Auf einen Blick
- ProvinzNordholland
- Gegründet14. Jahrhundert
- Eintrittkostenlos, Öffnung tagsüber begrenzt
- BesonderheitHet Houten Huys, eines der ältesten Häuser der Stadt
- Letzte Beginestarb 1971
- Dauer20 bis 30 Minuten
Was ein Begijnhof ist
Beginen waren Frauen, die religiös lebten, arbeiteten und für sich selbst sorgten, ohne Gelübde abzulegen. Sie wohnten in eigenen Häusern rund um einen gemeinsamen Hof, konnten ihn wieder verlassen und heiraten. In Amsterdam entstand ein solcher Hof im 14. Jahrhundert, die letzte Begine starb 1971.
Der Hof hat den Wandel der Stadt überlebt, weil er nie städtischer Besitz war. Heute wohnen dort alleinstehende Frauen, die Häuser werden verwaltet wie eine Stiftung. Wenn du eintrittst, ist das ungefähr so, als würdest du durch einen fremden Innenhof laufen, was es genau genommen auch ist.
Achtung: Hier gelten Regeln, und sie sind ernst gemeint. Leise sprechen, keine Gruppen, keine Fotos von Fenstern und Türen, nicht auf den Rasen und nicht länger bleiben als nötig. Der Hof ist nur tagsüber offen und abends geschlossen. Wer sich danebenbenimmt, sorgt dafür, dass der Ort irgendwann ganz zumacht.
Das Holzhaus und die zwei Kirchen
Das auffälligste Gebäude ist das schwarz gestrichene Holzhaus mit weißen Fenstern, Het Houten Huys. Es stammt aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, aus der Zeit vor dem Verbot von Holzfassaden, das nach mehreren Stadtbränden erlassen wurde. Es ist eines der ältesten erhaltenen Häuser Amsterdams.
Dazu kommen zwei Kirchen, die die Religionsgeschichte der Stadt erzählen. Die Engelse Kerk war die alte Hofkapelle und ging in der Reformationszeit an eine englischsprachige Gemeinde. Weil die katholischen Bewohnerinnen ihren Gottesdienst danach nicht mehr öffentlich feiern durften, richteten sie gegenüber eine versteckte Kapelle in zwei Wohnhäusern ein. Von außen sieht man ihr das bis heute nicht an.
Gut zu wissen: Versteckte Kirchen gab es in Amsterdam öfter. Die Stadt tolerierte katholische Gottesdienste, solange sie von der Straße aus unsichtbar blieben. Genau dieses Prinzip erklärt, warum in der Altstadt hinter normalen Fassaden ganze Kirchenräume stecken.
Amsterdam Museum: die Stadt in einem Haus
Gleich nebenan liegt das Amsterdam Museum, das erzählt, wie aus einem Fischerdorf am Damm eine Handelsmacht wurde und was das mit der Stadt von heute zu tun hat. Es geht um Handel und Reichtum, aber auch um Kolonialgeschichte, Migration und die Frage, wem diese Stadt eigentlich gehört.
Das Stammhaus an der Kalverstraat, ein früheres Waisenhaus, wird umgebaut. Teile der Sammlung sind währenddessen an anderer Stelle in der Stadt zu sehen. Prüfe deshalb vor dem Besuch auf der offiziellen Website, wo die Ausstellung gerade läuft und was geöffnet ist.
Tickets: Der Begijnhof kostet keinen Eintritt und braucht keine Reservierung, du gehst einfach durch das Tor. Für das Amsterdam Museum kaufst du ein Ticket, entweder online oder vor Ort, ein Zeitfenster ist normalerweise nicht nötig. Museumkaart und Städtekarte gelten dort, mehr dazu auf der Seite zur I amsterdam City Card.
Wo der Eingang ist und was drumherum liegt
Der Hof liegt zwischen Spui und Kalverstraat, der Zugang ist eine schmale Tür, an der die meisten vorbeilaufen. Auf dem Spui findet freitags ein Büchermarkt statt, und von dort sind es zwei Minuten in die Negen Straatjes und damit in den Grachtengürtel.
Richtung Norden erreichst du in zehn Minuten den Dam, Richtung Westen in einer Viertelstunde den Jordaan mit weiteren Hofjes. Damit ist der Begijnhof der ideale Zwischenstopp auf dem ersten Rundgang, siehe auch die Übersicht der Sehenswürdigkeiten in Amsterdam.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istWenn sich am Tor Menschen stauen, warte fünf Minuten oder komm am frühen Morgen wieder. Der Hof ist klein und verträgt keine Massen. Alternativ findest du im Jordaan mehrere Hofjes, die dasselbe Gefühl geben und fast nie voll sind.
- Wenn es regnetDer Hof selbst ist offen, aber die beiden Kirchen sind bei Regen ein guter Unterschlupf, sofern sie geöffnet sind. Gleich nebenan liegen überdachte Passagen und das Amsterdam Museum, damit ist der Regenplan zu Fuß erreichbar.
- Mit KindernFür Kinder ist der Hof vor allem eine Übung im Leisesein, lang hält das niemand aus. Es hilft, ihn als kurzen Zwischenstopp einzubauen und danach etwas Bewegtes zu machen. Das Amsterdam Museum ist für Kinder deutlich interessanter.
- Mit eingeschränkter MobilitätDer Zugang führt durch ein enges Tor, dahinter ist der Weg eben und gepflastert, aber uneben. In die Kirchen führt jeweils eine Stufe. Insgesamt machbar, aber schmal, mit Rollstuhl brauchst du eine Begleitung für das Tor.
Häufige Fragen
Ist der Begijnhof in Amsterdam kostenlos?
Ja, der Eintritt ist frei und du brauchst kein Ticket. Der Hof ist allerdings nur tagsüber geöffnet und abends geschlossen, weil dort Menschen wohnen. Erwartet wird dafür Rücksicht: leise sprechen, keine Gruppen, nicht in die Fenster fotografieren und nicht auf dem Rasen herumlaufen.
Was ist im Begijnhof zu sehen?
Ein stiller Wohnhof aus dem 14. Jahrhundert mit Rasen und alten Häusern, dazu Het Houten Huys, eines der ältesten Häuser der Stadt mit Holzfassade. Außerdem zwei Kirchen: die frühere Hofkapelle, die heute einer englischsprachigen Gemeinde gehört, und eine versteckte katholische Kapelle gegenüber, die von außen wie ein Wohnhaus aussieht.
Wie lange braucht man für den Begijnhof?
Zwanzig bis dreißig Minuten. Der Hof ist klein, und länger zu bleiben wäre den Bewohnerinnen gegenüber auch unpassend. Ideal ist er als kurze Pause zwischen Dam und Grachtengürtel. Wer mehr Zeit hat, hängt das Amsterdam Museum nebenan an, dafür brauchst du dann ein bis zwei Stunden.
Lohnt sich das Amsterdam Museum?
Wenn dich interessiert, wie aus einem Dorf am Damm eine Handelsmacht wurde und wie die Stadt heute mit dieser Geschichte umgeht, ja. Beachte, dass das Stammhaus an der Kalverstraat umgebaut wird und Teile der Sammlung deshalb an anderer Stelle gezeigt werden. Schau vorher auf die offizielle Website.





