Auf einen Blick
- ProvinzNordholland
- LageNördlich des IJ, gegenüber dem Centraal Station
- FährenKostenlos, ohne Ticket und ohne Ein- oder Auschecken
- NDSM-WerftEhemalige Schiffswerft, heute Kulturgelände
- A'DAM LookoutAussichtsplattform auf dem früheren Shell-Turm
- DauerEin halber Tag
Die Fähre ist der beste Teil
Die Anleger liegen direkt hinter dem Bahnhofsgebäude, du läufst einfach durch. Es gibt mehrere Linien: Die kürzeste bringt dich in knapp vier Minuten zum Buiksloterweg und fährt rund um die Uhr, die längste braucht rund fünfzehn Minuten bis zur NDSM-Werft und fährt tagsüber. Alle sind kostenlos, für Fußgänger wie für Räder.
Stell dich an Deck nach vorn. Von der Mitte des IJ siehst du die Bahnhofsrückseite, die Frachtschiffe und die Skyline, und das für null Euro. Wenn du fotografieren willst, warte, bis die Räder von Bord sind: Auf dem Schiff und an den Rampen gilt dieselbe Regel wie in der ganzen Stadt, die Radfahrer haben Vorfahrt und bremsen nicht für Motive.
Achtung: Beim Ausfahren rollt eine Welle aus Rädern und Rollern von der Fähre. Stell dich beim Warten seitlich an die Reling und niemals auf den markierten Streifen für Räder. Das ist der häufigste Anfängerfehler in Noord, und er tut weh.
A’DAM Lookout und das weiße Filmmuseum
Direkt an der ersten Fähranlegestelle steht der A’DAM Toren, früher die Zentrale von Shell, heute Hotel, Büros und Clubs. Ganz oben liegt die Aussichtsplattform mit Rundumblick über Hafen, Grachtengürtel und Polder. Der Grund, warum die meisten hinauffahren, hängt an der Kante: eine Schaukel, die dich über den Rand des Daches hinausschwingt.
Das lohnt sich, wenn du Höhe magst, und ist nichts, wenn dir schon der Blick nach unten reicht. Zwei Häuser weiter steht das weiße, kantige Filmmuseum am Wasser, dessen Terrasse Richtung Innenstadt schaut. Allein die Form des Gebäudes ist den Weg wert, auch ohne Ausstellung.
Tickets: Für die Aussichtsplattform buchst du online ein Zeitfenster, die Schaukel wird oben extra bezahlt. An klaren Wochenenden sind die Slots am Nachmittag zuerst weg. Für die Fähre brauchst du nichts, sie ist gratis und du checkst weder ein noch aus.
Die NDSM-Werft
Bis in die 1980er Jahre wurden hier Schiffe gebaut, dann ging die Werft pleite und das Gelände verfiel. Heute ist es das größte Kunstgelände der Stadt: eine Halle so groß wie eine Kathedrale, Ateliers in Containern, ein Museum für Street Art in einem alten Lagerhaus, dazu Bühnen, Festivals und ein monatlicher Flohmarkt, der zu den größten Europas zählt.
Sei gewarnt: Schön im klassischen Sinn ist das nicht. Der Boden ist Beton, der Wind kommt vom Wasser, die Hälfte sieht nach Baustelle aus, und bei Nieselregen im November ist es schlicht trostlos. An einem hellen Nachmittag dagegen sitzt die halbe Stadt am Wasser, und der Blick zurück auf die Skyline ist besser als von jedem Kanalboot.
Was Noord sonst noch ist
Hinter dem Rummel liegt ein normaler Stadtteil. Die Van der Pekbuurt aus den 1920er Jahren zeigt sozialen Wohnungsbau, wie ihn die Amsterdamer Schule gebaut hat. Am Nieuwendammerdijk stehen Holzhäuser eines Deichdorfs, das älter ist als der Stadtteil ringsum. Dazwischen: Kleingärten, ein weiter Park, Werkstätten und Neubautürme.
Die Entfernungen sind groß, deshalb ist das Rad hier fast Pflicht. Nimm es kostenlos auf die Fähre mit und fahr am Wasser entlang, das erklärt Radfahren in den Niederlanden im Detail. Alternativ fährt die Metro unter dem IJ hindurch nach Noord, alle Linien stehen unter Verkehr in Amsterdam.
Tipp: Fahr mit der langen Fähre zur NDSM-Werft hinaus und mit der kurzen zurück zum Buiksloterweg. So siehst du das ganze Hafenbecken vom Wasser aus und landest zum Sonnenuntergang am Turm. Weitere Ideen dieser Art stehen unter Amsterdam: 15 Insider-Tipps.
Essen, Bezahlen, Übernachten
Auf beiden Werftgeländen gibt es Lokale in umgebauten Hallen und Containern, meistens mit langen Tischen und Blick aufs Wasser. Bezahlt wird durchgehend mit Karte, viele Betriebe nehmen gar kein Bargeld mehr. Rechne im Sommer mit Wartezeit, drinnen sitzen können nur wenige.
Noord ist außerdem eine ernsthafte Option zum Übernachten, oft günstiger als das Zentrum und mit der Fähre trotzdem nah dran, mehr dazu unter Hotels in Amsterdam. Wie überall in der Stadt kommt die Touristensteuer als Prozentsatz auf den Zimmerpreis obendrauf, prüfe deshalb, ob sie im Angebot schon enthalten ist. Wer weiter nach Norden will, ist in zwanzig Minuten in Zaandam.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istDie Fähren fahren so oft, dass Warten kaum vorkommt. Ist die Plattform im Turm ausgebucht, nimm die lange Fähre zur NDSM-Werft: Der Blick vom Wasser kostet nichts und ist fast so gut.
- Wenn es regnetBei Regen ist die Werft ungemütlich, weil fast alles draußen liegt. Dann lohnt sich das Street-Art-Museum in der Halle oder eine Ausstellung im Filmmuseum, beide sind komplett überdacht.
- Mit KindernDie Fähre ist für kleine Kinder das Highlight des Tages, und das umsonst. Auf der Werft gibt es Platz zum Rennen, aber wenig Absperrungen zum Wasser hin, halte kleine Kinder an der Hand.
- Mit eingeschränkter MobilitätDie Fähren sind ebenerdig und ohne Stufen zu befahren, das klappt mit Rollstuhl und Kinderwagen problemlos. Auf dem Werftgelände liegen dagegen alte Gleise und grober Beton, das rüttelt.
Häufige Fragen
Ist die Fähre nach Amsterdam-Noord kostenlos?
Ja, die Fähren über das IJ sind für Fußgänger und Radfahrer gratis. Du brauchst kein Ticket und checkst weder ein noch aus, einfach auffahren. Die Anleger liegen direkt hinter dem Centraal Station. Die kurze Linie zum Buiksloterweg fährt rund um die Uhr, die Linie zur NDSM-Werft nur tagsüber.
Lohnt sich der A'DAM Lookout?
Wenn du Aussicht magst, ja: Der Rundumblick über Hafen, Grachtengürtel und Umland ist der beste der Stadt, und die Schaukel über der Dachkante ist ein echter Nervenkitzel. Der Eintritt ist happig und du brauchst ein Zeitfenster. Wem Höhe nichts sagt, der bekommt vom Fährdeck aus umsonst den schöneren Blick auf die Skyline.
Was kann man auf der NDSM-Werft machen?
Street Art anschauen, durch die große Halle laufen, das Museum für Straßenkunst besuchen, am Wasser essen und einmal im Monat über den riesigen Flohmarkt gehen. Das Gelände ist rau und teils Baustelle, das gehört dazu. Bei schönem Wetter ist es großartig, bei Dauerregen ziemlich trostlos.
Wie kommt man nach Amsterdam-Noord?
Am einfachsten mit der kostenlosen Fähre hinter dem Hauptbahnhof, für Räder ebenfalls gratis. Alternativ fährt die Metro unter dem IJ hindurch, dafür brauchst du ein Ticket und checkst mit kontaktloser Bankkarte ein und aus. Mit dem Auto lohnt es nicht, das Zentrum liegt in einer kameraüberwachten Umweltzone.
Wie viel Zeit sollte man für Noord einplanen?
Ein halber Tag reicht für Fähre, Turm und einen Bummel über die Werft. Wer mit dem Rad auch die Deichdörfer und Gartenkolonien sehen will, ist gut fünf Stunden unterwegs. Plane den späten Nachmittag ein, dann steht die Sonne richtig für den Blick zurück auf die Stadt.


