Auf einen Blick
- BesonderheitTerrassen auf der Werf, unterhalb des Straßenniveaus
- PreisniveauStudentenstadt, spürbar günstiger als Amsterdam
- Beste PlätzeOudegracht, Neude, Ledig Erf, Janskerkhof
- Zum EinkaufenTwijnstraat, Markt auf dem Vredenburg
- BezahlenFast überall nur mit Karte, oft kein Bargeld
Die Werfkeller: essen unter Straßenniveau
Das Beste an der Oudegracht ist, dass du zum Essen eine Treppe hinuntergehst. Auf Kaihöhe stehen Tische direkt am Wasser, dahinter öffnen sich die alten Lagergewölbe, in denen heute Küchen und Bars stecken. Über dir fahren Räder, unten hörst du davon fast nichts. Wie diese doppelte Ebene entstanden ist, erklärt die Seite zu Grachten und Werfkellern.
Ehrlich dazu: Der Abschnitt zwischen Stadhuisbrug und Vismarkt ist der bekannteste und deshalb der vollste, die Küchen dort kochen für Laufkundschaft. Geh zwei Brücken weiter nach Süden Richtung Ledig Erf oder nach Norden, dann sitzt du am gleichen Wasser und isst besser. Schau vorher, welche Seite in der Sonne liegt, unten am Kai wird die Schattenseite schnell kühl.
Neude, Janskerkhof und die Plätze
Das Neude ist der große Platz der Innenstadt und im Sommer eine einzige Terrasse. Der Bau, der ihn beherrscht, war früher die Hauptpost und ist heute eine Bibliothek mit Café und Restaurant, ein guter Ort für Kaffee bei Regen. Am Janskerkhof unter den Bäumen sitzt es sich ruhiger, und das Ledig Erf am Südende der Gracht ist der Platz, an dem eher Einheimische als Besucher hängenbleiben.
Tipp: Kauf dir dein Mittagessen zusammen und setz dich damit an die Gracht. Auf dem Vredenburg ist an mehreren Wochentagen Markt mit Käse, Obst, Fisch und frittiertem Kabeljau im Papier, und in der Twijnstraat reihen sich Bäckerei, Käseladen und Feinkost auf wenigen Hundert Metern. Das ist günstiger als jedes Lokal und der schönere Platz sowieso.
Studentenpreise und internationale Küche
Rund um die Voorstraat und die Nobelstraat liegt das Viertel, in dem die Stadt abends isst und trinkt: kleine Läden, kurze Karten, faire Preise. Noch günstiger wird es in Lombok westlich hinter dem Bahnhof. In der Kanaalstraat stehen türkische Bäcker, marokkanische Metzger, surinamische Imbisse und Gemüseläden nebeneinander, und du isst dort für einen Bruchteil dessen, was du im Zentrum zahlst. Der Weg dorthin führt einmal unter den Gleisen durch, mehr dazu unter Verkehr in Utrecht.
Aus der Kolonialgeschichte stammt die zweite große Küche des Landes: indonesisch und surinamisch. Eine Reistafel mit vielen kleinen Schalen lohnt sich ab zwei Personen, ein Roti mit Huhn ist das beste schnelle Mittagessen überhaupt. Was du sonst probieren solltest, von Bitterballen bis Stroopwafel, sammelt der Beitrag zu niederländischen Gerichten.
Kaffee, Kuchen und Bier
Kaffee wird hier ernst genommen, kleine Röstereien und Cafés mit eigener Bohne gibt es in fast jedem Viertel. Bestell dazu Apfelkuchen mit Sahne, das ist die Standardkombination des Landes und in der Regel hausgemacht. Wenn du Milchkaffee willst, sagst du „koffie verkeerd“, sonst bekommst du eine kleine, kräftige Tasse. Fürs Frühstück lohnt sich das ohnehin mehr als der Hotelpreis, siehe Hotels in Utrecht.
Beim Bier lohnt der Blick über Pils hinaus: In der Stadt und im Umland brauen mehrere kleine Brauereien, und viele Lokale schenken wechselnde regionale Sorten aus. Dazu kommen die Bitterballen, frittierte Ragoutkugeln mit Senf, die zu jedem Feierabendbier gehören und in jedem braunen Café auf der Karte stehen.
Praktisch: reservieren, bezahlen, Trinkgeld
Für Freitag- und Samstagabend reservierst du besser vorher, gerade an der Gracht. Und iss eher früh: Die Küchen schließen deutlich zeitiger als in Deutschland, wer um halb zehn losgeht, bekommt in kleineren Läden oft nichts mehr. Mittags ist die Stadt entspannt, da findest du fast überall spontan Platz.
Trinkgeld ist unkompliziert, der Service ist im Preis enthalten. Bei Zufriedenheit rundest du auf oder gibst ein paar Prozent dazu, mehr wird nicht erwartet.
Gut zu wissen: Viele Cafés, Marktstände und Restaurants nehmen überhaupt kein Bargeld mehr an, und Kreditkarten funktionieren längst nicht überall. Am zuverlässigsten ist eine gängige Debitkarte mit Kontaktlos-Funktion. Wie das Bezahlen im Land insgesamt läuft, erklärt der Beitrag zum Bezahlen in den Niederlanden. Und wenn du von der Terrasse aufstehst: Der rote Streifen neben dem Tisch ist ein Radweg, nicht der Gehweg.
Häufige Fragen
Wo isst man in Utrecht am besten?
Auf der Werf an der Oudegracht sitzt du am schönsten, allerdings nicht im bekanntesten Abschnitt zwischen Stadhuisbrug und Vismarkt, sondern ein paar Brücken weiter. Am günstigsten und oft am besten isst du in Lombok westlich vom Bahnhof, rund um die Kanaalstraat. Für einen unkomplizierten Abend sind Voorstraat und Nobelstraat die richtige Adresse.
Ist Essen in Utrecht teuer?
Deutlich günstiger als in Amsterdam, weil die Stadt von Studierenden lebt und die Lokale entsprechend kalkulieren. Am meisten sparst du mittags: Markt auf dem Vredenburg, Feinkost aus der Twijnstraat und ein Platz an der Gracht kosten wenig. Teuer wird es nur in den Terrassen mit der besten Aussicht, dort zahlst du für den Platz.
Muss man in Utrecht reservieren?
Für Freitag- und Samstagabend ja, besonders in den Lokalen an der Gracht. Unter der Woche kommst du meist spontan unter, wenn du früh genug losgehst. Rechne damit, dass die Küchen zeitiger schließen als in Deutschland: Wer erst gegen halb zehn aufbricht, findet in kleineren Läden oft keine warme Küche mehr.
Kann man in Utrecht mit Bargeld bezahlen?
Oft nicht. Viele Cafés, Restaurants und Marktstände nehmen ausschließlich Karte, und Kreditkarten werden längst nicht überall akzeptiert. Am zuverlässigsten ist eine gängige Debitkarte mit Kontaktlos-Funktion, Handy oder Smartwatch funktionieren ebenfalls. Nimm Bargeld höchstens als Notreserve mit, brauchen wirst du es kaum.
Was sollte man in Utrecht unbedingt probieren?
Bitterballen zum Bier, Apfelkuchen mit Sahne am Nachmittag und frittierten Kabeljau vom Marktstand. Dazu die Küchen, die das Land mitgebracht hat: eine indonesische Reistafel am Abend oder ein surinamisches Roti mittags. Wer es süß mag, kauft frische Stroopwafels auf dem Markt, solange sie noch warm sind.



