Auf einen Blick
- ArchitektPiet Blom
- GebautAnfang der 1980er Jahre
- Anzahl38 Kuben über der Straße
- NachbarbauBlaaktoren, genannt Het Potlood
- Besichtigungeine Musterwohnung, die Kijk-Kubus
- Dauer20 bis 30 Minuten innen
Piet Bloms Wald aus Häusern
Der Architekt Piet Blom hatte eine einfache Idee mit komplizierten Folgen: Ein Haus sollte ein Baum sein, viele Häuser zusammen ein Wald, und darunter sollte die Stadt weiterlaufen. Also stellte er Würfel auf die Spitze, kippte sie um fünfundvierzig Grad und setzte sie auf sechseckige Betonpfeiler. Fertig war das Blaakse Bos, der Wald am Blaak.
Achtunddreißig dieser Kuben stehen seit den achtziger Jahren über einer stark befahrenen Straße und bilden gleichzeitig eine Fußgängerbrücke. Eine erste Version hatte Blom Jahre zuvor in Helmond gebaut, in Rotterdam bekam die Idee ihre bekannte Form. Von unten wirkt das Ganze wie ein Konstruktionsfehler, aber genau darum geht es: Der Weg unter den Häusern hindurch ist überdacht und trotzdem offen.
Direkt daneben steht ein weiterer Blom-Bau, der Blaaktoren, ein Wohnturm mit spitz zulaufendem Dach. Die Rotterdamer nennen ihn nur „Het Potlood“, den Bleistift. Zusammen mit der Bibliothek und ihren gelben Rohren an der Fassade ergibt das eine der eigenwilligsten Straßenecken des Landes.
Innen: die Kijk-Kubus
Einer der Würfel ist als Musterwohnung eingerichtet und zu besichtigen. Du steigst im Betonpfeiler die Treppe hoch und stehst dann in einem Raum, in dem keine einzige Wand senkrecht ist. Unten liegen Wohnzimmer und Küche, eine Etage höher Schlafzimmer und Bad, ganz oben ein kleiner Raum unter der Spitze, in dem Blom eine Art Baumhaus vorgesehen hatte.
Die Schrägen kosten Platz. Von der Grundfläche bleibt spürbar weniger übrig, als der Plan verspricht, Möbel müssen zum Teil maßgefertigt werden, und Fenster putzen ist eine eigene Disziplin. Genau das macht den Besuch interessant: Du siehst nicht nur eine Idee, sondern auch, was sie im Alltag bedeutet.
Gut zu wissen: Sei ehrlich zu dir selbst, was die Dauer angeht. Der Rundgang durch die Musterwohnung dauert etwa zwanzig Minuten, mit Fotografieren von außen bist du in einer knappen Stunde fertig. Wer einen halben Tag einplant, wird enttäuscht. Rechne es lieber als Baustein einer Runde am Blaak.
Was du außen sehen solltest
Der beste Blick auf die Kuben ist nicht der aus der Ferne, sondern der von unten: Stell dich mitten unter die Konstruktion und schau nach oben, dann greifen die Formen ineinander wie ein Puzzle. Der zweite gute Punkt ist der Fußweg über die Brücke zwischen den Häusern, weil du dort auf Augenhöhe an den Fassaden entlanggehst.
Anschließend liegt die Markthal hundert Meter weiter, der Oude Haven mit dem Witte Huis von 1898 gleich dahinter. In einem Teil der Kuben ist außerdem eine Jugendherberge untergebracht, du kannst also tatsächlich in einem dieser Häuser übernachten. Welche Viertel sich sonst zum Schlafen eignen, steht unter Hotels in Rotterdam.
Tipp: Nimm die Kuben als Auftakt und nicht als Ziel. Vom Blaak sind es zwanzig Gehminuten bis zur Erasmusbrücke und keine zehn Minuten mit der Metro bis Delfshaven. So bekommst du an einem Nachmittag die drei Gesichter der Stadt zu sehen: Experiment, Skyline und das alte Hafenholland.
Tickets: Für die Musterwohnung löst du dein Ticket direkt vor Ort, eine Reservierung vorab ist nur an Wochenenden und in den Ferien sinnvoll. Bezahlt wird mit Karte. Von außen ist alles frei zugänglich, auch der Weg zwischen den Kuben hindurch. Anreise mit Metro oder Zug bis Rotterdam Blaak, siehe Verkehr in Rotterdam, alle weiteren Ziele unter Rotterdam Sehenswürdigkeiten.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istWenn vor der Kijk-Kubus eine Schlange steht, geh zuerst in die Markthal nebenan und komm eine Stunde später zurück. Von außen ist die Anlage auch bei Andrang gut zu fotografieren, weil sich die Gruppen unten sammeln und du oben auf der Fußgängerbrücke allein bist.
- Wenn es regnetDer Weg unter den Kuben hindurch ist überdacht, und die Musterwohnung selbst ist ein Innenraum. Bei längerem Regen kombinierst du am besten mit Markthal und Bibliothek, dann kommst du zu Fuß fast trocken durch.
- Mit KindernKinder finden die schrägen Wände spannend, für kleine Kinder sind die steilen Treppen aber unbequem und ein Kinderwagen bleibt unten. Rechne mit einem kurzen Besuch und plane danach den Markt oder den Oude Haven als Ausgleich ein.
- Mit eingeschränkter MobilitätDie Musterwohnung ist nicht barrierefrei: Der Zugang führt über eine schmale, steile Treppe im Betonpfeiler, einen Aufzug gibt es nicht. Der Bereich unter und zwischen den Kuben ist dagegen eben und stufenfrei erreichbar.
Häufige Fragen
Kann man die Kubushäuser in Rotterdam von innen besichtigen?
Ja, ein Kubus ist als Musterwohnung eingerichtet und öffentlich zugänglich. Du siehst Wohnraum, Küche, Schlafzimmer und den kleinen Raum unter der Spitze, alles mit schrägen Wänden. Der Rundgang dauert etwa zwanzig Minuten. Die übrigen Kuben sind bewohnt oder gehören zur Jugendherberge.
Wie viele Kubushäuser gibt es und wann wurden sie gebaut?
Am Blaak stehen achtunddreißig Kuben, gebaut Anfang der achtziger Jahre nach einem Entwurf von Piet Blom. Eine erste, kleinere Version hatte er schon in Helmond realisiert. Die Rotterdamer Anlage überspannt eine Hauptstraße und dient gleichzeitig als Fußgängerbrücke.
Kann man in einem Kubushaus übernachten?
Ja, ein Teil der Kuben ist als Jugendherberge eingerichtet, du kannst dort also tatsächlich schlafen. Rechne mit schrägen Wänden, einer steilen Treppe und wenig Platz für Koffer. Wer es bequemer mag, findet im Zentrum und auf der Kop van Zuid normale Hotels in Gehweite.
Lohnt sich der Besuch der Kubushäuser?
Wenn du Architektur magst, ja, aber nur als kurzer Programmpunkt. Der Reiz liegt darin, einmal in einem Haus zu stehen, in dem keine Wand senkrecht ist, und zu sehen, wie viel Wohnfläche die Schrägen kosten. Für sich allein trägt der Besuch keinen Nachmittag, in Kombination mit Markthal und Oude Haven schon.
Was ist das Potlood in Rotterdam?
Der Blaaktoren gleich neben den Kubushäusern, ebenfalls von Piet Blom. Der Wohnturm läuft nach oben spitz zu, deshalb heißt er in der Stadt nur Bleistift. Zusammen mit den Kuben und der Bibliothek mit den gelben Rohren bildet er das Ensemble am Blaak.




