Nordholland · Amsterdam

Dam, Königspalast & Nieuwe Kerk

Der Dam ist der Platz, nach dem die Stadt heißt: Hier wurde im 13. Jahrhundert ein Damm in die Amstel gebaut, daraus wurde Amstelredamme und daraus Amsterdam. Heute stehen hier der Königspalast, die Nieuwe Kerk und das Nationale Monument, dazwischen Straßenkünstler, Tauben und sehr viele Menschen.

Ein Ort zum Verweilen ist der Dam nicht, dafür ist er zu laut. Als Startpunkt und zum Verstehen der Stadt ist er trotzdem Pflicht. Hier steht, was du in den drei Gebäuden erwartet und warum der Palast an manchen Tagen einfach geschlossen ist.

Dam, Königspalast & Nieuwe Kerk
Foto: MARELBU, CC BY 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • ProvinzNordholland
  • Königspalast1648 bis 1655 als Rathaus gebaut
  • ArchitektJacob van Campen
  • Nieuwe Kerkspätgotische Kirche, heute Ausstellungshaus
  • Nationales MonumentMahnmal von 1956, Gedenken am 4. Mai
  • Dauer1 bis 2 Stunden mit Palastbesuch

Der Platz und was darauf passiert

Der Dam war einst die Hafenkante der Stadt, davor lag offenes Wasser. Heute ist er ein gepflasterter Platz, auf dem sich alles kreuzt: Trams, Fahrräder, Straßenkünstler, Reisegruppen. An der Ostseite steht ein großes Kaufhaus, daneben ein Wachsfigurenkabinett, das viele für eine Sehenswürdigkeit halten und das keine ist.

Zwei Dinge sind praktisch wichtig. Erstens: Hier arbeiten Taschendiebe, halte dein Handy und deine Tasche vorn. Zweitens: Der Platz ist eine Verkehrsdrehscheibe, nicht der Ort für ein spontanes Gruppenfoto mitten auf den Gleisen. Wie sich der Dam ins Programm einordnet, steht in der Übersicht der Sehenswürdigkeiten in Amsterdam.

Der Königspalast: ein Rathaus, das Palast wurde

Jacob van Campen baute den mächtigen Sandsteinbau zwischen 1648 und 1655 als Rathaus, gegründet auf tausenden Holzpfählen im weichen Boden. Es war die Zeit, in der Amsterdam seinen Reichtum ausstellen wollte, entsprechend groß fiel alles aus. 1808 machte Louis Napoleon das Gebäude zum Palast, und beim Königshaus blieb es bis heute.

Innen ist der Bürgersaal der Höhepunkt: ein weiter Raum in Marmor, mit Karten der Erde und des Himmels im Fußboden, in dem du dich klein fühlst. Dazu kommen Empfangsräume mit Möbeln aus der französischen Zeit und Bilder aus dem Goldenen Zeitalter. Ein Audioguide ist normalerweise im Ticket enthalten.

Achtung: Der Palast ist ein Arbeitspalast des Königshauses. Für Staatsbesuche, Empfänge und Preisverleihungen schließt er, teils kurzfristig und teils für mehrere Tage. Prüfe am Tag vor deinem Besuch, ob geöffnet ist, sonst stehst du vor verschlossenen Türen.

Tickets: Tickets für den Palast bekommst du online oder vor Ort, ein festes Zeitfenster brauchst du in der Regel nicht. Wichtiger als die Buchung ist der Blick in den Kalender auf der offiziellen Website, weil dort die geschlossenen Tage stehen. Ob sich eine Städtekarte lohnt, steht auf der Seite zur I amsterdam City Card.

Zur offiziellen Website

Nieuwe Kerk: Krönungskirche ohne Turm

Die spätgotische Nieuwe Kerk steht direkt neben dem Palast und wirkt von außen unfertig, weil ihr Turm nie gebaut wurde. Im Inneren hängt eine große Orgel, im Chor steht das Grabmal des Seehelden Michiel de Ruyter. Hier werden niederländische Könige eingesetzt, und hier wurde geheiratet, wenn es das Königshaus betraf.

Gottesdienste finden kaum noch statt, stattdessen ist die Kirche ein Ausstellungshaus. Ob du hineinkannst und was es kostet, hängt deshalb davon ab, was gerade läuft. Zwischen zwei Ausstellungen bleibt sie auch mal zu.

Das Nationale Monument

Der weiße Pfeiler auf der Ostseite erinnert an die Opfer des Zweiten Weltkriegs und wurde 1956 eingeweiht. Am 4. Mai findet hier das nationale Totengedenken statt, abends um acht Uhr stehen zwei Minuten lang das Land und dieser Platz still. Wer zufällig an diesem Abend in Amsterdam ist, sollte das erlebt haben und sich still dazustellen.

Ansonsten ist die Treppe rund um das Monument der beliebteste Sitzplatz der Innenstadt. Das ist in Ordnung, laute Feiern direkt am Mahnmal sind es nicht.

Tipp: Komm vor neun Uhr morgens auf den Dam. Dann fahren nur Trams, die Fassade des Palastes hat Licht von vorn, und du siehst zum ersten und einzigen Mal, wie groß dieser Platz eigentlich ist.

Was in der Nähe liegt

Vom Dam sind es fünf Minuten in den Wallen, fünf Minuten bis zur Herengracht und damit in den Grachtengürtel, zehn Minuten zum Begijnhof und eine Viertelstunde bis in den Jordaan. Damit ist der Platz der natürliche Startpunkt für den ersten Tag, mehr dazu auf der Seite zu den Grachten. Zum Essen läufst du besser ein paar Straßen weiter, direkt am Dam zahlst du Lage statt Qualität, Empfehlungen stehen auf der Seite zu Essen und Trinken.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istAuf dem Dam ist immer etwas los, das lässt sich nicht umgehen. Wenn dir der Trubel zu viel wird, geh zwei Straßen weiter in den Begijnhof oder Richtung Grachtengürtel, dort wird es sofort ruhig. Im Palast selbst verteilen sich die Besucher gut, dort ist es fast immer entspannt.
  • Wenn es regnetPalast und Nieuwe Kerk sind der perfekte Regenplan, beide liegen nebeneinander und du bist trocken. Ist der Palast wegen einer Veranstaltung zu, bleibt die Kirche, und im Kaufhaus an der Ostseite kannst du dich unterstellen.
  • Mit KindernDer Palast ist für Kinder eher zäh, es gibt aber eine eigene Route mit Audioguide. Draußen entschädigen Straßenkünstler und Tauben. Halte Kinder in der Nähe der Trams an der Hand, der Platz ist unübersichtlich.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDer Dam ist eben und gepflastert, gut zu befahren. Der Palast hat einen Aufzug und ist weitgehend zugänglich, der historische Boden ist allerdings uneben. Die Nieuwe Kerk ist ebenerdig, der Zugang liegt an der Seite zum Platz.

Häufige Fragen

Kann man den Königspalast in Amsterdam besichtigen?

Ja, an den meisten Tagen im Jahr. Weil der Palast weiterhin für Staatsbesuche und Empfänge genutzt wird, schließt er allerdings regelmäßig, teils kurzfristig. Der Kalender auf der offiziellen Website ist deshalb wichtiger als die Ticketbuchung. Innen sehenswert ist vor allem der Bürgersaal mit den Weltkarten im Marmorboden.

Was kann man am Dam in Amsterdam sehen?

Den Königspalast, die Nieuwe Kerk und das Nationale Monument, alle drei stehen direkt nebeneinander. Der Platz selbst ist Verkehrsdrehscheibe und Bühne für Straßenkünstler. Für den Platz reichen zwanzig Minuten, mit Palast und Kirche wird daraus eine gute Stunde. Taschendiebe sind hier ein echtes Thema.

Ist die Nieuwe Kerk in Amsterdam kostenlos?

Meistens nicht. Die Kirche wird als Ausstellungshaus genutzt, deshalb hängt der Eintritt davon ab, welche Ausstellung gerade läuft. Zwischen zwei Ausstellungen ist sie zeitweise geschlossen. Wer nur einen Blick auf die Architektur werfen möchte, schaut vorher auf die offizielle Website des Hauses.

Warum ist der Dam so voll?

Weil hier alles zusammentrifft: Der Platz liegt zwischen Hauptbahnhof und Einkaufsstraße, mehrere Tramlinien queren ihn, und drei Sehenswürdigkeiten stehen direkt daneben. Wirklich ruhig ist es nur früh am Morgen. Wer Trubel meiden will, nutzt den Dam als Durchgang und bleibt lieber am Grachtengürtel.