Südholland · Rotterdam

Hafenrundfahrt Rotterdam: Spido & Maasvlakte

Der Rotterdamer Hafen ist der größte Europas und zieht sich über gut vierzig Kilometer bis zur Nordsee. Von der Innenstadt aus fahren Rundfahrtschiffe an Werften, Docks und Umschlagkais vorbei, in rund fünfundsiebzig Minuten. Das ist die einfachste Art, die Dimension dieser Stadt zu begreifen, wenn du weißt, was dich erwartet.

Hier steht, was du auf der kurzen Tour wirklich siehst, wann sich die lange Fahrt Richtung Maasvlakte lohnt, wie du zum Informationszentrum FutureLand kommst und wo du den Hafen ganz ohne Ticket erlebst.

Hafenrundfahrt Rotterdam: Spido & Maasvlakte
Foto: Gerd Eichmann, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Hafengrößter Seehafen Europas
  • Ausdehnunggut 40 Kilometer bis zur Nordsee
  • Maasvlakte 2aufgespültes Neuland, seit 2013 in Betrieb
  • Kurze Rundfahrtrund 75 Minuten ab der Innenstadt
  • AbfahrtNordufer neben der Erasmusbrücke
  • Beste Zeitspäter Nachmittag bei klarer Sicht

Wie groß der Hafen wirklich ist

Der Hafen von Rotterdam ist der größte Europas. Er beginnt mitten in der Stadt und zieht sich über gut vierzig Kilometer nach Westen bis zur Nordsee, wo mit der Maasvlakte ein komplett neues Stück Land aufgespült wurde. Der jüngste Teil ist seit 2013 in Betrieb. Diese Ausdehnung ist der Grund, warum eine Hafenrundfahrt gut vorbereitet sein will: Du kannst unmöglich alles sehen.

Die klassische Rundfahrt startet am Nordufer neben der Erasmusbrücke und dauert rund fünfundsiebzig Minuten. Sie führt an den Kais der Innenstadt vorbei, unter den Brücken hindurch und in die alten Hafenbecken am Südufer. Kommentiert wird mehrsprachig, Deutsch ist in der Regel dabei.

Was du auf der kurzen Tour siehst

Vor allem Werften mit Trockendocks, in denen Schiffe auf dem Trockenen stehen, dazu Schlepper, Binnenschiffe, Kaimauern, Kräne und Umschlagplätze für Stückgut. Wenn ein Seeschiff im Dock liegt, ist das der Höhepunkt der Fahrt, weil du erst dann begreifst, wie groß so ein Rumpf unter der Wasserlinie ist.

Was du nicht siehst, sind die riesigen Containerterminals mit den fahrerlosen Portalkränen. Die liegen rund vierzig Kilometer weiter draußen. Wer damit rechnet und dann Werftbetrieb bekommt, ist enttäuscht, wer es vorher weiß, hat rund fünfundsiebzig Minuten auf dem Wasser. Für die große Version gibt es in der Saison längere Fahrten bis in den Bereich der Maasvlakte, die dauern einen halben Tag und fahren nicht täglich.

Gut zu wissen: Setz dich nicht sofort nach draußen. Auf dem Wasser ist es deutlich kühler und windiger als an Land, gerade zwischen Oktober und April. Nimm eine Jacke mit, dann kannst du bei jedem Wetter an Deck stehen, und das ist der bessere Platz als hinter der beschlagenen Scheibe.

FutureLand auf der Maasvlakte

Wenn dich der moderne Hafen wirklich interessiert, fahr hinaus zum Informationszentrum FutureLand auf der Maasvlakte. Von der Aussichtsterrasse blickst du direkt auf die automatisierten Containerterminals, dazu gibt es Modelle, Filme und Erklärungen dazu, wie das Land dem Meer abgerungen wurde. Der Eintritt kostet nichts, Bootstouren rund um die Terminals starten dort ebenfalls.

Die Anreise ist der Haken. Mit dem Auto brauchst du aus dem Zentrum etwa eine Stunde, mit Bus und Metro deutlich länger und mit Umstiegen. Plane das als eigenen halben Tag und nicht als Anhängsel. Wie das Land dem Wasser insgesamt abgetrotzt wurde, erklärt Wasserland Niederlande.

Den Hafen kostenlos sehen

Du musst für Schiffe kein Ticket kaufen. Die Fähren und Wasserbusse auf der Maas fahren an denselben Kais vorbei, das Wassertaxi bringt dich für wenig Geld quer über den Fluss, und am Kai von Katendrecht neben der SS Rotterdam sitzt du direkt am Wasser. Der beste kostenlose Platz aber liegt ganz im Westen: In Hoek van Holland, mit der Metro erreichbar, fahren die Seeschiffe auf wenige hundert Meter an dir vorbei in die Flussmündung.

Eine zweite Möglichkeit ist die Landtong Rozenburg, die schmale Landzunge zwischen Nieuwe Waterweg und Calandkanaal, wo Fotografen auf die einlaufenden Frachter warten. Beides ist kein Ersatz für eine Rundfahrt, aber die ehrlichste Art, die Dimension zu begreifen. Alle weiteren Ziele der Stadt stehen unter Rotterdam Sehenswürdigkeiten.

Tickets: Für die kurze Rundfahrt buchst du am besten online, an Sommerwochenenden sind die Abfahrten am frühen Nachmittag zuerst voll. Die langen Fahrten Richtung Maasvlakte gibt es nur in der Saison und an wenigen Terminen, dafür lohnt eine Reservierung Wochen vorher. Im Winter ist der Fahrplan ausgedünnt. Bezahlt wird online oder an der Kasse mit Karte.

Zur offiziellen Website

Tipp: Nimm die Rundfahrt am späten Nachmittag. Dann steht die Sonne im Westen über dem Fluss, die Kräne bekommen Kanten und du fährst auf dem Rückweg der Skyline entgegen. Wie du zum Anleger kommst, steht unter Verkehr in Rotterdam.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istAn Sommerwochenenden sind die Abfahrten am frühen Nachmittag zuerst voll. Buche online und nimm den späten Nachmittag, dann hast du bessere Plätze und besseres Licht. Wenn alles ausgebucht ist, fahr stattdessen mit dem Wasserbus flussaufwärts, das kostet wenig und geht ohne Reservierung.
  • Wenn es regnetDie Schiffe haben einen geschlossenen Salon, die Fahrt findet also auch bei Regen statt. Schön ist sie dann aber kaum, weil die Scheiben beschlagen. Als Ersatz im Trockenen bietet sich das Maritiem Museum am Leuvehaven an, dort liegen historische Schiffe direkt vor der Tür.
  • Mit KindernFunktioniert gut, weil ständig etwas vorbeifährt und der Kommentar kurz gehalten ist. Für sehr kleine Kinder sind rund fünfundsiebzig Minuten an Deck grenzwertig, nimm dann Mütze und Jacke mit. Kinderwagen können meist an Bord bleiben.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDie großen Rundfahrtschiffe sind über eine Rampe zugänglich, das Hauptdeck ist eben, Toiletten liegen aber oft eine Treppe tiefer. Bei Ebbe und Flut ändert sich die Neigung der Gangway. Frag bei der Buchung nach, dann wird beim Einsteigen geholfen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Hafenrundfahrt in Rotterdam?

Die klassische Rundfahrt ab der Innenstadt dauert rund fünfundsiebzig Minuten und führt durch die alten Hafenbecken und an den Werften vorbei. Längere Fahrten Richtung Europoort und Maasvlakte dauern mehrere Stunden, finden nur in der Saison statt und werden an wenigen Terminen angeboten.

Sieht man auf der Hafenrundfahrt die großen Containerschiffe?

Auf der kurzen Tour meistens nicht. Du siehst Werften, Trockendocks, Schlepper und Binnenschiffe, die großen automatisierten Containerterminals liegen rund vierzig Kilometer weiter westlich. Wer die sehen will, fährt zum Informationszentrum FutureLand auf der Maasvlakte oder bucht eine der langen Fahrten.

Was ist FutureLand?

Das Informationszentrum des Hafens auf der Maasvlakte, mit Aussichtsterrasse auf die Containerterminals, Modellen und Erklärungen zur Landgewinnung. Der Eintritt kostet nichts, Bootstouren um die Terminals starten dort. Die Anreise dauert mit dem Auto rund eine Stunde, mit öffentlichem Verkehr deutlich länger.

Kann man den Rotterdamer Hafen auch kostenlos sehen?

Ja. Die Fähren und der Wasserbus fahren an denselben Kais vorbei, und in Hoek van Holland, mit der Metro erreichbar, ziehen die Seeschiffe auf wenige hundert Meter an dir vorbei in die Flussmündung. Auch die Landtong Rozenburg zwischen Nieuwe Waterweg und Calandkanaal ist ein bekannter Platz zum Schiffegucken.

Wann ist die beste Zeit für die Hafenrundfahrt?

Der späte Nachmittag bei klarer Sicht. Dann steht die Sonne über dem Fluss, die Kräne bekommen Konturen und du fährst zum Schluss auf die Skyline zu. Im Winter ist der Fahrplan ausgedünnt, dafür ist es an Bord fast leer. Eine Jacke brauchst du zu jeder Jahreszeit.