Auf einen Blick
- ProvinzDrenthe, Provinzhauptstadt
- Bekannt fürDrents Museum, Dutch TT, Hünengräber
- MuseumMoorleichen und das Boot von Pesse
- Empfohlene Dauer1 Tag Stadt, 2 bis 3 Tage mit Umgebung
- Beste ReisezeitMai bis September, Heideblüte im Spätsommer
- AnreiseIntercity auf der Strecke Zwolle bis Groningen
Warum sich Assen lohnt
Nicht wegen der Altstadt, denn eine geschlossene gibt es nicht. Assen wuchs um ein Kloster und wurde erst spät zur Stadt, das Zentrum ist eine Mischung aus alten Amtsgebäuden am grünen Brink und normalen Einkaufsstraßen. Wer Grachtenhäuser sucht, fährt in den Westen des Landes.
Assen lohnt sich wegen seiner Inhalte. Das Provinzmuseum spielt in einer Liga, die man einer Stadt dieser Größe nicht zutraut. Die Rennstrecke ist seit hundert Jahren eine feste Größe im Motorsport. Und ringsum liegt die älteste Kulturlandschaft der Niederlande, mit Grabmonumenten, die mehrere Jahrhunderte vor den ägyptischen Pyramiden entstanden.
Die wichtigsten Ziele in Assen
1 Drents Museum
Das Museum sitzt in den alten Verwaltungsgebäuden am Brink, dazu kommt ein moderner Teil unter der Erde. Die Sammlung ist die Grundlage für alles, was du in Drenthe draußen anschaust. Hier liegen die Moorleichen: das Mädchen von Yde, ein Teenager aus der Eisenzeit, dessen Gesicht rekonstruiert wurde, und die beiden Männer von Weerdinge.
Das zweite Glanzstück ist ein ausgehöhlter Baumstamm, gefunden bei Pesse, gut zehntausend Jahre alt und damit das älteste bekannte Boot der Welt. Es sieht aus wie ein Trog und war eines. Plane zwei bis drei Stunden ein, mit einer Sonderausstellung mehr. Weitere große Häuser des Landes stehen unter Museen in den Niederlanden.
Tickets: Für die Dauerausstellung reicht es meist, vor Ort zu buchen. Bei den großen Sonderausstellungen, für die das Haus bekannt ist, arbeitet das Museum mit Zeitfenstern, und die sind an Wochenenden früh weg. Kauf dann online, bevor du anreist.
2 TT Circuit und die Dutch TT
Seit 1925 wird bei Assen Motorrad gefahren, anfangs auf öffentlichen Straßen, später auf einer eigenen Strecke. Die Dutch TT gehört zu den traditionsreichsten Rennen des Motorradsports, und der Kurs trägt im Fahrerlager den Beinamen Kathedrale. Wer sich nicht für Motorsport interessiert, wird von der Anlage nicht viel haben.
Wer sich dafür interessiert, plant das Rennwochenende im Sommer ein und bucht das Hotel Monate vorher. Dann ist die ganze Stadt im Ausnahmezustand, mit Bühnen im Zentrum und Zeltplätzen ringsum. An normalen Wochenenden laufen kleinere Veranstaltungen, den Kalender findest du auf der offiziellen Website des Circuits.
3 Asserbos und der Brink
Direkt südlich des Zentrums beginnt der Asserbos, ein alter Wald mit breiten Alleen, in dem die halbe Stadt spazieren geht. Für die Niederlande ist es ungewöhnlich, dass man aus der Fußgängerzone in zehn Minuten in einen richtigen Wald läuft. Nimm den Weg über den Brink, den grünen Platz mit den alten Bäumen, um den herum die Amtsgebäude stehen.
4 Herinneringscentrum Kamp Westerbork
Wenige Kilometer südlich, bei Hooghalen, lag das Durchgangslager Westerbork. Von hier wurden mehr als hunderttausend Menschen in die Vernichtungslager deportiert, unter ihnen Anne Frank. Das Gelände ist heute Gedenkstätte, mit einem Besucherzentrum am Rand und einem Weg, der zum eigentlichen Lagerplatz führt.
Nimm dir Zeit und komm nicht zwischen zwei Terminen. Für Kinder unter zehn ist der Ort inhaltlich zu schwer. Auf dem früheren Lagergelände stehen heute große Radioteleskope, ein Kontrast, den man erst einmal aushalten muss.
5 Die Hünengräber ringsum
Die Hünengräber, auf Niederländisch hunebedden, liegen fast alle in Drenthe, und Assen ist ein guter Ausgangspunkt. Es sind Grabkammern aus Findlingen, gebaut vor rund fünftausend Jahren von Bauern, die die Steine mit der Eiszeit geschenkt bekamen. Bei Rolde stehen zwei direkt neben der Kirche, in Borger das größte des Landes samt Museum dazu.
Der Weg dorthin führt über den Hondsrug, einen flachen Höhenzug aus der Eiszeit. Mit dem Rad ist das die beste Art, sie zu verbinden, es geht von einem Denkmal zum nächsten. Wie das Knotenpunktnetz funktioniert, steht unter Radfahren in den Niederlanden.
Tipp: Geh zuerst ins Drents Museum und danach hinaus zu den Hünengräbern. In der falschen Reihenfolge sind es Steinhaufen im Wald. Nach dem Museum weißt du, wer sie gebaut hat, warum sie so aussehen und was die Menschen hineinlegten.
Anreise, Verkehr und Auto
Assen liegt an der Bahnstrecke Zwolle bis Groningen, die Intercitys halten hier, der Bahnhof ist ein kurzer Fußweg vom Zentrum. Aus Norddeutschland reist du über Bremen und Leer nach Groningen an, prüfe diese Verbindung aber vorab, sie ist nicht immer durchgehend. Der übliche Weg aus dem Ruhrgebiet führt über Zwolle, mehr dazu unter mit dem Zug in die Niederlande.
Im Nahverkehr checkst du beim Einsteigen ein und beim Aussteigen wieder aus, kontaktlose Bankkarten funktionieren dafür. Zu den Hünengräbern und nach Westerbork fahren Regionalbusse, deren Takt am Wochenende dünner wird. Ein Leihrad ist in Drenthe fast immer die schnellere Lösung.
Mit dem Auto ist Assen entspannt, geparkt wird in den Anlagen am Rand des Zentrums. Für Pkw gibt es hier keine Umweltzone, seit Januar 2025 gilt in der Innenstadt aber eine kameraüberwachte Zero-Emissions-Zone für Liefer- und Lastwagen. Sobald du in größere Städte weiterfährst, triffst du auf Umweltzonen, die per Kamera kontrolliert werden, und ein deutsches Kennzeichen hilft nicht. Prüf die Route vorher unter Umweltzonen in den Niederlanden.
Gut zu wissen: Bezahlt wird fast überall mit Karte, viele Museen und Cafés nehmen gar kein Bargeld mehr an, und Kreditkarten werden längst nicht überall akzeptiert. Am zuverlässigsten ist eine kontaktlose Debitkarte. Auf Übernachtungen erhebt die Gemeinde eine Touristensteuer, und im TT-Wochenende sind Zimmer im weiten Umkreis ausgebucht.
Beste Reisezeit und wie viel Zeit du brauchst
Der wärmste Monat ist der August mit rund 23 Grad am Tag und gut 14 Grad in der Nacht. Im Januar bleibt es tagsüber bei knapp 6 Grad. Am trockensten ist der Mai mit rund 55 Millimetern, am nassesten der Juli mit etwa 92 Millimetern an fünfzehn Tagen. Der Sommerregen kommt hier als kurzer, kräftiger Schauer, nicht als Landregen.
Für die Stadt selbst reicht ein Tag mit Museum und Wald. Zwei bis drei Tage lohnen sich, wenn du Westerbork, die Hünengräber und einen Abstecher nach Orvelte oder Emmen anhängst. Die Heide blüht im Spätsommer, September ist der ruhigste und einer der schönsten Monate.
Klima und Anreise auf einen Blick
- Wärmster MonatAugust, 23 °C
- Kühlster MonatJanuar, 1 °C
- Trockenster MonatMai
- Höhe12 m
Temperatur Tag und Nacht, in Grad Celsius
Regen Millimeter und Regentage pro Monat
Entfernung ab deutschen Flughäfen
| Ab | Entfernung | Flugzeit ca. |
|---|---|---|
| Düsseldorf (DUS) | 190 km | 0 Std. 50 Min. |
| Hamburg (HAM) | 238 km | 0 Std. 55 Min. |
| Köln/Bonn (CGN) | 240 km | 0 Std. 55 Min. |
| Frankfurt (FRA) | 357 km | 1 Std. 0 Min. |
| Berlin (BER) | 473 km | 1 Std. 10 Min. |
| Stuttgart (STR) | 514 km | 1 Std. 15 Min. |
| München (MUC) | 634 km | 1 Std. 25 Min. |
Monatswerte sind Durchschnitte der Jahre 2015 bis 2024, berechnet aus der ERA5-Reanalyse von Copernicus, bereitgestellt über Open-Meteo (CC BY 4.0). Die aktuelle Temperatur liefert das Meteorologische Institut Norwegen (CC BY 4.0). Die Flugzeit ist aus der Luftlinie geschätzt und setzt einen Direktflug voraus, nicht von jedem Flughafen gibt es eine direkte Verbindung.
Städte in der Nähe
| Stadt | Entfernung | Mit dem Auto etwa |
|---|---|---|
| Orvelte | 18 km | 20 km, 0 Std. 15 Min. |
| Groningen | 25 km | 30 km, 0 Std. 15 Min. |
| Emmen | 33 km | 40 km, 0 Std. 30 Min. |
| Appingedam | 41 km | 50 km, 0 Std. 30 Min. |
| Bourtange | 42 km | 50 km, 0 Std. 30 Min. |
| Giethoorn | 43 km | 50 km, 0 Std. 30 Min. |
Entfernungen sind Luftlinie, die Fahrzeit ist aus der Straßenentfernung geschätzt und hängt von Route und Verkehr ab.
Häufige Fragen
Lohnt sich das Drents Museum?
Ja, es ist der Hauptgrund für einen Besuch in Assen. Die Moorleichen aus der Eisenzeit und das Boot von Pesse, das älteste bekannte der Welt, gibt es so nirgendwo sonst. Dazu kommen wechselnde Sonderausstellungen, für die das Haus im ganzen Land bekannt ist. Plane zwei bis drei Stunden ein, bei einer Sonderausstellung mehr.
Wie viele Tage braucht man für Assen?
Ein Tag reicht für Museum, Brink und Asserbos. Sinnvoller sind zwei bis drei Tage, weil die eigentlichen Ziele der Provinz ringsum liegen: die Hünengräber auf dem Hondsrug, die Gedenkstätte Westerbork, das Museumsdorf Orvelte. Als Basis funktioniert Assen dafür gut, weil Bahn und Busse hier zusammenlaufen.
Kann man das TT Circuit auch ohne Rennen besuchen?
Die Strecke ist keine frei zugängliche Sehenswürdigkeit, sondern eine Sportanlage mit Veranstaltungskalender. Neben der großen Motorradveranstaltung im Sommer laufen dort das Jahr über weitere Rennen und Events. Wenn du gezielt hin willst, schau vorher auf die offizielle Website. Ohne Interesse am Motorsport kannst du die Anlage guten Gewissens auslassen.
Wo liegen die Hünengräber bei Assen?
Rund um die Stadt auf dem Hondsrug, einem flachen Höhenzug aus der Eiszeit. Zwei stehen bei Rolde direkt neben der Kirche, das größte des Landes liegt in Borger, wo auch ein Museum dazu gehört. Mit dem Rad lassen sie sich gut zu einer Tagesrunde verbinden, mit dem Auto ist die Strecke in einer halben Stunde gefahren.
Ist ein Besuch in Kamp Westerbork mit Kindern möglich?
Ab etwa zehn Jahren und mit Vorbereitung ja. Es ist eine Gedenkstätte für einen Ort, von dem aus mehr als hunderttausend Menschen deportiert wurden, entsprechend schwer ist der Inhalt. Jüngere Kinder überfordert das. Plane einen halben Tag ein, geh den Weg zum Lagergelände zu Fuß und nimm dir danach nichts Fröhliches mehr vor.
Kommt man in Assen ohne Auto zurecht?
In der Stadt gut, in der Provinz mit Einschränkung. Intercitys halten am Bahnhof, das Zentrum ist zu Fuß erreichbar, Busse fahren zu den bekannten Zielen ringsum. Am Wochenende wird der Takt dünner. Die beste Lösung ist ein Leihrad: Drenthe ist flach, die Wege sind ausgeschildert, und die Hünengräber liegen ohnehin an Radrouten.






