Auf einen Blick
- WasStadtpark im englischen Landschaftsstil
- EntstandenEnde des 19. Jahrhunderts auf den alten Wällen
- Eintrittfrei, rund um die Uhr offen
- Besonderheitseit den Neunzigern autofrei
- FestivalNoorderzon im August
- Dauer1 bis 2 Stunden, mit Pause länger
Ein Park auf den alten Wällen
Bis ins späte 19. Jahrhundert war Groningen eine Festungsstadt mit Wällen und Bastionen. Als die militärische Funktion wegfiel, wurden die Anlagen abgetragen, und im Nordwesten entstand daraus ein Park im englischen Landschaftsstil: keine geraden Achsen, sondern geschwungene Wege, ein Wasserlauf, Baumgruppen und leichte Erhebungen. Wenn du auf einem der Hügel stehst, stehst du auf einer alten Bastion.
In den Neunzigern stimmten die Groninger in einer Abstimmung dafür, die Autos aus dem Park zu verbannen. Seitdem gehört das Noorderplantsoen den Fußgängern und Rädern, und das ist der Grund, warum der Park heute funktioniert, wie er funktioniert: als Durchgangsweg, als Sportplatz, als Wohnzimmer unter freiem Himmel.
Was du dort machst
Wenig, und das gründlich. Eine Runde um den Teich dauert eine knappe halbe Stunde. Danach suchst du dir eine Wiese, am besten die südlichen Hänge, wo die Sonne bis abends steht, und schaust zu: Studierende mit Büchern, Läufer, Hunde, ein Grill, jemand mit einer Slackline zwischen zwei Bäumen. An den Rändern liegen Terrassen, an denen du sitzen kannst, ohne selbst etwas mitzubringen.
Wenn du etwas mitbringst, kauf es unterwegs in der Nieuwe Ebbingestraat, der Straße vom Grote Markt Richtung Park, oder in einem der kleinen Läden im Viertel. Bezahlt wird auch dort fast überall mit Karte, viele Läden nehmen kein Bargeld mehr an. Was in Groningen kulinarisch lohnt, steht unter Essen und Trinken in Groningen.
Tipp: Komm mit dem Rad. Vom Zentrum sind es fünf Minuten, und mit dem Rad kannst du den Park einfach durchqueren und auf der anderen Seite weiterfahren, statt hin und zurück zu laufen. Abstellen nur in den markierten Bereichen, und schieb auf den engen Wegen, wenn viel los ist. Wie das Radfahren hier grundsätzlich funktioniert, steht unter Radfahren in den Niederlanden.
Das Viertel drumherum
Rund um den Park liegen die Wohnviertel, in denen ein großer Teil der Studierenden wohnt: schmale Backsteinhäuser, Fahrräder in Reihen an den Fassaden, im Erdgeschoss Bäckereien, kleine Bars, Secondhandläden und Küchen aus aller Welt zu Preisen, die zum studentischen Budget passen. Die Nieuwe Ebbingestraat ist die Hauptachse, die Hortusbuurt östlich davon der ruhigere Teil.
Das ist der Grund, warum Groningen so jung wirkt: Nicht nur die Uni liegt zentral, auch das Wohnen findet mitten in der Stadt statt. Wer abends losgeht, bleibt im Viertel oder radelt in fünf Minuten zum Grote Markt. Wo du am besten schläfst, steht unter Hotels in Groningen, alle Ziele der Stadt unter Groningen Sehenswürdigkeiten.
Noorderzon im August
Einmal im Jahr, im August, verwandelt sich der Park in ein Festivalgelände: Noorderzon bringt über gut anderthalb Wochen Theater, Tanz, Musik und Essensstände zwischen die Bäume. Das Gelände selbst kannst du frei betreten, für die Vorstellungen brauchst du Karten, und die guten sind vorher weg.
Für deine Planung heißt das zweierlei. Wer Programm will, bucht Unterkunft und Tickets früh, denn in dieser Zeit ist die Stadt voll. Wer nur Ruhe im Park sucht, kommt in diesen Tagen besser nicht: Es ist laut, eng und alles ist aufgebaut.
Tickets: Der Park kostet nichts und ist immer offen. Karten brauchst du nur für Vorstellungen während Noorderzon im August, die über die Festivalseite laufen und früh ausverkauft sind. Das Gelände selbst bleibt in dieser Zeit frei zugänglich, Essen und Getränke bezahlst du dort mit Karte.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istVoll ist der Park nur bei Sonne und im August während des Festivals. Dann weichst du an den Nordrand oder auf die Wege an der Wasserseite aus, dort ist immer Platz. Ein stiller Ersatz mitten im Zentrum ist der Prinsentuin.
- Wenn es regnetBei Regen bringt der Park wenig. Dann funktionieren die Cafés in der Nieuwe Ebbingestraat, das Forum mit seiner Bibliothek oder das Groninger Museum. Nach einem Schauer ist der Park allerdings besonders leer und schön.
- Mit KindernSehr gut geeignet: Wiesen zum Rennen, Wasser, Enten, Spielmöglichkeiten und keine Autos im Park. Ein Ballspiel und eine Decke reichen für einen halben Nachmittag. Achte an den Einfahrten trotzdem auf den Radverkehr.
- Mit eingeschränkter MobilitätDie Hauptwege sind breit, befestigt und größtenteils eben, das ist mit Rollstuhl oder Kinderwagen gut machbar. Nur die Wege über die alten Wälle steigen leicht an. Bänke stehen regelmäßig, Toiletten gibt es im Park kaum.
Häufige Fragen
Was ist das Noorderplantsoen?
Der große Stadtpark im Nordwesten von Groningen, angelegt Ende des 19. Jahrhunderts auf den abgetragenen Festungswällen. Er ist im englischen Landschaftsstil gestaltet, mit geschwungenen Wegen, einem langen Teich und Wiesen. Seit den Neunzigern ist er autofrei und damit der wichtigste Freiluftort der Stadt.
Kostet das Noorderplantsoen Eintritt?
Nein, der Park ist frei zugänglich und rund um die Uhr offen. Geld gibst du höchstens auf einer der Terrassen an den Rändern oder im Laden auf dem Weg dorthin aus. Karten brauchst du nur für die Vorstellungen des Festivals Noorderzon im August.
Was ist Noorderzon?
Ein Festival für Theater, Tanz und Musik, das jeden August für gut anderthalb Wochen den Park bespielt. Das Gelände mit Bühnen, Bars und Essensständen kannst du frei betreten, für die Vorstellungen brauchst du Karten. In dieser Zeit sind Unterkünfte in Groningen früh ausgebucht, plane also rechtzeitig.
Wie kommt man vom Zentrum zum Noorderplantsoen?
Vom Grote Markt läufst du in etwa fünfzehn Minuten die Nieuwe Ebbingestraat hinauf, mit dem Rad bist du in fünf Minuten da. Autos brauchst du nicht und kommst mit ihnen ohnehin nicht in den Park. Auf dem Weg liegen Cafés und Läden, in denen du dir etwas für die Wiese besorgen kannst.



