Nordholland · Amsterdam

Zaanse Schans: Ausflug zu den Windmühlen

Die Zaanse Schans ist der klassische Halbtagesausflug ab Amsterdam: grüne Holzhäuser an einem Fluss, sechs bis acht Windmühlen mit drehenden Flügeln, dazu Klompen, Käse und sehr viele Menschen. Mit dem Zug bist du in gut zwanzig Minuten dort, das Gelände selbst ist frei zugänglich.

Eines solltest du vorher wissen: Das ist kein zufällig erhaltenes Dorf. Die Häuser wurden zwischen 1961 und 1974 aus der ganzen Region hierher versetzt, um sie zu retten. Es ist also ein Freilichtmuseum ohne Zaun, halb Kulisse und halb Wohnort. Wer das weiß, hat einen guten Tag.

Zaanse Schans: Ausflug zu den Windmühlen
Foto: Gafforio, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • ProvinzNordholland
  • LageAn der Zaan bei Zaandam, nördlich von Amsterdam
  • EntstandenAb 1961 aus versetzten Holzhäusern der Region aufgebaut
  • MühlenMehrere arbeiten bis heute, für Farbe, Öl, Senf und Holz
  • Dauer2 bis 3 Stunden
  • AnreiseSprinter ab Amsterdam Centraal bis Zaandijk Zaanse Schans

Was die Zaanse Schans wirklich ist

Die Zaanstreek war im 17. und 18. Jahrhundert das erste Industriegebiet Europas. Zu Spitzenzeiten drehten sich hier mehr als 600 Windmühlen: Sie sägten Holz für die Werften, pressten Öl, mahlten Farbpigmente, Senf und Kakao. Die Kraft dafür kam vom Wind, der über das flache Land zieht, und die Region wurde damit reich.

Als das vorbei war, verschwanden die Mühlen und die Holzhäuser. Ab 1961 baute man eine Auswahl davon an dieser Uferschleife wieder auf, um wenigstens ein Ensemble zu erhalten. In einem Teil der Häuser wohnen Menschen, andere sind Werkstatt, Laden oder Museum. Bleib deshalb auf den Wegen und lauf nicht durch fremde Gärten.

Die Mühlen von innen

Das Gelände kostet nichts, die Mühlen schon: Für jede zahlst du einzeln Eintritt, und genau das lohnt sich. Von außen sind es hübsche Silhouetten, von innen laute, riechende Maschinen aus Eichenholz, in denen tonnenschwere Steine mahlen und der ganze Bau arbeitet.

Am eindrücklichsten ist die Farbmühle De Kat, die nach eigener Angabe die letzte arbeitende Farbmühle der Welt ist: Dort werden bis heute Pigmente für Restauratoren gemahlen. Daneben stehen zwei Ölmühlen, eine Senfmühle und eine Sägemühle. Wenn du nur in eine gehst, nimm eine, in der gerade gearbeitet wird, den Rest siehst du von außen.

Tipp: Steig auf die Außengalerie einer Mühle. Von dort schaust du über die Zaan, die Reihe der Nachbarmühlen und die Fabrikschornsteine dahinter, und du verstehst in einer Minute, wie Landschaft und Industrie hier zusammenhängen.

Klompen und Käse: was die Vorführungen wirklich sind

Sei nicht überrascht: Die Vorführungen sind Verkaufsveranstaltungen, und sie geben sich keine Mühe, es zu verbergen. In der Klompenwerkstatt fräst jemand in wenigen Minuten aus einem nassen Pappelklotz einen Holzschuh, erzählt dazu ein paar Anekdoten und stellt das Ergebnis in den Laden, durch den du anschließend gehst.

Bei der Käsemacherei ist es dasselbe Prinzip: kurze Erklärung, Probierstücke auf dem Tresen, dann der Verkaufsraum. Beides ist kostenlos, dauert etwa zehn Minuten und ist handwerklich durchaus interessant. Kaufen musst du nichts, und der Käse ist im Supermarkt deutlich billiger. Wer echte Käsekultur sucht, ist auf den Märkten in Alkmaar, Gouda und Edam besser aufgehoben.

Wann du kommen solltest

Vor zehn Uhr gehört dir der Ort fast allein, das Licht ist besser und auf den Fotos steht niemand im Weg. Zwischen elf und drei rollen die Reisebusse an, dazu kommen Gruppen von Kreuzfahrtschiffen, und dann stehst du in einer Schlange, um über eine Holzbrücke zu gehen.

Am späten Nachmittag leert es sich wieder, allerdings schließen die Mühlen früher als die Läden. Im Winter sind einzelne Mühlen zu, dafür bist du fast allein und der Himmel über der Zaan ist dramatischer als im Sommer. Regen macht wenig, Wind gehört dazu, es gibt kaum Schutz.

Anreise ab Amsterdam

Nimm den Sprinter ab Amsterdam Centraal bis zur Station Zaandijk Zaanse Schans, das dauert rund zwanzig Minuten. Von dort läufst du zehn bis fünfzehn Minuten durch ein Wohnviertel und über die Brücke, an der du das erste Mal die ganze Mühlenreihe siehst. Ein- und ausgecheckt wird mit kontaktloser Bankkarte, mehr dazu unter Verkehr in Amsterdam. Es fährt auch ein Direktbus ab dem Busbahnhof hinter dem Centraal Station.

Achtung: Mit dem Auto lohnt es nicht. Die Parkplätze sind kostenpflichtig und ab dem Vormittag voll, und wer durch Amsterdam fährt, gerät in die kameraüberwachte Umweltzone. Was dort gilt, steht unter Umweltzonen in den Niederlanden.

Tickets: Für das Gelände selbst brauchst du bislang keines, für jede Mühle und das Museum zahlst du einzeln. Es gibt eine Kombikarte für mehrere Mühlen, die sich ab der zweiten rechnet. Prüfe kurz vorher, ob es einen Besucherbeitrag gibt, darüber wird seit Längerem diskutiert. Bezahlt wird überall mit Karte.

Zur offiziellen Website

Was du daran hängen kannst

Zwei Stunden reichen für das Gelände, der halbe Tag ist damit nicht voll. Direkt nebenan liegt Zaandam mit seinem Stapel aus grünen Holzhausfassaden am Bahnhof, das ist ein zwanzigminütiger Abstecher wert. Wer Mühlen mag, findet die schönsten des Landes unter Windmühlen in den Niederlanden.

Und die ehrliche Alternative: Kinderdijk hat neunzehn Mühlen in einer echten Polderlandschaft, gehört zum Welterbe und ist deutlich ruhiger, liegt aber bei Rotterdam. Wenn du in Amsterdam bleibst, ist die Zaanse Schans die richtige Wahl, weitere Tagestouren stehen unter Aktivitäten und Touren in Amsterdam.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istAb elf Uhr wird es voll. Lauf dann am Ufer nach Norden aus dem Kern hinaus, dort stehen weitere Mühlen fast ohne Publikum. Oder verschiebe den Besuch auf den späten Nachmittag.
  • Wenn es regnetEs gibt kaum Unterstand, das Gelände ist offen und windig. Bei Dauerregen sind die Mühleninnenräume und das Museum die Rettung, gute Schuhe und eine Kapuze gehören dazu.
  • Mit KindernFunktioniert gut: drehende Flügel, Holzschuhe, Tiere auf den Wiesen. Kinderwagen kommen über die Wege, aber nicht in die Mühlen, dort führen steile Leitern nach oben.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDie Hauptwege sind flach, teils Kies und Kopfsteinpflaster, das rüttelt. In die Mühlen kommst du mit eingeschränkter Mobilität nicht hinein, dort gibt es nur steile Treppen und Leitern.

Häufige Fragen

Kostet die Zaanse Schans Eintritt?

Das Gelände selbst ist bislang frei zugänglich, es hat keinen Zaun und keine Kasse. Bezahlen musst du für jede Mühle einzeln, für das Museum und für den Parkplatz. Eine Kombikarte für mehrere Mühlen lohnt sich ab der zweiten. Über einen allgemeinen Besucherbeitrag wird seit Längerem diskutiert, prüfe das kurz vorher.

Wie kommt man von Amsterdam zur Zaanse Schans?

Mit dem Sprinter ab Amsterdam Centraal bis Zaandijk Zaanse Schans, rund zwanzig Minuten, danach zehn bis fünfzehn Minuten zu Fuß über die Brücke. Ein- und ausgecheckt wird mit kontaktloser Bankkarte. Es gibt außerdem einen Direktbus hinter dem Hauptbahnhof. Das Auto lohnt nicht, die Parkplätze sind kostenpflichtig und früh voll.

Wie lange braucht man für die Zaanse Schans?

Zwei Stunden für einen Rundgang mit einer Mühle von innen, drei Stunden, wenn du mehrere Mühlen und das Museum mitnimmst. Mit An- und Abreise ist es ein halber Tag. Den Rest des Tages füllst du gut mit Zaandam nebenan oder einem zweiten Ziel in Amsterdam.

Ist die Zaanse Schans zu touristisch?

Zwischen elf und drei Uhr auf jeden Fall: Busgruppen, Souvenirläden, Warteschlangen an den Brücken. Die Klompen- und Käsevorführungen sind kostenlose Verkaufsveranstaltungen, kurz und handwerklich trotzdem interessant. Früh am Morgen oder spät am Nachmittag ist der Ort ein anderer, dann wirkt die Mühlenreihe an der Zaan wirklich.

Zaanse Schans oder Kinderdijk?

Zaanse Schans, wenn du in Amsterdam bist und Mühlen von innen sehen willst, dazu Werkstätten und Läden. Kinderdijk, wenn du Landschaft suchst: neunzehn Mühlen in einem echten Polder, Welterbe, viel ruhiger, dafür ab Rotterdam. Beides an einem Tag ergibt keinen Sinn, die Orte liegen an entgegengesetzten Enden der Randstad.