Provinz Utrecht · Utrecht

Rietveld-Schröder-Haus

Das Rietveld-Schröder-Haus ist ein kleines weißes Wohnhaus mit roten, blauen und gelben Linien am östlichen Stadtrand von Utrecht. Gerrit Rietveld baute es 1924 gemeinsam mit der Bauherrin Truus Schröder, und seit 2000 steht es auf der UNESCO-Welterbeliste. Es gilt als das einzige Gebäude, in dem die Ideen von De Stijl konsequent dreidimensional umgesetzt wurden.

Hinein kommst du nur mit Führung und Reservierung. Hier steht, was den Bau so wichtig macht, wie der Besuch abläuft und warum du zuerst ins Centraal Museum gehen solltest.

Rietveld-Schröder-Haus
Foto: Rietveld-Schröderhuis.jpg: User:Luctor derivative work: Massimo Catarinella (talk), Public domain · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • ProvinzUtrecht
  • Gebaut1924 von Gerrit Rietveld für Truus Schröder
  • UNESCOWelterbe seit 2000
  • StilDe Stijl, dreidimensional umgesetzt
  • BesuchNur mit Führung und Reservierung
  • Dauer1 Stunde plus Anfahrt

Warum dieses kleine Haus Weltkulturerbe ist

1924 baute der Utrechter Möbeltischler Gerrit Rietveld ein Wohnhaus für Truus Schröder-Schräder, eine Witwe mit drei Kindern, die anders leben wollte als in den dunklen Zimmern ihrer Zeit. Sie entwarf mit. Herausgekommen ist ein Bau, der aussieht, als hätte jemand Flächen und Linien in der Luft angehalten: weiße und graue Platten, schwarze Träger, dazu Rot, Blau und Gelb als Akzente.

Das war die Übersetzung von De Stijl in die Architektur. Die Bewegung um Theo van Doesburg und Piet Mondrian hatte diese Sprache in der Malerei entwickelt, hier steht sie als bewohnbares Gebäude. Seit 2000 gehört das Haus zum UNESCO-Welterbe, und es ist bis heute das meistzitierte Wohnhaus des 20. Jahrhunderts.

Die berühmteste Stelle ist die Ecke im Obergeschoss. Dort treffen zwei Fenster aufeinander, ohne dass ein Pfosten dazwischensteht. Öffnest du beide, verschwindet die Ecke, und Innen und Außen gehen ineinander über. Für 1924 war das eine kleine Sensation.

Ein Raum, der sich in Zimmer teilt

Im Erdgeschoss liegen normale Zimmer, weil die Bauvorschriften nichts anderes zuließen. Der eigentliche Entwurf ist oben: ein einziger offener Raum, der sich mit Schiebe- und Klappwänden in Schlafzimmer, Bad und Wohnbereich unterteilen lässt. Tagsüber offen, abends geschlossen.

Bei der Führung wird das vorgeführt, und genau dieser Moment ist der Grund für den Besuch. Solange die Wände stehen, wirkt es wie eine enge Wohnung. Werden sie zurückgeschoben, ist es ein heller Raum über die ganze Etage. Dazu kommen eingebaute Möbel, ein Sprachrohr zur Küche und Farbflächen, die dem Auge sagen, wo eine Zone endet.

Tipp: Geh vorher ins Centraal Museum und schau dir die Rietveld-Möbel an, allen voran den Rot-Blauen Stuhl. Danach liest sich das Haus wie der nächste logische Schritt derselben Idee, und die Führung wird deutlich interessanter.

Der Besuch: nur mit Reservierung

Ins Haus kommst du ausschließlich mit gebuchter Führung in kleinen Gruppen, gebucht wird über das Centraal Museum. Spontan vorbeikommen funktioniert nicht, und in der Hochsaison sind die Termine Wochen vorher weg. Es ist ein bewohnbares Wohnhaus, kein Museum mit Kapazitäten.

Taschen und Rucksäcke bleiben draußen in Schließfächern, drinnen bekommst du Überzieher für die Schuhe. Die Treppe nach oben ist steil und schmal. Fotografieren ist im Inneren in der Regel nicht erlaubt, frag im Zweifel beim Guide nach. Der Rundgang dauert etwa eine Stunde.

Achtung: Das Haus steht nicht in der Altstadt, sondern an der Prins Hendriklaan am östlichen Stadtrand, und direkt daneben verläuft eine erhöhte Straße. Ursprünglich schaute man von hier über offenes Polderland, heute schaust du auf eine Fahrbahn. Wer das nicht weiß, ist beim Ankommen erst einmal irritiert.

Wie du hinkommst

Mit dem Rad bist du vom Zentrum in einer knappen Viertelstunde da, das ist die schnellste und angenehmste Variante. Mit dem Bus fährst du ab dem Hauptbahnhof in Richtung Osten, die Haltestelle liegt wenige Schritte entfernt. Zu Fuß dauert es rund 40 Minuten. Wie Ein- und Auschecken im Bus funktioniert, steht unter Verkehr in Utrecht.

Truus Schröder wohnte bis zu ihrem Tod 1985 in dem Haus, Rietveld selbst arbeitete später ebenfalls dort. Es war also über sechzig Jahre lang ein echtes Zuhause und keine Ausstellung, und das merkt man in jedem Raum.

Als Halbtagesprogramm kombinierst du das Haus am besten mit dem Museum und einem Spaziergang zurück in die Altstadt über die Nieuwegracht, mehr dazu unter Grachten und Werfkeller. Alle weiteren Höhepunkte stehen unter Sehenswürdigkeiten in Utrecht, ein Überblick über die Stadt unter Utrecht.

Tickets: Buchung läuft über das Centraal Museum, mit fester Startzeit und begrenzter Gruppengröße. In den Sommermonaten und an Wochenenden solltest du mehrere Wochen vorher buchen, unter der Woche im Winter reicht oft eine Woche. Es gibt Kombinationen mit dem Museumsbesuch, das lohnt sich, weil beides zusammengehört.

Zur offiziellen Website

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istDie Gruppen sind klein und die Termine im Sommer Wochen vorher vergeben. Schau nach Terminen unter der Woche und am frühen Vormittag, dort werden am ehesten Plätze frei. Ist alles ausgebucht, bleibt die Rietveld-Sammlung im Centraal Museum, und von außen kannst du das Haus jederzeit anschauen.
  • Wenn es regnetDie Führung findet drinnen statt und ist wetterunabhängig. Nur die Anfahrt mit dem Rad ist bei Regen unangenehm, nimm dann den Bus. Danach passt ein zweites Innenprogramm, etwa das Centraal Museum oder das Museum Speelklok.
  • Mit KindernFür Kinder unter zwölf ist das nichts: Es wird viel erklärt, nichts angefasst und die Gruppe bleibt zusammen. Ältere Kinder mit Interesse an Bauen und Design finden die Schiebewände spannend. Kinderwagen müssen draußen bleiben.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDas Haus ist nicht barrierefrei. Die Treppe ins Obergeschoss ist steil und schmal, und gerade oben liegt das Entscheidende. Wer schlecht zu Fuß ist, sollte vorher beim Centraal Museum nachfragen, was möglich ist. Der Weg zum Haus selbst ist eben und asphaltiert.

Häufige Fragen

Kann man das Rietveld-Schröder-Haus ohne Führung besichtigen?

Nein. Der Besuch ist ausschließlich mit gebuchter Führung in kleinen Gruppen möglich, reserviert wird über das Centraal Museum. Das liegt an der Größe: Es ist ein normales Wohnhaus, in dem nur wenige Menschen gleichzeitig stehen können. Von außen kannst du es dir jederzeit ansehen, es steht an einer öffentlichen Straße.

Warum ist das Rietveld-Schröder-Haus UNESCO-Welterbe?

Weil es die Ideen von De Stijl als Erstes vollständig in ein Gebäude übersetzt hat. Farbflächen, Linien und bewegliche Wände ergeben einen Raum, der sich verändern lässt, statt fest eingeteilt zu sein. Dazu kommt die Ecke ohne Pfosten, die sich vollständig öffnen lässt. Seit 2000 steht es auf der Welterbeliste.

Wie lange dauert der Besuch?

Die Führung dauert etwa eine Stunde. Rechne die Anfahrt dazu: mit dem Rad eine knappe Viertelstunde aus dem Zentrum, mit dem Bus ähnlich, zu Fuß rund 40 Minuten. Zusammen mit dem Centraal Museum, wo die Tickets gebucht werden, füllt der Besuch einen halben Tag.

Wann sollte man buchen?

Im Sommer und an Wochenenden mehrere Wochen vorher, unter der Woche im Winter reicht oft eine Woche. Die Gruppen sind klein, deshalb ist es schneller ausgebucht als die meisten Museen der Stadt. Buche zuerst diese Führung und plane den restlichen Tag darum herum.

Lohnt sich der Weg an den Stadtrand?

Wenn dich Architektur interessiert, unbedingt. Wenn nicht, ehrlich gesagt nicht: Es ist ein sehr kleines Haus ohne Aussicht, direkt neben einer erhöhten Straße. Der Besuch lebt von der Erklärung und vom Moment, in dem die Schiebewände zurückgeschoben werden.