Auf einen Blick
- Sammlungälteste private Automobilsammlung der Welt, ab 1934
- Umfangüber 200 Fahrzeuge, von Kutschen bis Rennwagen
- GebäudeNeubau von 2010, entworfen von Michael Graves
- Besonderheitniederländische Marke Spyker, Automobilkunst und Plakate
- Dauer2 bis 3 Stunden
- Lageam Stadtrand Richtung Wassenaar, nicht im Zentrum
Warum diese Sammlung besonders ist
Die meisten Automuseen sind Markenmuseen: ein Hersteller, eine Geschichte, viel Werbung. Hier ist es umgekehrt. Zwei Generationen der Familie Louwman haben über neunzig Jahre gesammelt, ohne an eine Marke gebunden zu sein, und dabei konsequent das Ungewöhnliche gekauft statt des Teuersten.
Deshalb stehen hier Dampfwagen aus der Zeit vor dem Verbrennungsmotor neben Vorkriegsluxus, Kleinstwagen der Nachkriegsjahre neben Rennwagen. Dazwischen hängen Plakate, Zeichnungen und Fotografien: Das Museum sammelt Automobilkunst mit derselben Ernsthaftigkeit wie die Fahrzeuge, und das gibt es in dieser Dichte kaum ein zweites Mal.
Das Gebäude und der Rundgang
Der Neubau wurde 2010 eröffnet und stammt vom amerikanischen Architekten Michael Graves. Von außen wirkt er mit Backstein und Ziegeldach fast wie ein sehr großes Landhaus, innen öffnet sich eine helle Halle mit Galerien. Der Rundgang läuft chronologisch: unten die Anfänge, oben die späteren Jahrzehnte.
Nimm dir für den ersten Teil Zeit. Die frühen Fahrzeuge sehen aus wie Kutschen mit Motor, weil sie genau das waren, und man sieht ihnen an, wie unklar damals war, wie ein Auto überhaupt aussehen soll. Ein eigener Bereich gehört der niederländischen Marke Spyker, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Amsterdam gebaut wurde und technisch ihrer Zeit weit voraus war.
Tickets: Zeitfenster brauchst du hier normalerweise nicht, das Haus ist groß genug. Voll wird es nur in den niederländischen Schulferien und an verregneten Sonntagen. Kaufe das Ticket online, wenn du auf die Minute planst, sonst reicht die Kasse vor Ort. Bezahlt wird mit Karte, wie fast überall in den Niederlanden.
Anfahrt: das ist der Haken
Das Museum liegt nicht im Zentrum, sondern an der Ausfallstraße Richtung Wassenaar, am Rand des Haagse Bos. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommst du ab Den Haag Centraal in gut zwanzig Minuten hin, mit dem kurzen Fußweg von der Haltestelle rechne mit rund fünfundzwanzig. Welche Linie gerade fährt und wie das Ein- und Auschecken läuft, steht unter Verkehr in Den Haag.
Mit dem Auto ist es umgekehrt der einfachste Programmpunkt der Stadt: Du fährst nicht durch die Innenstadt, es gibt einen eigenen Parkplatz, und du sparst dir die Suche nach einer Lücke im Zentrum. Prüfe trotzdem vorher die Umweltzonen entlang deiner Route, sie werden mit Kameras überwacht. Der Überblick steht unter Umweltzonen in den Niederlanden.
Tipp: Leg den Besuch auf den Tag mit der schlechtesten Vorhersage. Den Haag hat mit Strand und Innenstadt genug Programm, das nur bei gutem Wetter Spaß macht, und dieses Haus ist komplett überdacht. So verlierst du keine einzige Sonnenstunde am Meer.
Gut zu wissen: Auf dem Rückweg liegt der Haagse Bos zwischen Museum und Zentrum, ein alter Waldstreifen, durch den ein Radweg führt. Wer ein Leihrad hat, macht daraus eine schöne halbe Stunde. Als Fußgänger gilt auch hier: Der rote Streifen ist ein Radweg und kein Gehweg.
Womit du es kombinierst
Auf demselben Ausfallweg liegt Madurodam, die Miniaturstadt, die mit Kindern ohnehin auf der Liste steht. Beides an einem Tag ist machbar, wenn ihr Ausdauer habt. Von dort ist es nicht weit bis Scheveningen, sodass Museum, Miniaturstadt und Strand in einer Linie liegen.
Wer lieber Kunst nachlegt, fährt zurück Richtung Westen zum Kunstmuseum oder ins Zentrum zum Mauritshuis. Die vollständige Reihenfolge für zwei bis drei Tage steht unter Den Haag Sehenswürdigkeiten, den Rahmen dazu gibt der Stadtführer Den Haag.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istVoll wird es hier selten, das Haus ist groß und die Wege breit. Wenn eine Schulklasse oder ein Clubtreffen unterwegs ist, dreh die Reihenfolge um und beginne oben bei den Rennwagen statt unten bei den Kutschen.
- Wenn es regnetDer beste Regentag-Plan der Stadt. Du bist durchgehend drinnen, der Weg vom Parkplatz zum Eingang ist kurz, und niemand muss draußen anstehen. Wer mit der Tram kommt, hat allerdings ein paar Minuten Fußweg von der Haltestelle.
- Mit KindernFunktioniert ab etwa sechs Jahren gut, weil die Szenen wie Bühnenbilder aufgebaut sind. Gib jedem Kind eine Aufgabe: das älteste Fahrzeug finden, das kleinste, das schnellste. Anfassen ist nicht erlaubt, das solltest du vorher ansagen.
- Mit eingeschränkter MobilitätDer Neubau ist barrierefrei geplant, mit Aufzügen, breiten Rampen und ebenen Böden, kein Kopfsteinpflaster wie in der Innenstadt. Die Rundgänge sind lang, Sitzgelegenheiten gibt es unterwegs.
Häufige Fragen
Lohnt sich das Louwman Museum auch ohne Autofans?
Ja, überraschend gut. Die Fahrzeuge stehen in gebauten Szenen statt in Reihen, und der Rundgang erzählt Alltags- und Designgeschichte von der Kutsche bis in die Gegenwart. Wer sich für Gestaltung, Handwerk oder das 20. Jahrhundert interessiert, hat hier zwei gute Stunden, auch ohne einen einzigen Motor zu kennen.
Wie kommt man ohne Auto zum Louwman Museum?
Ab Den Haag Centraal fährst du mit dem Nahverkehr rund zwanzig Minuten Richtung Wassenaar, danach folgt ein kurzer Fußweg zum Eingang, insgesamt also rund fünfundzwanzig Minuten. Bezahlt wird kontaktlos mit der Bankkarte, du checkst beim Einsteigen ein und beim Aussteigen wieder aus. Mit dem Leihrad brauchst du vom Zentrum ungefähr eine halbe Stunde durch den Haagse Bos.
Wie viel Zeit sollte man einplanen?
Zwei bis drei Stunden im Haus sind realistisch, dazu kommt die Anfahrt in beide Richtungen. Wer jedes Schild liest und die Plakatsammlung mitnimmt, ist auch vier Stunden beschäftigt. Für einen zweitägigen Städtetrip heißt das: Es ist ein halber Tag, nicht ein Zwischenstopp.
Ist das Louwman Museum etwas für Kinder?
Ab etwa sechs Jahren funktioniert es gut, weil die Szenen wie Bühnenbilder aufgebaut sind und es viel zu entdecken gibt. Hilfreich sind kleine Suchaufträge: das älteste Fahrzeug, das kleinste, das mit den meisten Rädern. Anfassen ist nicht erlaubt, das solltest du vor dem Eingang klarstellen.
Was macht man in Den Haag bei Regen?
Das Louwman Museum ist der beste Plan, weil du durchgehend drinnen bist und weit weg vom Wind an der Küste. Im Zentrum funktionieren Mauritshuis, Escher im Palast und das Panorama Mesdag ebenfalls trocken, sie liegen nah beieinander. Das Kunstmuseum füllt zusammen mit dem Fotomuseum einen halben Tag.





