Auf einen Blick
- ProvinzNordholland
- Gegründet1838, ältester Zoo der Niederlande
- Vollständiger NameNatura Artis Magistra
- Dazu gehörenAquarium, Planetarium, botanischer Garten
- Dauer3 bis 4 Stunden, mit Kindern ein halber Tag
- LagePlantage, östlich vom Zentrum
Ein Zoo aus dem 19. Jahrhundert
Der volle Name lautet Natura Artis Magistra, „die Natur ist die Lehrmeisterin der Kunst“. Gegründet wurde Artis von einer Gesellschaft, die anfangs nur ihre Mitglieder hineinließ. Diese Herkunft sieht man dem Gelände an: klassizistische Tierhäuser, ein Musikpavillon, ein Teich mit Uferweg, alles auf engem Raum in ein Wohnviertel gebaut.
Genau das ist Reiz und Schwäche zugleich. Der Baumbestand und die alten Gebäude machen den Rundgang schön, aber ein Innenstadtzoo kann keine Weiten bieten. Artis baut seit Jahren um und gibt einzelnen Arten mehr Platz, andere Gehege wirken für heutige Maßstäbe klein. Wenn du große Anlagen sehen willst, bist du im Wildnispark in Emmen besser aufgehoben.
Aquarium, Planetarium und Micropia
Das Aquariumgebäude von 1882 ist der eigentliche Höhepunkt und eines der ältesten noch genutzten Aquarien Europas. Innen führt ein dunkler Rundgang an Korallenriff und Amazonasbecken vorbei, und dann steht da ein Becken, das den Querschnitt einer Amsterdamer Gracht zeigt, unter Wasser inklusive versunkenem Fahrrad und Müll. Ehrlicher kann eine Stadt sich kaum ausstellen.
Das Planetarium zeigt Vorstellungen unter der Kuppel, meist auf Niederländisch, für die Bilder reicht das trotzdem. Direkt am Eingang liegt Micropia, ein eigenes Museum über Mikroben mit separatem Ticket: sehenswert für Jugendliche und Erwachsene, für kleine Kinder zu abstrakt. Dazu kommt das Groote Museum, in dem es weniger um Tiere geht als um den Menschen als Teil derselben Natur.
Gut zu wissen: Bezahlt wird auf dem ganzen Gelände mit Karte, Bargeld nimmt hier niemand mehr an. Das gilt auch für die Kioske. Eine kontaktlose Debitkarte ist die sichere Wahl.
So planst du den Besuch
Komm früh. Bis etwa elf Uhr ist es ruhig, danach füllen sich die Wege mit Schulklassen und Familien. Geh zuerst ins Aquarium, das später zum Nadelöhr wird, und lauf den Park danach im Uhrzeigersinn ab. Die Fütterungszeiten hängen am Eingang aus, sie strukturieren den Tag besser als jeder Plan.
Tickets: Online buchen ist günstiger als an der Kasse und an Sonnentagen in den Ferien auch nötig, weil Artis die Besucherzahl begrenzt. Micropia hat ein eigenes Ticket, ein Kombiticket gibt es ebenfalls. Ob sich eine Museumskarte rechnet, klärt City Card und Museumkarten.
Rund um Artis
Das Viertel Plantage ist eine der ruhigsten Ecken im Zentrum, breite Straßen, viel Grün, wenig Souvenirläden. Nebenan liegen der botanische Garten Hortus Botanicus und mehrere Museen zur Geschichte des Widerstands und des jüdischen Amsterdam. In fünfzehn Minuten zu Fuß bist du am Scheepvaartmuseum, ebenfalls ein Ziel für Familien.
Zur Anreise: Tram und Bus halten direkt am Eingang, ein- und ausgecheckt wird mit kontaktloser Bankkarte, alles Weitere unter Verkehr in Amsterdam. Wer mit dem Rad kommt, stellt es an den Ständern ab und lässt den Radweg frei. Weitere Familienziele im Land sammelt Die Niederlande mit Kindern, die übrigen Ziele der Stadt stehen unter Amsterdam Sehenswürdigkeiten.
Tipp: Nimm Proviant mit und setz dich an den großen Teich. Die Wiesen im hinteren Teil sind zum Sitzen da, und dort ist es deutlich stiller als an den Kiosken am Eingang.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istAn Sonnentagen in den Ferien kann das Kontingent ausverkauft sein, buche dann am Vorabend online. Bist du trotzdem drin und es ist voll: Der hintere Teil am Teich bleibt fast immer leer.
- Wenn es regnetAquarium, Planetarium, Schmetterlingshaus und Micropia liegen unter Dach, damit füllst du zwei Stunden problemlos. Bei Dauerregen ist der Weg dazwischen trotzdem nass, feste Schuhe helfen.
- Mit KindernDie stärkste Seite von Artis. Kinderwagen kommen überall durch, Spielplätze und Fütterungszeiten strukturieren den Tag, und im Sommer gibt es Wasserstellen zum Abkühlen.
- Mit eingeschränkter MobilitätDie Wege sind befestigt und meist eben, ein paar historische Gebäude haben Stufen und schmale Türen. Das Aquarium ist über einen Aufzug erreichbar, frag am Eingang nach dem barrierefreien Rundweg.
Häufige Fragen
Wie lange braucht man für Artis?
Drei bis vier Stunden für einen normalen Rundgang, mit Kindern eher ein halber Tag. Aquarium und Planetarium kosten jeweils eine gute halbe Stunde extra. Wer Micropia dazunimmt, sollte fünf Stunden einplanen. Am ruhigsten läuft es vor elf Uhr, danach kommen Schulklassen und Familien.
Lohnt sich Artis ohne Kinder?
Kommt darauf an, was du suchst. Der Park mit altem Baumbestand und den Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert ist auch ohne Tiere sehenswert, und das Aquarium von 1882 ist ein kleines Museum für sich. Wer moderne, weitläufige Gehege erwartet, wird enttäuscht sein: Artis ist ein historischer Stadtzoo auf engem Raum.
Ist Micropia im Artis-Ticket enthalten?
Nein, Micropia hat ein eigenes Ticket, es gibt aber ein Kombiticket für beides. Das Museum liegt am Eingangsgebäude und dreht sich um Mikroorganismen, mit Mikroskopen zum Selberschauen. Für Jugendliche und Erwachsene lohnt es sich, für kleine Kinder ist es zu abstrakt.
Kann man Artis spontan besuchen?
Meistens ja, an schönen Wochenenden und in den Ferien ist die Besucherzahl aber begrenzt und das Tageskontingent kann ausverkauft sein. Online buchen ist ohnehin günstiger als an der Kasse. Bezahlt wird auf dem gesamten Gelände mit Karte, Bargeld wird nirgends angenommen.
Wie kommt man zu Artis?
Mit der Tram Richtung Osten bis zur Haltestelle am Zoo, ein- und ausgecheckt wird mit kontaktloser Bankkarte. Vom Waterlooplein läufst du in gut fünfzehn Minuten hin, vom Scheepvaartmuseum in ähnlicher Zeit. Mit dem Rad geht es am schnellsten, Ständer stehen direkt am Eingang.




