Südholland · Den Haag

Escher im Palast

Escher im Palast zeigt die Drucke von Maurits Cornelis Escher an einem Ort, der kaum besser passen könnte: dem ehemaligen Winterpalais von Königin Emma am Lange Voorhout. Draußen strenge Symmetrie, drinnen Treppen, die nach oben und gleichzeitig nach unten führen, und Wasser, das im Kreis bergauf fließt.

Der Besuch dauert etwa anderthalb Stunden. Mit Teenagern ist es der stärkste Programmpunkt der Stadt, weil hier niemand erklärt bekommen muss, warum das interessant ist. Man sieht es sofort und versteht es erst beim zweiten Hinsehen nicht mehr.

Escher im Palast
Foto: M.Minderhoud, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • GebäudeStadtpalais aus dem 18. Jahrhundert, Winterresidenz von Königin Emma
  • Museum seit2002
  • KünstlerMaurits Cornelis Escher, 1898 in Leeuwarden geboren
  • Dauer1 bis 2 Stunden
  • Lageam Lange Voorhout, wenige Minuten vom Binnenhof
  • BesonderheitKronleuchter von Hans van Bentem in jedem Raum

Ein Palast als Rahmen

Das Haus am Lange Voorhout stammt aus dem 18. Jahrhundert und war jahrzehntelang die Winterresidenz von Königin Emma, der Mutter von Königin Wilhelmina. Später nutzten es andere Mitglieder der königlichen Familie, seit 2002 ist es das Escher-Museum.

Von der Ausstattung ist einiges erhalten: hohe Räume, Stuck, Parkett, ein Treppenhaus mit Geländer. Dazwischen hängen Eschers Drucke, meist klein und in Schwarzweiß. Der Kontrast zwischen dem geordneten Palast und den unmöglichen Räumen an den Wänden ist das eigentliche Konzept des Museums.

Die Kronleuchter

In jedem Raum hängt ein fantastischer Kronleuchter des Rotterdamer Künstlers Hans van Bentem, geformt als Totenkopf, Spinne, Seepferdchen, Stern oder Hai. Die Dinger sind riesig, aus Kristall und völlig ernst gemeint.

Für viele Gäste sind sie am Ende genauso in Erinnerung wie die Drucke. Schau in jedem Zimmer einmal nach oben, sonst läufst du an der halben Ausstellung vorbei.

Was von Escher zu sehen ist

Die Dauerausstellung zeigt einen Querschnitt durch das Werk: die frühen Landschaften aus Italien, die vielen Menschen unbekannt sind, dann die berühmten Blätter. Treppen, die im Kreis nach oben führen und trotzdem wieder unten ankommen. Wasser, das an einem Kanal bergauf läuft und über ein Rad wieder herunterfällt. Hände, die einander zeichnen. Vögel, die sich in Fische verwandeln.

Escher wurde 1898 in Leeuwarden geboren, verbrachte prägende Jahre in Italien und Spanien und ließ sich von den Mustern der Alhambra zu seinen Parkettierungen anregen. Das erklärt die Ausstellung gut: Vieles, was wie reine Mathematik aussieht, kommt aus Beobachtung, nicht aus der Formel. Mathematiker haben sich später gefreut, ein Mathematiker war er selbst nicht.

Das Obergeschoss

Oben wird aus dem Museum ein Erlebnisraum. Dort stehen Installationen, mit denen du die Prinzipien selbst ausprobierst: Spiegel, verzerrte Perspektiven und ein Raum, in dem eine Person riesig und die andere winzig erscheint, obwohl beide gleich groß sind. Fotografieren ist ausdrücklich erwünscht, und genau hier bleiben Familien am längsten.

Wenn du mit Jugendlichen unterwegs bist, plane das Obergeschoss bewusst als Abschluss ein. Andersherum funktioniert es schlechter, weil danach niemand mehr Lust auf kleine Drucke in dunklen Rahmen hat.

Tickets: Das Museum ist selten ausverkauft, an Regentagen und in den Ferien kann es aber voll werden. Online buchen spart die Warteschlange am Eingang, mehr aber auch nicht. Bezahlt wird mit Karte, viele niederländische Museen nehmen gar kein Bargeld mehr an.

Zur offiziellen Website

Tipp: Nimm dir vor einem der großen Metamorphosen-Blätter fünf Minuten und folge dem Motiv von links nach rechts, ohne den Blick zu heben. Du siehst dann, an welcher Stelle aus einem Sechseck eine Biene und aus einer Biene ein Fisch wird. Das ist der Moment, in dem Escher aufhört, ein Poster zu sein.

Drumherum

Der Lange Voorhout ist eine breite Allee mit alten Linden und Stadtpalais, im Sommer steht hier regelmäßig ein Antiquitäten- und Büchermarkt. Zum Mauritshuis und zum Hofvijver läufst du in wenigen Minuten, das Panorama Mesdag liegt gut zehn Minuten entfernt.

Mit Kindern ergibt sich daraus ein guter Tag: vormittags Escher, mittags essen, nachmittags mit der Tram 9 nach Madurodam oder weiter ans Meer. Alle Ziele der Stadt stehen unter Den Haag Sehenswürdigkeiten.

Gut zu wissen: Die Blätter sind klein und teils schwach beleuchtet, weil Papier lichtempfindlich ist. Wer eine Lesebrille braucht, nimmt sie mit, sonst entgehen dir genau die Details, wegen denen du gekommen bist. Große Rucksäcke gehören in die Garderobe.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istDie Räume sind Wohnzimmergröße, bei Gruppen wird es eng vor den kleinen Blättern. Fang oben an und arbeite dich nach unten, dann läufst du gegen den Strom. Volle Zeiten sind Wochenendnachmittage und Ferientage mit Regen.
  • Wenn es regnetPerfekter Regentag, du bist die ganze Zeit drinnen. In der Nähe liegen das Mauritshuis und das Panorama Mesdag, beide zu Fuß erreichbar, sodass du drei Museen ohne Nässe verbinden kannst.
  • Mit KindernAb etwa acht Jahren sehr gut. Das Obergeschoss mit den optischen Täuschungen und dem Raum, der die Größenverhältnisse verdreht, ist der Höhepunkt. Für kleinere Kinder ist es zu ruhig, mit ihnen ist Madurodam die bessere Wahl.
  • Mit eingeschränkter MobilitätEin historisches Stadtpalais mit mehreren Etagen. Es gibt einen Aufzug, aber Türschwellen, alte Böden und enge Durchgänge bleiben. Wer mit Rollstuhl kommt, fragt vorab nach den Zugängen zum Obergeschoss.

Häufige Fragen

Wie lange braucht man für Escher im Palast?

Anderthalb bis zwei Stunden. Eine Stunde für die Drucke in den historischen Räumen, den Rest für das Obergeschoss mit den optischen Täuschungen. Mit Kindern dauert es eher länger, weil oben viel ausprobiert wird. Unter einer Stunde lohnt sich der Besuch nicht wirklich.

Lohnt sich Escher im Palast mit Kindern?

Ab etwa acht Jahren sehr. Die unmöglichen Treppen und der Raum, in dem eine Person riesig und die andere winzig wirkt, funktionieren bei Kindern und Jugendlichen besser als jede Gemäldegalerie. Für kleinere Kinder ist es zu still und zu kleinteilig, mit ihnen ist Madurodam die bessere Wahl.

Muss man Tickets vorher buchen?

Meist nicht. Das Museum ist selten ausverkauft, an Regentagen und in den Schulferien kann es aber voll werden. Online buchen spart dir die Schlange am Eingang. Bezahlt wird mit Karte, Bargeld nehmen viele niederländische Museen inzwischen gar nicht mehr an.

War Escher Mathematiker?

Nein, er war Grafiker. Seine Muster und unmöglichen Konstruktionen entstanden aus Beobachtung und Ausprobieren, nicht aus Formeln. Angeregt wurde er unter anderem von den Kachelmustern der Alhambra in Granada. Dass Mathematiker seine Arbeiten später als Anschauungsmaterial entdeckten, kam erst danach.

Was kann man mit dem Museum kombinieren?

Das Mauritshuis und der Hofvijver liegen wenige Minuten zu Fuß entfernt, das Panorama Mesdag gut zehn Minuten. Wer mit Kindern unterwegs ist, hängt nachmittags Madurodam oder den Strand von Scheveningen an, beides mit der Tram 9 erreichbar. So wird daraus ein voller, aber machbarer Tag.