Auf einen Blick
- Kältester MonatJanuar, tagsüber im Mittel 6,7 Grad
- WeihnachtsmärkteValkenburg in Höhlen, Deventer mit Dickens-Fest
- Sinterklaas5. Dezember, Familienabend
- Natureisselten geworden, die letzte Elfstedentocht war 1997
- AndrangJanuar und Februar am ruhigsten
- Ideale Dauer3 bis 5 Tage
Die kurze Antwort
Komm im Dezember für die Märkte und die Lichter, komm im Januar oder Februar für Museen und niedrige Preise. Was du nicht planen kannst, ist Eis: Natureis gibt es vielleicht in jedem fünften Winter für ein paar Tage. Wer darauf hofft, wird meistens enttäuscht, wer es zufällig erwischt, erlebt ein Land im Ausnahmezustand.
Der Winter ist außerdem die Zeit, in der die kleinen Städte gewinnen. In einer Grachtenstadt bei Dunkelheit zu laufen, mit beleuchteten Brücken und Fenstern ohne Vorhang, ist ein besseres Erlebnis als dieselbe Straße im Juli mit dreihundert anderen.
Weihnachtsmärkte: Valkenburg und Deventer
Valkenburg in Limburg hat den ungewöhnlichsten Weihnachtsmarkt Europas: Er findet unter der Erde statt, in den alten Mergelhöhlen im Hügel unter der Burgruine. Die Gänge sind kühl, gleichmäßig temperiert und mit Lichtern und Ständen bespielt. Es gibt mehrere Höhlen mit eigenen Märkten, dazu einen oberirdischen Teil im Ort. Der Ort ist von Maastricht aus in kurzer Zeit erreichbar, was sich als Kombination anbietet.
In Deventer an der IJssel wird an einem Dezemberwochenende das Dickens-Festijn gefeiert. Das mittelalterliche Bergkwartier verwandelt sich in eine englische Romanwelt, mit Hunderten kostümierten Figuren, die Rollen aus Dickens-Romanen spielen. Es ist kostenlos, deshalb ist es sehr voll, und du stehst in der Warteschlange in die Gassen. Der Termin liegt nicht jedes Jahr gleich, prüf ihn vor der Buchung.
Gut zu wissen: Die niederländischen Weihnachtsmärkte sind kleiner und weniger zahlreich als die deutschen. Weihnachten ist hier stärker ein Familienfest als ein Straßenfest. Wer viele Buden erwartet, wird enttäuscht. Wer Lichterketten über Grachten, warme Cafés und leere Museen sucht, ist genau richtig.
Schlittschuhlaufen, ehrlich betrachtet
Eislaufen gehört zur nationalen Identität, aber Natureis ist selten geworden. Die berühmte Elfstedentocht, eine rund 200 Kilometer lange Tour über zugefrorene Kanäle durch elf friesische Städte, wurde zuletzt 1997 gefahren. Seitdem hat es nie wieder für genug Eisdicke gereicht.
Was du sicher bekommst, sind künstliche Eisbahnen. In vielen Städten steht im Dezember eine auf dem zentralen Platz, dazu gibt es feste Eisstadien im ganzen Land. Wenn tatsächlich Frost kommt, ändert sich alles innerhalb von Tagen: Auf den Grachten und auf Poldergräben stehen dann plötzlich Tausende. Verlass dich dabei nie auf die eigene Einschätzung der Eisdicke, sondern nur auf offizielle Freigaben.
Museen ohne Schlange
Der größte Vorteil des Winters. Im Januar und Februar gehst du in Häuser, für die du im Sommer Wochen vorher buchen musst. Das Rijksmuseum ist morgens ruhig, das Mauritshuis in Den Haag lässt sich in zwei Stunden in Ruhe ansehen, und in kleineren Häusern bist du zeitweise allein im Saal.
Eine Ausnahme bleibt das Anne-Frank-Haus, für das du auch im Winter vorab ein Zeitfenster brauchst. Welche Häuser sich lohnen, steht unter die besten Museen der Niederlande. Weil die Tage kurz sind, funktioniert der Winter am besten mit einem festen Rhythmus: draußen laufen, solange es hell ist, drinnen sein, wenn es dunkel wird.
Sinterklaas verstehen
Am 5. Dezember ist Pakjesavond, und das ist der eigentliche Bescherungsabend für Kinder. Sinterklaas kommt Mitte November mit dem Schiff an, was in einer Hafenstadt jedes Jahr live übertragen wird, und ist bis zum 5. Dezember im Land. Gefeiert wird mit Gedichten, aufwendig verpackten Überraschungen und Pfeffernüssen.
Für dich als Gast heißt das: Am Abend des 5. Dezember sind die Straßen leer, weil alle zu Hause sitzen, und die Restaurants haben Platz. Die Figur des Begleiters wurde in den vergangenen Jahren stark diskutiert und hat sich verändert, in den meisten Städten tritt er heute als Roetveegpiet mit Rußspuren im Gesicht auf. Mehr zum Festkalender steht unter Feste in den Niederlanden.
Jahreswechsel
Silvester wird laut gefeiert. Privates Feuerwerk ist an diesem einen Abend erlaubt, allerdings haben mehrere Städte inzwischen Verbotszonen eingerichtet, teils für das gesamte Zentrum. Prüf das vor Ort, bevor du irgendwo etwas zündest.
Dazu gehören Oliebollen, frittierte Teigbällchen mit Puderzucker, die ab Dezember an Ständen verkauft werden. Im Nordosten des Landes gibt es das Carbidschieten: Milchkannen werden mit Karbid gefüllt und mit einem lauten Knall abgefeuert, eine Tradition auf dem Land, die man sich einmal ansehen sollte.
Tipp: Nimm den Winter für die Städte, die im Sommer überlaufen sind. Ein Wochenende in Amsterdam im Februar ist eine völlig andere Stadt: bezahlbare Hotels, freie Tische, Museen ohne Zeitdruck und Grachten, an denen du stehen bleiben kannst, ohne im Weg zu sein.
Praktisch im Winter
Es geht weniger um Kälte als um Wind und Feuchtigkeit. Sechs Grad mit Wind an einer Gracht fühlen sich an wie null. Mütze, winddichte Jacke und wasserfeste Schuhe reichen, dicke Daunenkleidung brauchst du selten. Die Dämmerung setzt im Dezember am späten Nachmittag ein, plan Außenprogramm deshalb früh.
Bezahlen läuft mit Karte, auch am Glühweinstand. Viele Betriebe nehmen kein Bargeld mehr an, Kreditkarten funktionieren nicht überall, eine Debitkarte mit Kontaktlosfunktion ist die sichere Wahl. Im Nahverkehr checkst du beim Einsteigen ein und beim Aussteigen aus.
Räder fahren auch bei Frost und Regen, oft mit Regenponcho und einer Hand am Lenker. Als Fußgänger bleibst du vom roten Radweg weg, im Dunkeln fällt dir das schwerer als am Tag. Wer mit dem Auto kommt, sollte die Umweltzonen der größeren Städte kennen, die per Kamera überwacht werden. Auf die Übernachtung kommt in vielen Gemeinden eine Touristensteuer, in Amsterdam als Prozentsatz vom Zimmerpreis. Der Vergleich aller Jahreszeiten steht unter beste Reisezeit für die Niederlande.
Häufige Fragen
Lohnt sich der Winter für eine Reise in die Niederlande?
Für Städte und Museen ja. Der Januar bleibt tagsüber bei 6,7 Grad, Schnee ist selten, und die großen Häuser sind so leer wie in keinem anderen Monat. Hotels kosten deutlich weniger als im Sommer. Rechne mit Wind, Nieselregen und früher Dunkelheit, und plan den Tag so, dass du bei Tageslicht draußen bist.
Kann man in den Niederlanden auf Natureis Schlittschuh laufen?
Nur mit viel Glück. Es braucht mehrere Frosttage am Stück, und das kommt nur noch in wenigen Wintern vor. Die letzte Elfstedentocht über rund 200 Kilometer fand 1997 statt. Sicher bekommst du künstliche Eisbahnen, die im Dezember auf vielen Marktplätzen stehen, sowie feste Eisstadien im ganzen Land.
Welcher Weihnachtsmarkt in den Niederlanden ist der beste?
Valkenburg, weil er in den Mergelhöhlen unter der Burg stattfindet und damit einzigartig ist. Wer Atmosphäre statt Buden sucht, fährt nach Deventer zum Dickens-Festijn, bei dem sich das alte Viertel in eine Romanwelt verwandelt. Beide sind sehr voll, unter der Woche und früh am Tag ist es deutlich angenehmer.
Was ist Sinterklaas und wann wird gefeiert?
Sinterklaas ist ein eigenständiges Fest am 5. Dezember, unabhängig von Weihnachten. Der Heilige kommt Mitte November per Schiff an, gefeiert wird am Abend des 5. Dezember mit Geschenken, selbst geschriebenen Gedichten und Pfeffernüssen. Es ist ein Familienabend, kein Straßenfest. Die Straßen sind an diesem Abend auffällig leer.
Wie kalt wird es in den Niederlanden im Winter?
Milder als in weiten Teilen Deutschlands. Der Januar liegt tagsüber im Mittel bei 6,7 Grad, nachts bei gut zwei. An der Küste ist es noch milder, auf Texel liegen die Tiefstwerte bei 4,2 Grad. Der Wind macht den Unterschied: Winddichte Kleidung hilft mehr als eine besonders dicke Jacke.






