Provinz Groningen · Groningen

Essen und Trinken in Groningen

Groningen ist die günstigste der großen niederländischen Städte, und dafür gibt es einen einfachen Grund: Wer hier wohnt, ist oft Student und hat kein Geld. Das drückt die Preise, sorgt für viele kleine Küchen und für Terrassen, die schon am Nachmittag voll sind.

Hier steht, wo du sitzt, was aus dem Norden auf den Teller gehört, wann Markttag ist und warum du in Groningen selten Bargeld brauchst.

Auf einen Blick

  • Preisniveaudeutlich günstiger als in der Randstad
  • TerrassenplätzeGrote Markt, Vismarkt, entlang der Kanäle
  • AusgehstraßePoelestraat, abends und lange
  • RegionalEierbal, Mosterdsoep, Groninger Koek
  • BezahlenKarte, oft gar kein Bargeld mehr

Warum du hier günstiger isst

Zehntausende Studierende wohnen mitten im Zentrum, und sie essen jeden Tag auswärts. Entsprechend dicht steht das Angebot: kleine Küchen, große Portionen, Mittagskarten mit belegten Brötchen und Suppen, dazu viel Asiatisches, Türkisches und Surinamisches. Für das Geld, das du in Amsterdam für ein Hauptgericht zahlst, bekommst du hier meist noch ein Getränk dazu.

Der Preis hat einen Rhythmus. Von September bis Juni ist alles voll und laut, im Juli und August wird es ruhiger, weil ein großer Teil der Stadt verreist ist. Wer im Semester am Wochenende essen gehen will, reserviert lieber, gerade abends ab sieben.

Wo du sitzt

Der Grote Markt ist die große Bühne: Terrassen an der Süd- und Ostseite, Blick auf den Martiniturm, viele Plätze und entsprechend viel Betrieb. Schön am späten Nachmittag, wenn die Sonne über die Dächer kommt. Die Vismarkt gleich daneben ist kleiner, ruhiger und für einen Kaffee die bessere Wahl.

Am Abend verlagert sich alles in die Poelestraat und die Straßen drumherum. Das ist die klassische Kneipenecke der Stadt, laut, jung und offen bis spät, denn Groningen schließt später als die meisten niederländischen Städte. Wer es ruhiger mag, sucht sich ein Café an einem der Kanäle des Diepenrings oder in den Wohnvierteln außerhalb, wo kaum Besucher sitzen. Wo diese Viertel liegen, steht unter Hotels in Groningen.

Zwischen zwei Terrassen brauchst du irgendwann eine Pause ohne Stimmengewirr. Die findest du zwei Minuten hinter der Martinikerk im Prinsenhof-Garten: ummauert, still, kostenlos und von der Straße aus nicht zu sehen. Ein Kaffee vorher mitgenommen, und du sitzt mitten im Zentrum fast allein.

Was aus dem Norden auf den Teller gehört

Das bekannteste Stück Groninger Küche ist der Eierbal: ein hart gekochtes Ei, eingepackt in Ragout, paniert und frittiert, serviert mit Senf. Das klingt schwer und ist es auch, gehört aber in jedes Eetcafé der Stadt und kostet fast nichts. Dazu passt Mosterdsoep, eine sämige Suppe aus regionalem Senf, oft mit Speck und Lauch.

Süß wird es mit Groninger Koek, einem festen, würzigen Kuchen, den du in Scheiben mit Butter isst, und mit Poffert, einem gebackenen Teigkuchen, der warm mit Butter und Zucker auf den Tisch kommt. Von der Küste kommen Krabben und Fisch aus Lauwersoog, oft frisch verkauft direkt am Hafen. Mehr Klassiker aus dem ganzen Land stehen im Beitrag 12 Gerichte, die du probieren musst, die Region drumherum beschreibt die Provinz Groningen.

Frühstück, Kaffee und Markttage

Frühstück ist in den Niederlanden schlicht: Brot, Käse, Aufschnitt, dazu Kaffee. In den Cafés der Innenstadt bekommst du das ab dem Vormittag als Lunchkarte, oft mit Tosti oder einem Ei darauf. Ein voller Teller wie in Deutschland ist selten, dafür ist der Kaffee besser als sein Ruf.

Auf dem Grote Markt und der Vismarkt steht traditionell an Dienstag, Freitag und Samstag ein großer Markt mit Käse, Fisch, Obst und Blumen. Das ist der beste Ort für ein Mittagessen im Stehen und für Mitbringsel, die keine Souvenirs sind. Was du zwischen zwei Ständen sonst noch ansehen solltest, steht unter Groningen Sehenswürdigkeiten.

Bezahlen, Trinkgeld, Reservieren

Gezahlt wird mit Karte, und zwar fast überall: Viele Cafés, Bäckereien und Marktstände nehmen gar kein Bargeld mehr an, Kreditkarten funktionieren längst nicht in jedem Laden. Am zuverlässigsten ist eine gängige Debitkarte mit Kontaktlos-Funktion. Wie das System im Land funktioniert, erklärt der Beitrag Bezahlen in den Niederlanden.

Gut zu wissen: Trinkgeld ist kein Muss. Bedienung und Steuer stecken im Preis, üblich ist ein Aufrunden oder ein kleiner Aufschlag, wenn es dir gefallen hat. Bestellt und bezahlt wird meist am Tisch, in vollen Kneipen auch direkt am Tresen. Wer draußen sitzen will, kommt früh: Bei Sonne sind die Terrassen ab vier Uhr nachmittags belegt.

Häufige Fragen

Ist Essen in Groningen günstig?

Für niederländische Verhältnisse ja. Die Stadt lebt von Studierenden, deshalb gibt es viele kleine Küchen mit großen Portionen und Mittagskarten, die kaum etwas kosten. Gegenüber Amsterdam sparst du bei einem Abendessen spürbar. Teurer wird es nur in den Terrassenreihen am Grote Markt, wo du die Aussicht mitbezahlst.

Was muss man in Groningen probieren?

Den Eierbal: ein hart gekochtes Ei in Ragout, paniert und frittiert, mit Senf serviert. Dazu Mosterdsoep aus regionalem Senf und als Süßes Groninger Koek oder Poffert. Von der Küste kommen Krabben und frischer Fisch aus Lauwersoog. Alles davon findest du in normalen Eetcafés, dafür brauchst du kein besonderes Restaurant.

Wo geht man in Groningen abends aus?

In der Poelestraat und den Straßen drumherum, das ist seit Jahrzehnten die Kneipenecke der Stadt. Es ist jung, laut und offen bis spät, denn Groningen schließt später als die meisten niederländischen Städte. Wer es ruhiger will, sucht sich ein Café an einem Kanal des Diepenrings oder in einem der Wohnviertel außerhalb.

Kann man in Groningen mit Bargeld bezahlen?

Oft nicht. Viele Cafés, Bäckereien, Museen und Marktstände nehmen ausschließlich Karte, und Kreditkarten werden nicht überall akzeptiert. Nimm eine gängige Debitkarte mit Kontaktlos-Funktion mit, damit kommst du überall durch. Bargeld brauchst du höchstens noch für kleine Trinkgelder oder für einen Stand ohne Terminal.

Muss man in Groningen reservieren?

Unter der Woche selten, am Wochenende schon. Von September bis Juni ist die Stadt voll, und ab sieben Uhr abends sind die beliebten Adressen belegt. Für Terrassenplätze bei Sonne hilft ohnehin nur früh kommen, reserviert wird draußen fast nirgends. Bei Festivals und großen Veranstaltungen buchst du besser ein paar Tage vorher.