Südholland · Rotterdam

Rotterdam: 12 Insider-Tipps

Rotterdam belohnt Besucher, die ein paar Kleinigkeiten wissen: welche Aussicht nichts kostet, welche Bootsfahrt die günstigste ist und welcher Umweg sich lohnt. Die zwölf Tipps hier sparen dir Geld, Wege und die typischen Anfängerfehler.

Sie funktionieren unabhängig von der Jahreszeit und lassen sich fast alle spontan in einen laufenden Tag einbauen.

Auf einen Blick

  • Bester Blick gratisErasmusbrücke und Willemsbrücke zu Fuß
  • Günstig über das WasserLinienfähren und kleine Pontjes statt Rundfahrt
  • Ruhigster MomentSonntagvormittag im Zentrum
  • Wichtigste Regelals Fußgänger nie auf dem Radweg stehen
  • BezahlenKarte, häufig kein Bargeld

Tipps für den Blick auf die Stadt

1 Nimm die Fähre statt der Rundfahrt

Die günstigste Fahrt über die Maas ist keine Tour, sondern der normale Linienverkehr. Wasserbus und kleine Pontjes für Fußgänger und Radfahrer bringen dich über den Fluss, manche davon fahren kostenlos, bei anderen zahlst du einen kleinen Betrag am Anleger. Der Blick ist derselbe wie vom Ausflugsboot.

Willst du wirklich den Hafen sehen und nicht nur die Skyline, brauchst du dagegen eine echte Hafenrundfahrt. Beides zu verwechseln ist der häufigste Planungsfehler in Rotterdam.

2 Aussicht ohne Eintritt

Der beste kostenlose Blick auf die Türme ist die Erasmusbrücke zu Fuß, dicht gefolgt von der roten Willemsbrücke. Wer Höhe will, muss nicht zwingend zahlen: In mehreren Hochhäusern gibt es Bars und Restaurants in oberen Etagen, dort kostet dich die Aussicht ein Getränk statt eines Tickets.

Der Euromast lohnt sich trotzdem, wenn du den Rundumblick bis zum Hafen willst. Geh an einem klaren Tag hoch, bei Dunst siehst du weniger, als das Ticket verspricht.

3 Die Dächer der Stadt

Rotterdam nutzt seine Dächer: als Parks, Terrassen und Verbindungswege. Die gelbe Fußgängerbrücke Luchtsingel führt über eine Straßenkreuzung und war ein Crowdfunding-Projekt der Bewohner, das Dakpark im Westen ist ein Park auf einem Gebäude. Einmal im Jahr öffnen bei einem Dächerfestival Dutzende sonst geschlossene Dächer, den Termin findest du auf der offiziellen Website der Veranstalter.

4 De Hef und das Noordereiland

Die alte Eisenbahn-Hubbrücke De Hef steht seit Jahrzehnten außer Betrieb und wurde trotzdem nie abgerissen, weil die Stadt daran hängt. Vom Noordereiland aus, einer Insel mitten im Fluss, siehst du sie von der besten Seite und hast gleichzeitig Ruhe. Wenige Besucher verirren sich hierher, obwohl die Insel zu Fuß vom Zentrum erreichbar ist.

Tipps für Märkte, Viertel und Essen

5 Markt statt Markthalle

Die Markthal schaust du dir wegen der bemalten Decke an. Gegessen und eingekauft wird besser auf dem großen Markt draußen auf der Binnenrotte, der an festen Wochentagen direkt daneben stattfindet. Frisches Obst, Käse, Fisch und Blumen kosten dort einen Bruchteil.

6 Delfshaven am frühen Abend

In Delfshaven steht das Rotterdam, das den Krieg überstanden hat: alter Hafen, Giebelhäuser, eine Mühle. Am schönsten ist es kurz vor Sonnenuntergang, wenn die Terrassen besetzt sind und Tagesbesucher schon zurück im Zentrum sind. Die Metro bringt dich in wenigen Minuten hin.

7 Kralingse Plas für einen freien Vormittag

Der See im Osten mit Wald, Wanderwegen und zwei Mühlen ist der Ort, an dem Rotterdamer am Wochenende laufen, rudern und Kaffee trinken. Wenn dir nach einem Tag Beton nach Grün ist, nimm die Metro und plane 2 bis 3 Stunden ein.

8 Ein Viertel weiter im Norden

Rund um die alten Eisenbahnbögen im Norden, zwischen Zwaanshals und Noordplein, liegen kleine Läden, Cafés und Werkstätten ohne Touristenpreise. Ein guter Nachmittag für alle, die schon einmal in Rotterdam waren und den Kern kennen.

9 Sonntag ist Einkaufstag

Anders als in vielen kleinen niederländischen Orten haben die Geschäfte im Rotterdamer Zentrum sonntags geöffnet, das ist der ruhigste und angenehmste Vormittag der Woche. Dafür öffnen viele kleine Läden am Montag erst später. Wer Sonntag anreist, verliert also keinen Tag.

Tipps, die dir Ärger sparen

10 Bleib vom Radweg weg

Der rot gepflasterte Streifen ist eine Fahrbahn. Stell dich dort nie zum Fotografieren hin, schau vor dem Überqueren in beide Richtungen und geh nach dem Aussteigen aus Tram oder Bus sofort weiter. Radfahrer sind schnell, lautlos und weichen nicht aus.

11 Karte einstecken, Bargeld vergessen

Viele Cafés, Läden und Museen nehmen gar kein Bargeld mehr an. Die deutsche Girocard wird längst nicht überall akzeptiert, eine Debit- oder Kreditkarte von Mastercard oder Visa ist die verlässliche Wahl. Dasselbe gilt im Nahverkehr, dort checkst du mit der kontaktlosen Karte ein und wieder aus, wie es die Seite zum Verkehr in Rotterdam erklärt.

12 Plane nicht alles zu Fuß

Rotterdam sieht auf der Karte kompakt aus und ist es nicht. Zwischen Museumpark, Katendrecht und Delfshaven liegen echte Entfernungen. Nimm Metro, Tram oder Rad, sonst verbringst du den halben Tag auf breiten Straßen ohne viel zu sehen.

Achtung: Ein Ausflug nach Kinderdijk braucht einen frühen Start. Die Anfahrt mit dem Wasserbus dauert, und die letzten Rückfahrten sind früher, als viele denken. Prüfe die Zeiten, bevor du losfährst, sonst endet der Tag mit einer teuren Taxifahrt.

Tipp: Bei Regen funktioniert Rotterdam besser als die meisten Städte des Landes, weil Museen, Markthalle und Kaufhäuser dicht beieinander liegen. Verschieb an nassen Tagen die Brücken und Dächer nach hinten und zieh die Innenräume vor, statt das Programm ganz zu streichen.

Häufige Fragen

Was sollte man in Rotterdam auf keinen Fall verpassen?

Den Gang über die Erasmusbrücke, den Blick auf die Kubushäuser und die Markthal von innen. Dazu eine Fahrt über das Wasser mit Wasserbus, Fähre oder Wassertaxi, weil die Stadt vom Fluss aus am besten wirkt. Wer mehr Zeit hat, hängt Delfshaven für den frühen Abend an.

Kann man Rotterdam kostenlos von oben sehen?

Rundumblick von oben gibt es nur gegen Eintritt, etwa im Euromast. Kostenlos sind dafür die beiden großen Brücken, die Uferwege und die Bars in oberen Hochhausetagen, wo du statt eines Tickets ein Getränk bezahlst. Auch das Dakpark und die Fußgängerbrücke Luchtsingel bringen dich ohne Kasse in die Höhe.

Sind die Fähren in Rotterdam kostenlos?

Teilweise. Einige kleine Pontjes für Fußgänger und Radfahrer fahren kostenlos, bei anderen zahlst du einen kleinen Betrag direkt am Anleger, und Wasserbus und Wassertaxi kosten regulär. Was für deine Verbindung gilt, steht am Steg. Günstiger als eine Rundfahrt ist der Linienverkehr in jedem Fall.

Haben die Geschäfte in Rotterdam sonntags geöffnet?

Im Zentrum ja, anders als in vielen kleineren niederländischen Orten. Der Sonntagvormittag ist deshalb einer der angenehmsten Zeitpunkte für einen Stadtbummel. Dafür öffnen kleinere Läden am Montag oft erst im Laufe des Vormittags. Museen haben eigene Ruhetage, das prüfst du besser vorab auf der jeweiligen Website.

Welche Fehler machen Besucher in Rotterdam am häufigsten?

Drei Klassiker: alles zu Fuß planen, obwohl die Wege weit sind. Auf dem Radweg stehen bleiben und sich wundern, warum geklingelt wird. Und den Ausflug nach Kinderdijk zu spät starten, sodass die Rückfahrt knapp wird. Dazu kommt der Irrtum, die Markthal sei ein günstiger Ort zum Essen.