Auf einen Blick
- Stapellauf1958 in Rotterdam
- ReedereiHolland-Amerika-Linie
- Längegut 220 Meter
- Besonderheitohne klassischen Schornstein gebaut
- HeuteHotel und Museumsschiff in Katendrecht
- Dauer1 bis 2 Stunden
Das letzte große Schiff der Holland-Amerika-Linie
Die SS Rotterdam lief 1958 in Rotterdam vom Stapel und nahm 1959 den Liniendienst nach New York auf. Sie war das größte Passagierschiff, das jemals in den Niederlanden gebaut wurde, gut zweihundertzwanzig Meter lang und das Flaggschiff der Holland-Amerika-Linie. In der Stadt hieß sie nur „De Grande Dame“.
Eine technische Besonderheit fällt sofort auf: Der Schornstein fehlt. Statt eines Schlots in der Mitte bekam das Schiff zwei schlanke Abgasrohre weit hinten, was oben ein durchgehendes Deck freimachte. Innen gab es zwei getrennte Klassen mit einem ineinandergreifenden Treppensystem, das sich für Kreuzfahrten in ein einziges großes Schiff umbauen ließ.
Nach dem Ende des Liniendienstes fuhr sie noch jahrzehntelang unter anderem Namen als Kreuzfahrtschiff, kam 2008 zurück in ihre Heimatstadt und liegt seitdem fest vertäut in Katendrecht. Heute ist sie Hotel, Restaurant und Museumsschiff in einem.
Was du an Bord siehst
Die Führungen gehen dorthin, wo Passagiere früher nie hinkamen: in den Maschinenraum mit den Turbinen, in den Kontrollraum mit den Schalttafeln der fünfziger Jahre und auf die Brücke. Dazu kommen die großen Salons, das Theater und die Treppenhäuser, alles im Stil der Zeit, mit Messing, Furnier und viel Linoleum. Es gibt Führungen mit Guide und Rundgänge mit Audiogerät.
Wer Schiffe mag, verbringt hier locker zwei Stunden. Wer nur mal kurz an Bord will, ist in einer Stunde durch. Übernachten kannst du ebenfalls, die Kabinen sind original geschnitten und entsprechend kompakt, siehe Hotels in Rotterdam.
Gut zu wissen: Das Schiff liegt fest und fährt nicht. Wenn du Bewegung auf dem Wasser suchst, ist die Hafenrundfahrt die passende Ergänzung. Beides an einem Tag funktioniert gut, weil die Anleger nicht weit auseinanderliegen.
Anreise mit dem Wassertaxi
Die schönste Anfahrt ist die über den Fluss. Vom Veerhaven oder von der Wilhelminapier bringt dich das Wassertaxi in wenigen Minuten nach Katendrecht, du bestellst es per App oder steigst am Anleger zu. Alternativ nimmst du Metro oder Tram bis in die Nähe und läufst ein Stück, oder du gehst über die schmale Fußgängerbrücke von der Wilhelminapier hinüber.
Katendrecht selbst lohnt den Umweg. Aus dem alten Hafen- und Seemannsviertel ist eine Ausgehecke geworden, mit Markthalle in einem früheren Lagerhaus und einem Museum über Migration am Kai. Was sich zum Essen eignet, steht unter Essen und Trinken in Rotterdam. Alle weiteren Ziele findest du unter Rotterdam Sehenswürdigkeiten.
Tickets: Für Führungen durch Maschinenraum und Brücke gibt es feste Zeiten und begrenzte Gruppengrößen, buche sie also vorab, gerade am Wochenende. Der Rundgang mit Audiogerät ist flexibler. Wer nur an Deck einen Kaffee trinken will, kommt ohne Ticket bis zum Restaurant. Bezahlt wird an Bord mit Karte. Details stehen auf der offiziellen Website des Schiffs.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istDie technischen Führungen haben feste Zeiten und wenige Plätze, an Wochenenden sind sie oft ausgebucht. Buche vorab oder nimm den Rundgang mit Audiogerät, der geht jederzeit. Voll wird das Schiff sonst selten.
- Wenn es regnetIdeal bei Regen, weil fast alles unter Deck stattfindet. Nur die Anfahrt mit dem Wassertaxi ist dann ungemütlich, dafür kommst du mit Metro und einem kurzen Fußweg trocken hin.
- Mit KindernDer Maschinenraum kommt bei Kindern gut an, die langen Gänge und Salons weniger. Für kleinere Kinder eignet sich der freie Rundgang besser als eine feste Führung, weil du das Tempo selbst bestimmst.
- Mit eingeschränkter MobilitätEin Teil der Decks ist über Aufzüge erreichbar, das Restaurant ebenfalls. Die Führung in den Maschinenraum führt dagegen über steile Stahltreppen und enge Durchgänge, das ist mit Rollstuhl oder Gehhilfe nicht machbar. Frag vorab nach der barrierefreien Variante.
Häufige Fragen
Kann man die SS Rotterdam besichtigen?
Ja, es gibt Führungen mit Guide und Rundgänge mit Audiogerät. Gezeigt werden Maschinenraum, Kontrollraum, Brücke, Theater und die großen Salons. Für die technischen Führungen gelten feste Zeiten und begrenzte Gruppengrößen, deshalb lohnt sich eine Buchung vorab, besonders am Wochenende.
Kann man auf der SS Rotterdam übernachten?
Ja, das Schiff ist heute auch Hotel. Die Kabinen haben den Originalzuschnitt und sind entsprechend kompakt, dafür schläfst du an Bord eines Ozeandampfers. Praktisch ist die Lage nur bedingt, weil Katendrecht etwas abseits liegt, dafür bringt dich das Wassertaxi in Minuten ins Zentrum.
Wie kommt man zur SS Rotterdam?
Am schönsten mit dem Wassertaxi über den Fluss, das bestellst du per App oder steigst an einem Anleger zu. Alternativ nimmst du Metro oder Tram bis in die Nähe von Katendrecht und läufst ein Stück, oder du gehst zu Fuß über die schmale Brücke von der Wilhelminapier hinüber.
Warum hat die SS Rotterdam keinen Schornstein?
Weil die Abgase über zwei schlanke Rohre weit hinten abgeführt werden statt über einen klassischen Schlot in der Mitte. Das war damals neu und schaffte oben Platz für ein durchgehendes Deck. Zusammen mit dem ineinandergreifenden Treppensystem für zwei Klassen gilt das Schiff deshalb als technisch bemerkenswert.
Lohnt sich Katendrecht als Viertel?
Ja, für einen halben Abend. Aus dem früheren Hafen- und Seemannsviertel ist eine Ausgehecke geworden, mit einer Markthalle in einem alten Lagerhaus und einem Museum über Migration direkt am Kai. Von dort hast du außerdem einen guten Blick zurück auf die Skyline.




