Provinz Utrecht · Utrecht

Museum Speelklok

Das Museum Speelklok sammelt Instrumente, die ohne Musiker auskommen: Spieluhren, Drehorgeln, Tanzorgeln, Pianolas und mechanische Orchester. Es sitzt in der Buurkerk, der ältesten Pfarrkirche von Utrecht, ein paar Schritte von der Oudegracht entfernt.

Das Besondere ist, dass die Stücke nicht hinter Glas stehen, sondern gespielt werden. Genau deshalb entscheidet die Uhrzeit über den Besuch: Ohne Führung mit Vorführung siehst du schöne Möbel, mit Führung hörst du ein Museum. Hier steht, wie du das richtig planst.

Museum Speelklok
Foto: bertknot from scarborough, australia, CC BY-SA 2.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • ProvinzUtrecht
  • GebäudeBuurkerk, älteste Pfarrkirche der Stadt
  • SammlungSelbstspielende Musikinstrumente
  • Kern des BesuchsFührung mit Vorführung, rund 1 Stunde
  • Dauer1,5 bis 2 Stunden
  • LageSteenweg, 2 Minuten vom Domplein

Ein Museum, das man hört

Die meisten Museen bittet man um Ruhe. Dieses funktioniert umgekehrt. Die Sammlung besteht aus Instrumenten, die sich selbst spielen: Spieluhren so groß wie eine Streichholzschachtel, Standuhren mit eingebautem Glockenspiel, Drehorgeln, Tanzorgeln aus Ballsälen, Pianolas und ganze mechanische Orchester mit Trommeln, Becken und Geigen.

Der Punkt ist, dass sie angeworfen werden. Ein Guide geht mit der Gruppe durch die Räume, wählt aus, was gespielt wird, und dann steht ein Kirchenraum voller Menschen, die einer hundert Jahre alten Tanzorgel zuhören. Das ist laut, ein bisschen komisch und deutlich beeindruckender, als es sich beschreiben lässt.

Die Führung ist der eigentliche Besuch

Ohne Vorführung siehst du nur Gehäuse. Deshalb ist die Führung nicht optional, sondern der Kern: Sie startet mehrmals täglich und dauert etwa eine Stunde. Frag beim Ticketkauf, wann die nächste beginnt, und plane deinen Tag darum herum statt umgekehrt.

Vorher oder nachher kannst du dir die Räume in Ruhe selbst anschauen. Ein Teil der Instrumente lässt sich per Knopfdruck starten, das ist besonders bei Kindern beliebt. Insgesamt bist du mit anderthalb bis zwei Stunden gut dabei.

Tipp: Stell dich bei der Vorführung nicht direkt vor die großen Orgeln, sondern ein paar Meter seitlich. Von dort hörst du die einzelnen Register, statt nur von der Lautstärke erschlagen zu werden. Und schau während des Spielens auf die Mechanik statt auf die bemalte Front, dort passiert das Eigentliche.

Was du zu sehen bekommst

Die Bandbreite reicht vom Taschenformat bis zum Straßenmöbel. Niederländische Drehorgeln, die man aus Fußgängerzonen kennt, stehen neben belgischen Tanzorgeln aus der Zwischenkriegszeit und Musikautomaten, bei denen sich Figuren bewegen. Dazu kommen Uhren, die zur vollen Stunde ein kleines Konzert geben.

Interessant ist auch die Werkstatt. Das Museum restauriert die Instrumente selbst, und ein Teil dieser Arbeit ist einsehbar. Wer wissen will, wie eine gestanzte Papprolle zu Musik wird, bekommt es hier erklärt, ohne dass es technisch wird.

Die Buurkerk als Gebäude

Das Museum sitzt in der Buurkerk, der ältesten Pfarrkirche der Stadt, ein paar Schritte von der Oudegracht entfernt. Der gotische Raum ist Teil des Erlebnisses: Hohe Gewölbe sorgen dafür, dass eine Tanzorgel klingt wie ein ganzes Orchester.

Von außen ist der Bau leicht zu übersehen, weil die Einkaufsstraße dicht davor steht. Suche den Eingang an der Steenweg, dann stehst du nach zwei Minuten Fußweg vom Domturm davor.

Gut zu wissen: Es wird laut, richtig laut. Wer geräuschempfindlich ist oder mit einem Kleinkind kommt, sollte das einplanen, ein Gehörschutz für die Kleinsten ist keine schlechte Idee. Bezahlt wird an der Kasse und im Museumsladen mit Karte, Bargeld nehmen viele Häuser gar nicht mehr an.

Mit Kindern

Das ist eines der wenigen Museen, in denen Kinder von allein wach bleiben. Alles bewegt sich, alles macht Geräusche, und bei der Vorführung darf oft jemand aus der Gruppe eine Kurbel drehen. Gut funktioniert es ab etwa vier Jahren, richtig gut zwischen sechs und zwölf.

Mit sehr kleinen Kindern ist das nijntje museum am Centraal Museum die passendere Adresse, mit eisenbahnbegeisterten Kindern das Spoorwegmuseum. Alle Höhepunkte im Überblick stehen unter Sehenswürdigkeiten in Utrecht.

Tickets: Tickets kannst du online oder an der Kasse kaufen, ausverkauft ist selten. Entscheidend ist nicht das Ticket, sondern die Uhrzeit: Komm so, dass du eine Führung mitnimmst, sonst zahlst du für die halbe Erfahrung. Die Rundgänge laufen auf Niederländisch, für andere Sprachen fragst du am Empfang nach den Zeiten. Die Museumkaart gilt hier, das rechnet sich ab etwa vier Museen im Jahr.

Zur offiziellen Website

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istIst die nächste Führung voll, schau dir die Räume vorher selbst an und häng dich an die übernächste. An Regentagen und in den Ferien ist es voll, dann hilft der frühe Vormittag. Zur Not weichst du auf das Centraal Museum aus, das zehn Gehminuten entfernt liegt.
  • Wenn es regnetEin idealer Regentag-Ort, alles findet drinnen statt. Rechne aber damit, dass viele Besucher denselben Gedanken haben. Nach dem Museum bist du in zwei Minuten in einem Werfkeller an der Oudegracht, auch das geht trocken.
  • Mit KindernFunktioniert ab etwa vier Jahren und ist zwischen sechs und zwölf ein Volltreffer, weil sich alles bewegt und Geräusche macht. Für Kleinkinder ist es sehr laut, ein Gehörschutz hilft. Bei der Vorführung darf oft jemand mitkurbeln, das lohnt sich für ungeduldige Kinder.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDie Kirche ist ebenerdig und lässt sich gut befahren, die Wege im Inneren sind breit. Der Weg dorthin führt über Kopfsteinpflaster und eine belebte Einkaufsstraße. Bei der Führung wird viel gestanden, frag am Empfang nach einem Hocker.

Häufige Fragen

Lohnt sich das Museum Speelklok?

Ja, wenn du eine Führung mitnimmst. Die Instrumente werden dabei vorgeführt, und erst dann versteht man, warum ein selbstspielendes Orchester aus dem 19. Jahrhundert beeindruckt. Ohne Vorführung bleibt es eine Sammlung schöner Gehäuse. Plane also nach den Startzeiten der Rundgänge, nicht nach deinem eigenen Zeitplan.

Wie lange braucht man im Museum Speelklok?

Anderthalb bis zwei Stunden reichen. Die Führung dauert etwa eine Stunde, davor oder danach schaust du dir die Räume selbst an und startest einzelne Instrumente per Knopfdruck. Mit Kindern kann es etwas länger dauern, weil sie mehrfach zurücklaufen wollen.

Ist das Museum Speelklok gut für Kinder?

Sehr gut, vor allem zwischen sechs und zwölf Jahren. Alles bewegt sich und klingt, bei der Vorführung darf oft jemand aus der Gruppe kurbeln. Für Kleinkinder ist die Lautstärke ein Thema, ein Gehörschutz hilft. Für Kinder unter sechs ist das nijntje museum die bessere Wahl.

In welchem Gebäude ist das Museum Speelklok?

In der Buurkerk, der ältesten Pfarrkirche von Utrecht, an der Steenweg mitten in der Innenstadt. Der gotische Raum ist Teil des Erlebnisses, denn die hohen Gewölbe machen aus einer Tanzorgel ein Orchester. Vom Domplein läufst du zwei Minuten, von der Oudegracht noch weniger.

Muss man Tickets vorher buchen?

Meistens nicht, ausverkauft ist selten. Wichtiger als das Ticket ist die Uhrzeit der nächsten Führung, die du am besten vorab auf der Website prüfst. Die Museumkaart wird akzeptiert, sie lohnt sich ab etwa vier Museumsbesuchen innerhalb eines Jahres.