Südholland · Rotterdam

Verkehr in Rotterdam: Metro, Rad & Anreise

Rotterdam ist zu weitläufig, um alles zu Fuß zu machen, und zu gut vernetzt, um es zu müssen. Fünf Metrolinien, Trams und Busse decken die Stadt ab, dazu kommen Wasserbus und Wassertaxi über die Maas. Bezahlt wird kontaktlos mit der Bankkarte, ein Papierticket brauchst du nicht.

Hier steht, wie du aus Deutschland herkommst, wie das Ein- und Auschecken funktioniert, wann sich das Rad lohnt und warum du das Auto besser am Stadtrand stehen lässt.

Auf einen Blick

  • BahnhofRotterdam Centraal, Knoten für Intercity, Metro und Tram
  • Nahverkehr5 Metrolinien, Tram und Bus der RET
  • Bezahlenkontaktlos mit Bankkarte, ein- und auschecken
  • FlughafenRotterdam The Hague Airport, klein und stadtnah
  • Autokeine Umweltzone für Pkw, P+R an den Metroendpunkten

Anreise aus Deutschland

Mit dem Zug bist du am entspanntesten unterwegs. Die schnellen Direktverbindungen aus Deutschland fahren nach Amsterdam über Utrecht, nach Rotterdam steigst du in der Regel einmal um, meist in Utrecht oder Amsterdam. Innerhalb der Niederlande fahren die Intercitys dicht getaktet, eine Reservierung brauchst du nicht, du steigst einfach in den nächsten Zug. Wie die Verbindungen im Detail laufen, steht im Beitrag zur Anreise mit dem Zug.

Mit dem Auto bist du aus dem Ruhrgebiet in wenigen Stunden da, der Haken kommt am Ziel: teure Parkplätze, viele Einbahnstraßen und Tunnel als Nadelöhre. Wer fliegt, landet fast immer in Amsterdam Schiphol und nimmt den Intercity, der knapp eine halbe Stunde bis Rotterdam Centraal braucht. Rotterdam The Hague Airport liegt zwar nah an der Stadt, ist aber klein und bedient vor allem Ferienziele, aus Deutschland gibt es kaum sinnvolle Verbindungen.

Gut zu wissen: Rotterdam Centraal ist der zentrale Umsteigepunkt für alles: Intercity, Metro, Tram, Bus und eine große Radgarage unter dem Vorplatz. Vom Bahnhof läufst du in gut 15 Minuten ins Zentrum, zum Kop van Zuid nimmst du besser die Metro.

Metro, Tram und Bus

Das Netz betreibt die RET. Fünf Metrolinien mit den Buchstaben A bis E decken die Stadt ab, die Linien A, B und C fahren in Ost-West-Richtung, D und E in Nord-Süd-Richtung. Zwischen den beiden Achsen steigst du an der Station Beurs um, sie ist die einzige gemeinsame Station der beiden Achsen. Am Hauptbahnhof halten nur die Linien D und E. Die Züge fahren tagsüber so oft, dass ein Fahrplan überflüssig ist. Die Linie E fährt weiter bis Den Haag Centraal, sie ist langsamer als der Intercity, dafür startet sie mitten in Rotterdam.

Trams nimmst du für kurze Wege in der Stadt, etwa nach Katendrecht oder Delfshaven, Busse eher abends und in die Randviertel. Die Wege zwischen den Sehenswürdigkeiten sind zu Fuß oft länger, als die Karte vermuten lässt.

Tickets: Für Metro, Tram und Bus brauchst du kein Papierticket, die kontaktlose Bankkarte reicht. Tages- und Mehrtageskarten gibt es an Automaten und im Servicecenter, sie rechnen sich erst ab mehreren Fahrten pro Tag. Prüfe vor dem Kauf ehrlich, wie viel du tatsächlich fährst.

Zur offiziellen Website der RET

OVpay: einchecken, auschecken, fertig

Der Ablauf ist im ganzen Land gleich. Du hältst die kontaktlose Bankkarte oder das Handy beim Einsteigen an die Säule, beim Aussteigen noch einmal. Abgerechnet wird nach Strecke und später gesammelt abgebucht. Wichtig: immer dieselbe Karte für Ein- und Auschecken.

Jede Person braucht eine eigene Karte, mit einer Karte kannst du nicht zu zweit einchecken. Und vergiss das Auschecken nicht, sonst wird ein höherer Grundbetrag fällig. Im Zug funktioniert dasselbe Prinzip an den Säulen im Bahnhof, alternativ kaufst du ein Ticket am Automaten oder in der App der niederländischen Bahn.

Über das Wasser: Wassertaxi und Wasserbus

Das Wassertaxi ist die schnellste und schönste Abkürzung über die Maas. Die kleinen Boote verbinden Anleger auf beiden Seiten, du bestellst sie per App oder Telefon, der Preis richtet sich nach Strecke und Personenzahl. Die kurze Überfahrt zwischen Zentrum und Katendrecht lohnt sich, für lange Strecken wird es schnell teuer.

Der Wasserbus ist ein Linienschiff und damit die günstige Variante. Er fährt Richtung Dordrecht und hält unterwegs bei Kinderdijk, für die Anfahrt zu den Mühlen ist er das beste Verkehrsmittel überhaupt. Willst du dagegen den Hafen sehen, buchst du eine echte Hafenrundfahrt und keine Linienfahrt.

Dazu kommen kleine Pontjes für Fußgänger und Radfahrer. Manche fahren kostenlos, bei anderen zahlst du einen kleinen Betrag am Anleger. Was gilt, hängt an der Linie und steht am Steg, ein Blick auf den Aushang klärt es in Sekunden.

Mit dem Rad durch die Stadt

Rotterdam ist flach und hat durchgehende, rot asphaltierte Radwege. Auf mittleren Strecken bist du damit schneller als mit der Metro. Leihräder bekommst du in Radläden und über viele Hotels. Das OV-fiets am Bahnhof brauchst du gar nicht erst zu versuchen: Dafür ist ein niederländisches Abo mit persönlicher Chipkarte nötig.

Achtung: Der Radweg ist eine Fahrbahn, kein Gehweg. Bleib als Fußgänger niemals darauf stehen, auch nicht kurz für ein Foto, und schau vor dem Überqueren in beide Richtungen. Radfahrer fahren schnell, lautlos und rechnen nicht damit, dass jemand im Weg steht. Mehr zu den Regeln steht auf der Seite zum Radfahren in den Niederlanden.

Auto: Zonen, Parken und P+R

Eine Umweltzone für ältere Dieselfahrzeuge hat Rotterdam nicht, mit dem Pkw darfst du also unabhängig vom Baujahr in die Innenstadt. Kameraüberwacht ist dagegen die Zone für emissionsfreie Stadtlogistik innerhalb des Rings, die Liefer- und Lastverkehr betrifft und nicht dich. In anderen niederländischen Städten sieht es anders aus, prüfe die Vorgaben vor der Abfahrt, den Überblick gibt die Seite zu den Umweltzonen in den Niederlanden.

Parken in der Innenstadt ist teuer und knapp, bezahlt wird per Automat oder App mit dem Kennzeichen. Die klügere Lösung sind die P+R-Plätze an den Metroendpunkten am Stadtrand, etwa Kralingse Zoom oder Slinge: Auto abstellen, Metro nehmen, in gut zehn Minuten im Zentrum. Wenn dein Hotel einen Stellplatz anbietet, kläre den Preis vor der Buchung, er ist selten im Zimmerpreis enthalten.

Häufige Fragen

Wie komme ich von Deutschland nach Rotterdam?

Am einfachsten mit dem Zug. Die schnellen Verbindungen aus Deutschland fahren über Utrecht nach Amsterdam, nach Rotterdam steigst du einmal um. Innerhalb der Niederlande fahren Intercitys dicht getaktet und ohne Reservierung. Wer fliegt, landet meist in Amsterdam Schiphol und nimmt den Intercity, der knapp eine halbe Stunde bis Rotterdam Centraal braucht.

Wie bezahle ich Metro und Tram in Rotterdam?

Mit einer kontaktlosen Bankkarte oder dem Handy. Du hältst sie beim Einsteigen an die Säule und beim Aussteigen noch einmal, abgerechnet wird nach Strecke. Benutze immer dieselbe Karte für Ein- und Auschecken, und vergiss das Auschecken nicht, sonst wird ein höherer Grundbetrag fällig. Jede Person braucht eine eigene Karte.

Lohnt sich eine Tageskarte für den Nahverkehr?

Nur, wenn du wirklich viel fährst. Wer das Zentrum zu Fuß erkundet und zweimal am Tag die Metro nimmt, fährt mit dem kontaktlosen Bezahlen günstiger. Eine Tages- oder Mehrtageskarte lohnt sich, wenn du mehrere Viertel an einem Tag verbindest, etwa Delfshaven, Kralingen und Kop van Zuid, oder mit Kindern viel umsteigst.

Kann man Rotterdam gut zu Fuß erkunden?

Teilweise. Zentrum, Blaak und der Weg über die Erasmusbrücke funktionieren zu Fuß sehr gut. Museumpark, Delfshaven, Katendrecht und Kralingen liegen dagegen weit auseinander, dort nimmst du Metro, Tram oder Rad. Rechne damit, dass Entfernungen in Rotterdam größer sind, als sie auf dem Stadtplan aussehen, die Blöcke sind breit.

Darf ich mit dem Auto in die Innenstadt von Rotterdam?

Ja. Eine Umweltzone für Pkw gibt es in Rotterdam nicht, die kameraüberwachte Zone innerhalb des Rings gilt nur für Liefer- und Lastverkehr. Teuer und knapp ist dafür das Parken. Am entspanntesten stellst du das Auto auf einem P+R-Platz an einem Metroendpunkt ab, etwa Kralingse Zoom oder Slinge, und fährst die letzte Strecke mit der Metro.