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Die Niederlande im Sommer: Strand, Festivals & Städte

Der Sommer ist die Zeit, in der sich das Land nach draußen verlagert. Die Nordseestrände laufen voll, auf den Wattinseln sind alle Räder vermietet, und in den Städten stehen die Tische bis Mitternacht auf der Straße. Warm im südeuropäischen Sinn wird es dabei selten: Der August kommt in Amsterdam auf 22,0 Grad im Mittel.

Das macht den niederländischen Sommer angenehm und planbar, solange du zwei Dinge im Blick behältst: die Schulferien und den Andrang in den bekannten Städten. Hier steht, wo du im Juli und August richtig liegst und wo du dir Ärger einhandelst.

Die Niederlande im Sommer: Strand, Festivals & Städte
Foto: Dietmar Rabich, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Wärmster MonatAugust, in Amsterdam im Mittel 22,0 Grad
  • HauptsaisonJuli und August
  • Küstekühler und windiger als das Binnenland
  • Längste Tageim Juni hell bis nach 22 Uhr
  • Inselnfünf bewohnte Wattinseln, Anreise per Fähre
  • Ideale Dauer5 bis 8 Tage

Die kurze Antwort

Der Juni ist der beste Sommermonat: fast so warm wie der Juli, hell bis nach zehn Uhr abends, und die Schulferien haben noch nicht begonnen. Juli und August gehören der Küste, den Inseln und den Festivals, dafür zahlst du mehr und teilst dir alles mit vielen anderen. Wer im Hochsommer eine Städtereise plant, sollte die bekannten Museen morgens einbauen und nachmittags dorthin gehen, wo keine Reisegruppe hinfährt.

Küste und Inseln

Die Nordseeküste zieht sich fast durchgehend als Sandstrand von Zeeland bis nach Nordholland. Erreichbar ist sie überall mit Bahn und Bus, was sie von vielen anderen europäischen Küsten unterscheidet. Einen Überblick über die Abschnitte gibt es unter die Nordseeküste, die Auswahl der Strände unter die schönsten Strände.

Das Wasser bleibt kühl. Selbst im August ist die Nordsee eine Sache von zwanzig Minuten und nicht von Stunden. Dafür ist der Strand breit, es gibt Strandpavillons, und der Wind sorgt dafür, dass es auch an einem heißen Tag auszuhalten ist. In Zeeland ist das Wasser oft etwas wärmer als im Norden, weil die Buchten flacher sind.

Die fünf bewohnten Wattinseln sind das andere Sommerziel. Sie liegen im Weltnaturerbe Wattenmeer, und jede tickt anders: Auf Vlieland und Schiermonnikoog sind Besucherautos gar nicht zugelassen, auf Texel, Terschelling und Ameland darfst du den Wagen mitnehmen. Welche zu dir passt, steht unter die Wattenmeer-Inseln und im Vergleich Texel oder Terschelling.

Achtung: Wattwandern darfst du nur mit einer geprüften Führung. Das Watt sieht harmlos aus, aber Priele füllen sich schnell und Nebel kommt ohne Vorwarnung. Ohne Guide ist die Tour lebensgefährlich und nicht erlaubt. Wie das abläuft, steht unter Wattenmeer und Wattwandern.

Festivals und Sommerprogramm

Der Sommer ist Festivalzeit, und die Termine liegen ziemlich fest im Kalender. Auf Terschelling verwandelt Oerol im Juni die ganze Insel in eine Bühne, mit Theater in den Dünen und im Wald. In Nijmegen läuft im Juli die Vierdaagse, der größte Wandermarsch der Welt, bei dem an vier Tagen Zehntausende laufen und die Stadt abends durchfeiert.

Rotterdam hat mit dem North Sea Jazz Festival im Juli eines der wichtigsten Jazzfestivals Europas und mit dem Zomercarnaval eine Straßenparade im karibischen Stil. Sail Amsterdam mit den großen Segelschiffen findet nur alle paar Jahre statt, das lohnt einen Blick in den Kalender, bevor du buchst. Kleinere Städte haben im Sommer fast durchgehend Kirmes, Hafenfeste oder Freiluftkonzerte.

Gut zu wissen: Bei einem Festival in der Stadt sind die Hotels weit im Voraus ausgebucht und die Preise steigen deutlich. Prüf vor der Buchung, ob in deinem Zeitraum etwas Großes läuft. Entweder du planst es bewusst ein oder du weichst eine Woche aus.

Amsterdam im Hochsommer

In Amsterdam ist der Sommer die anstrengendste Zeit. Die Innenstadt ist eng, die Grachtenwege sind schmal, und Tagesgäste, Kreuzfahrtpassagiere und Hotelgäste bewegen sich alle auf denselben Straßen. Wer trotzdem im August kommt, geht früh los, bucht die bekannten Häuser mit festem Zeitfenster und plant den Nachmittag in Vierteln außerhalb des Zentrums.

Die Alternative ist ein Standortwechsel. Rotterdam hat mehr Platz, mehr Betten und im Sommer trotzdem Programm. Utrecht und Groningen funktionieren im Hochsommer ähnlich entspannt. Zwischen den Städten liegen selten mehr als ein bis zwei Zugstunden.

Hitze kommt vor

Im Mittel bleibt es angenehm, aber Hitzewellen mit über 30 Grad gibt es inzwischen in fast jedem Sommer. Das trifft ein Land, das darauf nicht gebaut ist: Altbauhotels haben oft keine Klimaanlage, die Züge sind voll, und schattige Plätze sind in den Grachtengürteln rar. Wenn du empfindlich bist, buch eine Unterkunft mit Klimaanlage und plan die Mittagsstunden im Museum.

An der Küste ist es an solchen Tagen deutlich angenehmer als im Binnenland. Texel kommt im August im Mittel auf 20,2 Grad, Maastricht auf 23,7. Der Unterschied fühlt sich größer an, als er klingt, weil am Meer fast immer Wind geht.

Schulferien und Preise

Die niederländischen Sommerferien dauern rund sechs Wochen und sind in drei Regionen gestaffelt, damit nicht das ganze Land gleichzeitig losfährt. Sie liegen im Juli und August. Dazu kommen die deutschen Ferien: Sobald Nordrhein-Westfalen frei hat, sind die Küstenorte, die Campingplätze in Zeeland und die Fähren zu den Inseln spürbar voller.

Für die Buchung heißt das: Unterkünfte an der Küste und auf den Inseln gehen in der Hauptsaison Monate vorher weg, besonders für ganze Wochen mit Samstagswechsel. Städte lassen sich kurzfristiger buchen, sind dafür aber teuer. Die letzten Augusttage und der ganze September sind der beste Kompromiss, das Meer ist dann am wärmsten.

Praktisch im Sommer

Bezahlen läuft mit Karte, auch am Strandpavillon und beim Fahrradverleih. Viele Betriebe nehmen gar kein Bargeld mehr an, Kreditkarten funktionieren nicht überall. Eine Debitkarte mit Kontaktlosfunktion ist die sichere Wahl.

Im Nahverkehr checkst du beim Einsteigen ein und beim Aussteigen aus, mit derselben Bankkarte kontaktlos an derselben Säule. Zu den Stränden fahren im Sommer zusätzliche Busse, die Züge Richtung Küste sind an heißen Wochenenden voll, und Fahrräder darfst du nicht zu jeder Zeit mitnehmen.

Wer mit dem Auto kommt, sollte die Umweltzonen der größeren Städte prüfen, die per Kamera überwacht werden, und an der Küste mit knappen und teuren Parkplätzen rechnen. Auf die Übernachtung kommt in vielen Gemeinden eine Touristensteuer, in Amsterdam als Prozentsatz auf den Zimmerpreis, oft erst vor Ort abgerechnet.

Und der Klassiker: Der rote Asphalt neben dem Gehweg ist ein Radweg. Im Sommer ist dort ständig jemand unterwegs, oft mit Strandtasche unterm Arm und schneller, als du denkst. Stell dich zum Fotografieren nie darauf, auch nicht kurz.

Tipp: Nimm den Strandtag unter der Woche und die Stadt am Wochenende, nicht umgekehrt. Samstags und sonntags fährt das halbe Land ans Meer, während die Innenstädte an einem Sonntagmorgen so leer sind wie sonst nie im Sommer.

Häufige Fragen

Wie warm wird es im Sommer in den Niederlanden?

Der August ist mit im Mittel 22,0 Grad in Amsterdam der wärmste Monat, der Juli liegt knapp darunter. Im Binnenland wird es wärmer, Maastricht kommt im August auf 23,7 Grad, auf Texel sind es nur 20,2. Hitzewellen über 30 Grad gibt es inzwischen fast jeden Sommer, sie dauern aber selten länger als ein paar Tage.

Kann man in der Nordsee schwimmen?

Ja, aber das Wasser bleibt auch im Hochsommer kühl. Rechne mit einem kurzen, erfrischenden Bad statt mit stundenlangem Planschen. In Zeeland ist das Wasser in den flachen Buchten oft etwas wärmer als im Norden. Achte auf die Flaggen der Rettungsposten und auf Strömungen, besonders an den Zufahrten zu Häfen und Seegatten.

Ist Amsterdam im August zu voll?

Voll ja, unmöglich nein. Wer die bekannten Museen mit frühem Zeitfenster bucht, vor neun Uhr durch das Zentrum läuft und den Nachmittag in Vierteln außerhalb der Grachtenringe verbringt, kommt gut durch. Wer das nicht will, nimmt Rotterdam, Utrecht oder Groningen als Basis und fährt für einen Tag mit dem Zug nach Amsterdam.

Welche Wattinsel eignet sich für Familien?

Texel hat die beste Infrastruktur, breite Strände, viel Auswahl bei Unterkünften und die kürzeste Überfahrt. Außerdem ist die Überfahrt die kürzeste von allen fünf Inseln. Wer Ruhe und Natur höher gewichtet als Auswahl, ist auf Terschelling, Vlieland oder Schiermonnikoog besser aufgehoben, dort bewegt sich alles per Rad.

Wann sind die niederländischen Sommerferien?

Die Sommerferien dauern rund sechs Wochen und liegen im Juli und August. Sie sind in drei Regionen gestaffelt, sodass nicht das ganze Land gleichzeitig unterwegs ist. Zusammen mit den deutschen Ferien führt das an der Küste und auf den Inseln zu voller Auslastung. Wer Ruhe will, plant Ende August oder September.