der Garten draußen wartet.

Mit mehr Zeit nimm anschließend die Spezialsammlungen im Untergeschoss, dort stehen Schiffsmodelle, Waffen und ganze Vitrinen voller Delfter Keramik. Am Ende noch kurz in die Bibliothek schauen, den Saal mit der gusseisernen Wendeltreppe. Er ist von einer Galerie aus einsehbar und einer der schönsten Räume des Hauses.

Tickets: Karten gibt es online mit fester Startzeit, in der Hochsaison und an Regentagen sind die beliebten Uhrzeiten einige Tage vorher weg. Der erste und der letzte Slot des Tages sind deutlich ruhiger. Museumkaart und Städtekarte bezahlen den Eintritt, ein Zeitfenster brauchst du trotzdem, das buchst du separat. Alles zu den Karten steht auf der Seite zur I amsterdam City Card.

Zur offiziellen Website

Museumsgarten und Fahrradtunnel

Der Garten an der Westseite ist frei zugänglich und wird oft übersehen. Dort stehen Skulpturen und alte Bauteile abgerissener Häuser, es gibt Bänke, und im Sommer läuft eine Ausstellung im Freien. Als Pause zwischen zwei Museen ist das die beste Adresse am Museumplein.

Unter dem Gebäude führt eine öffentliche Passage hindurch, durch die Radfahrer schießen und in der fast immer jemand Musik macht. Sie ist Teil des Hauses und trotzdem Straße: Bleib am Rand, stell dich nicht mitten in den Radweg und halte Kinder an der Hand. Mehr zu diesem Grundgesetz der Stadt steht auf der Seite zum Verkehr in Amsterdam.

Gut zu wissen: Große Rucksäcke, Regenschirme und Koffer musst du an der Garderobe abgeben, dafür gibt es Schließfächer. Bezahlt wird im Museum und im Café ausschließlich mit Karte, Bargeld nimmt das Haus nicht an. Fotografieren ohne Blitz ist in den Sammlungsräumen erlaubt, bei Sonderausstellungen nicht immer.

Was am selben Tag noch geht

Rijksmuseum und Van Gogh Museum liegen fünf Gehminuten auseinander, beide an einem Tag sind machbar, aber anstrengend. Wenn du es versuchst, leg eine echte Pause dazwischen, am besten auf der Wiese im Vondelpark. Wer lieber zwei ruhige Häuser will, kombiniert das Rijksmuseum mit dem Stedelijk Museum direkt nebenan.

Vom Museumplein läufst du in einer knappen halben Stunde zurück ins Zentrum, quer durch den Grachtengürtel. Diese Strecke ist selbst eine Sehenswürdigkeit, mehr dazu auf der Seite zu den Grachten und in der Übersicht der Sehenswürdigkeiten in Amsterdam.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istVor der Nachtwache steht immer eine Traube. Geh zuerst ans andere Ende der Ehrengalerie, arbeite dich zurück und komm später noch einmal wieder, dann hat sich die Gruppe aufgelöst. Sind die Zeitfenster für heute weg, probiere den letzten Slot des Tages oder weiche auf das Stedelijk aus.
  • Wenn es regnetEin Regentag ist der klassische Museumstag, entsprechend voll wird es. Buche dann unbedingt vorab und komm früh. Der Weg vom Trockenen ins Museum führt über den Innenhof, ein Schirm hilft für die letzten Meter.
  • Mit KindernEs gibt Suchspiele und Familienrouten, und das Schiffsheck, die Puppenhäuser und die Waffensäle ziehen auch kleinere Kinder. Plane trotzdem höchstens neunzig Minuten und danach den Museumsgarten oder den Vondelpark ein.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDas Haus ist auf Aufzüge und breite Wege ausgelegt und damit gut befahrbar, Rollstühle stehen am Eingang bereit. Anstrengend sind die Entfernungen im Gebäude selbst, plane Sitzpausen ein. Der Weg zum Eingang über den Innenhof ist eben.

Häufige Fragen

Muss man Tickets fürs Rijksmuseum vorher buchen?

In der Hochsaison und an Regentagen ja, dann sind die guten Uhrzeiten Tage vorher vergeben. Im Winter und unter der Woche kommst du oft noch am selben Tag hinein. Buche in jedem Fall online, denn die Tickets laufen mit fester Startzeit, und mit Museumkaart oder City Card brauchst du trotzdem ein Zeitfenster.

Wie lange braucht man im Rijksmuseum?

Zwei Stunden für die Ehrengalerie und die Höhepunkte, drei Stunden für einen entspannten Rundgang mit Pause. Wer die ganze Sammlung sehen will, kommt an einem Tag nicht durch, das Haus hat achtzig Säle. Für die meisten Besucher ist die Route über den zweiten Stock die richtige Entscheidung.

Wo hängt die Nachtwache?

Am Ende der Ehrengalerie im zweiten Stock, in einem eigenen Saal am Kopf der Achse. Du kannst nicht daran vorbeilaufen, die ganze Galerie führt darauf zu. Davor steht immer eine Gruppe, komm einfach später noch einmal vorbei, dann hast du das Bild für ein paar Minuten fast für dich.

Ist der Garten des Rijksmuseums kostenlos?

Ja, der Museumsgarten an der Westseite ist frei zugänglich, du brauchst kein Ticket. Dort stehen Skulpturen, alte Torbögen und Bänke, im Sommer läuft eine Ausstellung im Freien. Auch die Fahrradpassage unter dem Gebäude ist öffentlich, dort musst du allerdings auf die Radfahrer achten.

Rijksmuseum oder Van Gogh Museum, was zuerst?

Nimm das Haus mit dem knapperen Zeitfenster zuerst, in der Regel ist das Van Gogh. Inhaltlich ist die Reihenfolge Rijksmuseum und dann Van Gogh angenehmer, weil du vom Goldenen Zeitalter ins 19. Jahrhundert läufst. Beide an einem Tag gehen, aber plane mindestens eine Stunde Pause dazwischen ein.