Auf einen Blick
- Kücheindonesisch geprägt, dazu Fisch von der Küste
- KlassikerRijsttafel, Saté, Hollandse Nieuwe, Kibbeling
- Bestes ViertelZeeheldenkwartier, dazu Denneweg im Zentrum
- Am WasserStrandpavillons in Scheveningen, viele nur im Sommer
- Bezahlenfast überall Karte, Bargeld oft gar nicht mehr
Indonesisch essen: die Rijsttafel verstehen
Die Rijsttafel ist keine indonesische Erfindung, sondern eine koloniale: Niederländische Beamte ließen sich viele kleine Gerichte gleichzeitig servieren, um die Vielfalt der Inseln vorzuführen. Übrig geblieben ist ein Menü aus zehn bis zwanzig Schälchen um eine Schüssel Reis herum, dazu Saté mit Erdnusssauce, gebratenes Gemüse, Rendang, Eier in scharfer Sauce, Kroepoek und mehrere Sambals.
Zwei Dinge solltest du wissen. Erstens ist die Rijsttafel fast immer für zwei oder mehr Personen gedacht, viele Häuser bitten um Vorbestellung. Zweitens ist scharf hier wirklich scharf: Sambal steht separat daneben, damit jeder selbst dosiert. Einfacher geht es mit nasi goreng oder bami mit Saté, das gibt es in jedem Toko, also im indonesischen Lebensmittelladen, auch zum Mitnehmen.
Gut zu wissen: Im Frühsommer läuft auf dem Malieveld die Tong Tong Fair, ein großes Festival der indo-niederländischen Kultur, also der Kultur der Menschen aus dem früheren Niederländisch-Indien, mit einem ganzen Bereich voller Essensstände. Wenn deine Reise in den Zeitraum fällt, ist das die dichteste Möglichkeit, sich einmal quer durch die Küche zu probieren.
Hering: die Etikette am Stand
Der Hering der neuen Saison, Hollandse Nieuwe, kommt ab Mitte Juni auf die Stände, und in Scheveningen wird der Beginn mit einem eigenen Hafenfest gefeiert. Am Stand bekommst du den Fisch entgräten und, je nach Wunsch, mit rohen Zwiebeln und Gurken.
Und jetzt der Teil, an dem sich die Geister scheiden: Das Bild vom Fisch, der am Schwanz über den Kopf gehalten und heruntergelassen wird, ist Amsterdamer Art. Hier bekommst du den Hering üblicherweise in Stücke geschnitten auf einem Pappteller, mit einer kleinen Fahne oder einem Zahnstocher. Nimm ihn so, wie er dir gereicht wird, dann liegst du richtig.
An denselben Buden gibt es Kibbeling, frittierte Fischwürfel mit Sauce, und Lekkerbek, das ganze panierte Filet. Am ehrlichsten schmeckt beides am Fischereihafen von Scheveningen, wo die Kutter direkt daneben liegen. Mehr zu den Klassikern des Landes steht unter niederländische Gerichte.
Wo du abends hingehst
Die Fußgängerzone rund um die Einkaufsstraßen ist zum Essen die schwächste Gegend: Ketten, Fast Food, wenig Eigenes. Zwei Ecken sind deutlich besser.
| Gegend | Wofür sie steht | Wann |
|---|---|---|
| Zeeheldenkwartier | kleine Restaurants, Cafés und Bars zwischen Wohnhäusern aus dem 19. Jahrhundert, wenig Tourismus | abends, unter der Woche |
| Denneweg und Umgebung | Bistros, Weinlokale und Antiquitätenläden nahe dem Lange Voorhout | nachmittags und abends |
| Grote Markt | dichte Reihe von Terrassen, laut und jung | ab dem späten Nachmittag |
| Scheveningen | Fisch, Strandpavillons, Sonnenuntergang über dem Meer | Sommer, spätnachmittags |
Reservieren ist in den Niederlanden üblich, an Freitagen und Samstagen ohne Tisch loszuziehen geht oft schief. Und die Küche schließt früher, als du vielleicht erwartest: Wer um halb zehn losgeht, findet in kleineren Häusern nichts mehr.
Strandpavillons: was sie können
Auf dem Strand stehen hölzerne Pavillons, in denen du direkt über dem Sand sitzt. Viele werden im Herbst abgebaut und im Frühjahr wieder aufgestellt, ein Teil bleibt inzwischen ganzjährig stehen. Das Essen ist meist solide und selten spektakulär: Du zahlst für die Lage, und das ist bei Sonnenuntergang über dem Wasser vollkommen in Ordnung.
An warmen Wochenenden sind die Pavillons an der Pier ab dem Nachmittag voll. Läufst du zehn Minuten nach Norden, bekommst du eher einen Tisch. Denk an eine Jacke, der Wind frischt am Abend zuverlässig auf.
Tipp: Mach es umgekehrt zu den meisten: mittags warm essen im Zentrum, abends an den Strand. Zur Mittagszeit sind die guten indonesischen Häuser leerer, und am Abend willst du ohnehin dort sein, wo die Sonne ins Meer geht. Wie du hinkommst, steht unter Verkehr in Den Haag.
Achtung: Bezahlt wird fast überall mit Karte, viele Cafés, Buden und Strandpavillons nehmen gar kein Bargeld mehr an. Die deutsche Girocard wird längst nicht überall akzeptiert, eine Debit- oder Kreditkarte von Mastercard oder Visa ist die verlässliche Wahl. Was das für dein Budget heißt, steht unter Bezahlen in den Niederlanden. Wo du danach schläfst, klärt die Seite zu den Hotels in Den Haag.
Häufige Fragen
Warum isst man in Den Haag so gut indonesisch?
Wegen der Kolonialgeschichte. Nach der Unabhängigkeit Indonesiens kamen Hunderttausende Menschen aus dem früheren Niederländisch-Indien in die Niederlande, viele davon nach Den Haag. Mit ihnen kamen Restaurants, Läden und Rezepte, die bis heute zum Alltag der Stadt gehören. Entsprechend dicht ist das Angebot, vom einfachen Toko bis zum großen Menü.
Was ist eine Rijsttafel?
Ein Menü aus vielen kleinen Gerichten, die gleichzeitig zu Reis serviert werden: Saté, Rendang, Gemüse, Eier, Kroepoek und mehrere Sambals. Entstanden ist die Form in der Kolonialzeit. Sie wird meist erst ab zwei Personen serviert, und in vielen Häusern solltest du sie vorbestellen. Sambal steht separat, damit jeder die Schärfe selbst dosiert.
Wie isst man Hering in Den Haag richtig?
So, wie er dir gereicht wird. In Den Haag und Scheveningen bekommst du ihn üblicherweise in Stücke geschnitten auf einem Teller, mit Zwiebeln und Gurken und einer kleinen Fahne. Das Bild vom Fisch, der am Schwanz gehalten und in den Mund gelassen wird, stammt aus Amsterdam. Beides ist richtig, nur eben nicht am selben Stand.
Wo geht man in Den Haag abends essen?
Am besten im Zeeheldenkwartier westlich des Zentrums, wo kleine Restaurants und Bars zwischen Wohnhäusern liegen und kaum Tourismus stattfindet. Rund um den Denneweg beim Lange Voorhout findest du Bistros und Weinlokale, am Grote Markt reiht sich Terrasse an Terrasse. Reserviere am Wochenende, und geh früh los, viele Küchen schließen zeitig.
Lohnen sich die Strandpavillons in Scheveningen?
Für die Lage ja, für die Küche mit Maß. Du sitzt direkt über dem Sand und siehst die Sonne im Meer untergehen, das Essen ist meist solide statt außergewöhnlich. An warmen Wochenenden sind die Pavillons an der Pier ab dem Nachmittag voll, zehn Minuten weiter nördlich bekommst du eher einen Tisch.
Braucht man in Den Haag Bargeld?
Kaum. Bezahlt wird fast überall mit Karte, viele Cafés, Imbisse und Strandpavillons nehmen gar kein Bargeld mehr an. Die deutsche Girocard wird längst nicht überall akzeptiert, eine Debit- oder Kreditkarte von Mastercard oder Visa ist die verlässliche Wahl. Ein kleiner Betrag in bar schadet nicht, brauchen wirst du ihn an den meisten Tagen nicht.




